Zwei weitere Abschnitte des Limes sind Weltkulturerbe

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Die Gruppe Numerus Brittonum 2013 bei einer Aktion am Limesmuseum. Living-History-Gruppen sind das nächste Mal am Sonntag, 26. September, auf dem Gelände des Museums zu erleben.
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Die Unesco hat den niedergermanischen Limes und einen Teil des Donau-Limes aufgenommen. Was das für das Limesmuseum, für Aalen und die Region bedeutet.

Aalen

Die Römer haben die Außengrenzen ihres Reiches geschützt. Im Bereich von Aalen und dem heutigen Baden-Württemberg taten sie das mit Mauern, Palisaden, Gräben und Wällen. Dieser obergermanisch-raetische Limes gehört bereits seit 2005 zum Weltkulturerbe der Unesco. Jetzt sind zwei weitere Abschnitte östlich und westlich davon ebenfalls aufgenommen worden. Die Unesco wertet diese Abschnitte als unterschiedliche Bauwerke, wie die Beteiligten beim Pressegespräch am Dienstag im Limesmuseum erläutern. Daher seien auch unterschiedliche Anträge nötig gewesen. Denn östlich und westlich sicherten die Römer die sogenannten nassen Grenzen entlang des Rheins und der Donau. Dort waren keine Mauern nötig. Die Römer errichteten nur in regelmäßigen Abständen Anlagen zur Verteidigung.

Der Abschnitt im Westen ist der niedergermanische Limes. Er reicht von der niederländischen Nordsee entlang des Rheins bis Remagen. Die frühere römische Grenze im Osten ist der Donau-Limes. Der Abschnitt zwischen Regensburg und Passau ist nun ebenfalls Weltkulturerbe. OB Thilo Rentschler hofft, dass auch der Teil noch weiter östlich, bis zum schwarzen Meer, Weltkulturerbe wird. "Wir arbeiten daran", ergänzt Limes-Koordinator Andreas Schaflitzl.

Viele der deutschen Städte und Gemeinden entlang des Limes haben sich im Verein deutsche Limesstraße zusammengeschlossen. Vereinsvorsitzender ist der Aalener OB. "Straubing und Passau konnten wir schon als neue Mitglieder gewinnen", sagt Rentschler. Er hofft, dass sich aus der deutschen Limesstraße irgendwann in der Zukunft ein "europäisches Gemeinschaftswerk entwickelt". Schaflitzl denkt sogar noch weiter, an ein Projekt, das das ganze Mittelmeer umspannt, so wie das römische Reich zu Zeiten seiner größten Ausdehnung.

Deutsche Limesstraße: Der Verein bietet Karten an, anhand derer Interessierte den Limes entlang wandern oder mit dem Fahrrad oder Auto fahren können. Dazu gibt Hinweise zu touristischen Attraktionen. In unserer Region sind das zum Beispiel das Limesmuseum in Aalen, der rekonstruierte Limes-Wachturm bei Rainau-Buch oder das Limes-Tor bei Rainau-Dalkingen. Orientierung entlang des Limes bietet dabei auch eine App. Die bietet den Nutzern auch Infos zu heute nicht mehr sichtbaren Anlagen. Die Geschäftsführerin des Vereins, Julia Datow-Ensling, berichtet von steigender Nachfrage nach Informationen aus den Niederlanden. Kartenmaterial gibt es daher nun auch auf Niederländisch.

Limesmuseum: Viele Anfragen auf Niederländisch erreichen auch das Aalener Limesmuseum, erzählt Ermelinde Wudy. Dass nun weitere Abschnitte des Limes Weltkulturerbe sind, "das war richtig gute Werbung", sagt der OB. Überhaupt läuft es gerade rund im Museum. "Wir hatten 7000 Besucher allein in den vergangenen drei Monaten", sagt Judith Wötzel, die Leiterin des Limesmuseums. Besonders bei Schulklassen und Familien seien die Angebote beliebt. Der OB führt das auch auf die Corona-Pandemie zurück. Die haben vielen vor Augen geführt, dass es auch vor der Haustür viel zu entdecken gebe. Die aktuelle Sonderausstellung "Der Tod aus dem Nichts" über römische Geschütze und Katapulte im Limesmuseum ist noch bis 26. September verlängert. An jenem Sonntag ist zudem einer archäologischer Experimentiertag geplant. Ende November steht die Museumsnacht auf dem Programm. Im Moment wird außerdem laut Judith Wötzel die Homepage neu konzipiert. Ende des Jahres soll sie online gehen. Und bald können Besucherinnen und Besucher mit einem Audioguide durchs Museum gehen.

Weitere Informationen unter www.limesstrasse.de und www.limesmuseum.de

  • Archäologischer Experimentiertag am Sonntag, 26. September
  • Der archäologische Park des Limesmuseums Aalen verwandelt sich am Sonntag, 26. September, für einen Tag in ein archäologisches Experimentierfeld mit römischen und alamannischen Handwerkern, Soldaten und tierischen Besuchern. Mit wissenschaftlichem Anspruch und anschaulicher Darstellung entführen Living-History-Gruppen die Besucher in eine vergangene Welt. Es locken handwerkliche Vorführungen, kleine Exkursionen durch den Park und Mitmachangebote für die ganze Familie. Für Bewirtung ist ebenfalls gesorgt. Es erwarten die Besucherinnen und Besucher neben einem breitgefächerten Mitmachprogramm folgende Vorführungen: römische Geschütznachbauten, altes Handwerk, römische Schuhmacher, Schutzausrüstung römischer Soldaten, römischer Schmuck und Kosmetik, römische Modenschau, tierischer Besuch und kleine Exkursionen über das Gelände.

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