Zwei Welten in einem Buch vereint

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Serayi Degerli-Sezgin.
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Die Aalenerin Serayi Degerli-Sezgin hat ein vegan-orientalisches Kochbuch geschrieben – und nun ihr Hobby zum Beruf gemacht.

Aalen

Angefangen hat alles im Internet. Serayi Degerli-Sezgin hat gemacht, was viele tun: selbst gekochtes Essen gepostet, über Facebook damals. Ihre Freunde fanden's gut, es kamen Rezeptwünsche, mehr und mehr. Inzwischen hat die 25-jährige Aalenerin einen eigenen Blog zum Thema, bei Instagram folgen ihr fast 20 000 Menschen.

Im Sommer hat sie sich entschieden, ihr Hobby zum Beruf zu machen und den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt. Als Influencerin, wie manche sagen würden. Degerli-Sezgin mag den Begriff nicht verwenden, weil sie sich nicht so sieht, "Influencer werben für alles". Sie teste auch Produkte, sagt sie, "aber nur etwas, wovon ich überzeugt bin". "Autorin und Content Creator", das trifft es aus ihrer Sicht. Ein eigener Shop im Internet ist in Planung.

Etwas Neues geschaffen

Nun kann man ihr erstes Buch in den Händen halten. Es ist ein Kochbuch, das die Grundlage ihres Erfolgs enthält: Rezepte, die gleichzeitig orientalisch und vegan sind. Es ist, ihres Wissens, das erste rein orientalisch-vegane Kochbuch in Deutschland. Serayi Degerli-Sezgin hat etwas Neues geschaffen, indem sie zwei Dinge verbunden hat, die ihr nahestehen. "Meine Mutter hat multikulti gekocht, aber die größte Freude hatte ich immer an orientalischer Küche", erzählt die 25-Jährige.

Veganismus nicht aufzwängen

Seit fünf Jahren isst sie kein Fleisch mehr. "Was ich nicht mag, ist Massentierhaltung", sagt sie, fügt aber gleich hinzu: "Was ich auch nicht mag, ist anderen etwas aufzwängen." Sie versuche "nur zu zeigen, wie es funktioniert".

Vegan, das heißt für die Autorin kein "komisches Schnickschnack", wie sie sich ausdrückt, und meint damit auch extra fürs vegane Essen geschaffene Ersatzstoffe à la Tofu-Grillwurst statt echter Grillwurst. Lieber sind ihr altbekannte Zutaten, die schon vegan waren, als man den Begriff noch nicht kannte. Wie bei fast allen Menschen, gilt auch für Serayi Degerli-Sezgin: Essen hat viel mit Kindheitserinnerungen zu tun, "ich mag Essen, mit dem ich aufgewachsen bin." Wenn man sie nach ihren wichtigsten Zutaten fragt, nennt sie: Paprikamark, Granatapfelsirup, Sesampaste, Kreuzkümmel.

Kochen und fotografieren

Ich mag Essen, mit dem ich aufgewachsen bin.

Serayi Degerli-Sezgin Kochbuchautorin

Auf die Idee ein Buch zu schreiben, ist sie gar nicht selbst gekommen. "Der Verlag ist auf mich zugekommen", sagt sie. Dann begann die Arbeit: Serayi Degerli-Sezgin hat nicht nur gekocht, sie auch alle ihre Gerichte selbst fotografiert. Auch diese Bilder sind sehr professionell geworden. "Das habe ich mir selbst beigebracht", erzählt sie. Mit ihren ersten Ergebnissen war sie nicht einverstanden, also hat sie so lange geübt, bis sie selbst zufrieden war.

Autorin, Make-up-Artistin

Es ist ein aufwendig gestaltetes Buch geworden, mit viel Einsatz der Autorin. Auf dem Coverfoto und einigen weiteren Bildern ist sie selbst zu sehen – und sieht darauf aus wie ein professionelles Model. Die Erklärung ist einfach: Sie hat sich selbst geschminkt, Serayi Degerli-Sezgin ist gelernte Make-up-Artistin.

Der Bruder ist Ringer

Die teilweise Namensgleichheit mit einem bekannten Aalener ist übrigens kein Zufall. Benjamin Sezgin, als Ringer mehrfacher deutscher Meister, ist ihr Bruder. Nun macht sich auch seine Schwester daran, deutschlandweit Erfolg zu haben. Was die Geschwister verbindet, sagt sie selbst: "Wir sind sehr ehrgeizige Menschen bei dem, was wir lieben."

Die Rezepte von Serayi Degerli-Sezgin findet man im Netz unter dem Stichwort "orienttrifftvegan", in ihrem Internet-Blog wie bei Instagram.

Das Buch "Orient trifft vegan" ist im "GrünerSinn-Verlag" erschienen, es kostet 22,95 Euro und ist in der Buchhandlung vor Ort erhältlich.

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