Zwei Fachsenfelder gründen Streetwear-Modelabel

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Das Shirt - hergestellt in Essingen und Fachsenfeld.
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Mit „discussed camomile“ machen Daniel Aufrecht und Marc Kränzle "Slow fashion" von der Ostalb. Im Onlineshop gibt es Shirts und Socken zu kaufen.

Aalen

„Kreativ sein, etwas erschaffen, cooles Marketing machen“, das war der Antrieb für Daniel Aufrecht und Marc Kränzle aus Fachsenfeld, ihr eigenes Label für Streetwear-Mode zu gründen. Die Shirts und Socken ihrer Marke „discussed camomile“ sind regional, nachhaltig und besonders langlebig. Die beiden Gründer hoffen, damit einen Nerv bei möglichst vielen Kunden zu treffen.

Im Hauptjob ist der 25-jährige Daniel Aufrecht Ingenieur in Stuttgart, Marc Kränzle (24) beendet bald sein Jura-Studium in Konstanz. Kennengelernt haben sich die beiden schon als Kinder, im Tennisclub. Ende 2008 entschlossen sich die Freunde, eine gemeinsame Firma an den Start zu bringen. Sie gründeten eine GbR, kümmerten sich um Anmeldungen und Formalien, etwa bei der Handwerkskammer und dem Dualen System, kreierten die Marke „discussed“, die sie sich eintragen ließen, und entwarfen ihre eigene Kleidung. Das Marketing lief über das Netzwerk Instagram, Marc Kränzle steuerte Fotos bei und Daniel Aufrecht eignete sich die Technik an, um einen Webshop aufzubauen.

Seit diesem Jahr ist die Website online. Dort sind die Shirts von „discussed camomile“ in verschiedenen Farben zu bestaunen. Entsprechend den Ideen ihrer Designer tragen sie eine aufgenähte, stilisierte Kamillenblüte, das aufgedruckte Wort „discussed“ unter dem gerollten Kragen sowie einen Schriftzug auf der Rückenseite: "Imagine a a lightning orange bar here“, steht da, frei übersetzt: „Stell dir hier einen aufblitzenden orangenen Streifen vor.“ Es wird klar: Marc Kränzle und Daniel Aufrecht lieben Wortspiele. Camomile, Kamille, erklären sie, steht für die Pflanze, die als Tee für Entspannung sorgt. „Aber wir machen es einen Ticken cooler“, sagt Daniel Aufrecht. Es stecke nämlich auch noch Camouflage, Tarnung, in dem Wort. „Discussed“ wiederum haben die beiden gewählt, weil sie „gerne Dinge abstrahieren, bildlich denken, Aufmerksamkeit erregen, Diskussionen anregen“.

Für Diskussionen sorgt sicherlich auch der Preis von 77 Euro, den ein Shirt kostet. Dafür erhalten die Käuferinnen und Käufer aber auch ein hochwertiges Produkt aus 100 Prozent Oeko-Tex-zertifizierter Baumwolle. Das Besondere: Es ist ein ganz und gar regionales Kleidungsstück. Eine Näherin aus Essingen stellt die T-Shirts her, bedruckt werden sie in Ulm, den Aufnäher fertigt eine Stickerei in Fachsenfeld.

Auch mit der Qualität wollen die beiden Gründer punkten. Alle zwei Monate ein neues Produkt, wie bei der sogenannten Fast Fashion üblich – das ist hier nicht drin. „Wir machen Slow Fashion“, sagt Marc Kränzle. Die Stoffe seien alle vorgewaschen, nichts verziehe sich, Drucke und Aufnäher behalten Form und Farben. Kränzle zeigte das Shirt einem Freund, der hochwertige Kleidung liebt: „Der sagte, Euer Produkt setzt qualitativ noch eine Schippe drauf.“

Produziert hat das Start-up bislang 50 Shirts, die ausschließlich über den Onlineshop zu haben sind. Dort gibt es seit Neuestem auch Socken – ebenfalls mit dem „discussedcamomile“-Logo, das in Essingen aufgenäht wurde.

„Und wir haben auch noch etwas in der Pipeline“, verrät Aufrecht. Vielleicht gibt es ja auch bald Hoodies von „discussed camomile“. Damit wollen sich die beiden aber noch Zeit lassen. Zuerst soll das Geschäft ordentlich ins Rollen kommen.

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