Zwölf Dinge, die Frederick Brütting anders macht als Thilo Rentschler

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Thilo Rentschler und Frederick Brütting
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Genau 100 Tage ist Oberbürgermeister Frederick Brütting am Samstag, 8. Januar, im Amt. Bereits jetzt fällt auf, dass er einiges anders handhabt als sein Vorgänger Thilo Rentschler.

Aalen

In den Sitzungen, in der Kommunikation mit den Bürgern und im Umgang mit Norbert Rehm: Vieles macht Oberbürgermeister Frederick Brütting anders als sein Vorgänger Thilo Rentschler. Obwohl Brütting erst seit Anfang Oktober im Amt ist, fällt einiges jetzt schon auf.

1 Der Stil ist ein anderer:

Kürzlich fragte die SchwäPo die Fraktionen im Aalener Gemeinderat, wie sie die Arbeit des Oberbürgermeisters bisher bewerten. Ausnahmslos alle, die die Frage beantworteten, lobten Brütting für seinen guten Stil, seine ruhige, sachliche Art, die Fähigkeit zuzuhören und Anregungen aufzunehmen oder den Willen zur Transparenz. Bei manchen war zwischen den Zeilen herauszulesen, dass es früher anders war. Manche sprachen den Kontrast zum Vorgänger auch ganz deutlich an.

2 Bürgerfragestunde jetzt in jeder Sitzung:

Fragen stellen können Bürgerinnen und Bürger nun in jeder Gemeinderatssitzung. Und zwar nicht irgendwann, sondern gleich zu Beginn der Sitzung.

3 Klare Kante gegenüber der AfD:

Als AfD-Fraktionsvorsitzender Dr. Frank Gläser sich bei der Beratung zum Klimaentscheid für Atomkraft aussprach, zeigte der OB klare Kante. Er sei froh, sagte Brütting, dass der Atomausstieg inzwischen einen breiten gesellschaftlichen Konsens finde. Viele Rätinnen und Räte klopften anschließend zustimmend auf die Tische. Nun ist Thilo Rentschler -wie Brütting SPD-Mitglied -nun wahrlich auch nicht als AfD-Sympathisant bekannt. In ähnlichen Situationen fuhr Rentschler aber eher die Strategie, die Äußerungen aus der AfD-Fraktion keines Kommentars zu würdigen.

4 Alle mitnehmen. Auch Norbert Rehm:

Nach Austritten aus der CDU-Fraktion und dem Zerfall der FDI-Fraktion ist der Gemeinderat nun in neun Gruppierungen zersplittert. Eigentlich hätten damit nur die fünf Fraktionen mit drei Mitgliedern oder mehr das Recht gehabt, Vertreter in den Ältestenrat zu entsenden. Mit Änderung der Geschäftsordnung hat der Rat beschlossen, dass auch die kleineren Zählgemeinschaften einen Sitz bekommen. Brütting sprach sich explizit dafür aus, auch Einzelstadtrat Norbert Rehm einzubeziehen. "Wir wollen alle Meinungen hören", begründete er.

5 Nachversand ist abgeschafft:

Ausnahmslos alle Unterlagen für die Sitzungen stehen nun eine Woche vorher bereit. Damit sollen die Stadträtinnen und Stadträte genügend Zeit haben, sich vorzubereiten. Der sogenannte Nachversand ist abgeschafft. Damit haben sich viele der Anträge zur Geschäftsordnung, die früher regelmäßig kamen, erledigt. Darin beschwerten sich die Ratsmitglieder darüber, dass Informationen nicht rechtzeitig zur Verfügung gestanden haben, und beantragten daher, die entsprechenden Tagesordnungspunkte zu vertagen.

6 Kein Frieren mehr in den Sitzungen:

Früher wurde es in der Stadthalle, wo die Gremiensitzungen pandemiebedingt meist stattfinden, oft kalt. Warm anziehen war angesagt. Brütting hat nun darum gebeten, die Raumtemperatur wärmer einzustellen. Nicht nur zu den Sitzungen. Auch schon zu seiner Amtseinführung in der Stadthalle.

7 Nachsitzung wieder eingeführt:

Früher war es üblich, dass die Stadträtinnen und Stadträte nach der Sitzung noch zusammensaßen. Viele schätzten daran, dass es der Stimmung im Gremium zuträglich war. Egal wie heftig man sich zuvor gestritten hatte, bei einem Bier oder einem Glas Wein hat man sich wieder zusammengerauft. Pandemiebedingt fanden diese Treffen so nicht mehr statt. Frederick Brütting hat zumindest gleich nach seiner ersten Sitzungsrunde im Oktober, als sich die Lage in der Pandemie etwas entspannt hatte, zu Speis und Trank eingeladen.

8 Nichtöffentliche Sitzung am Schluss:

Für Besucherinnen und Besucher war es oft ärgerlich, dass manche nichtöffentliche Sitzung vor der öffentlichen Sitzung terminiert war. Denn der nichtöffentliche Teil ging oft länger als gedacht, der öffentliche Teil begann daher später als gedacht und die Besucherinnen und Besucher standen vor der Tür und mussten warten. Nun soll es grundsätzlich so sein, den nichtöffentlichen Teil am Schluss der Sitzung zu beraten.

9 Brütting entschuldigt sich:

Für die Eltern in Fachsenfeld und Waldhausen ist die Situation im Moment schwierig. Es gibt zu wenige Kinderbetreuungsplätze und bis die neuen Kitas fertig werden, dauert es noch. So lange müssen Übergangslösungen gefunden werden. Dafür hat sich Brütting bei den Eltern entschuldigt.

10 Das Rathaus ist mittwochnachmittags geöffnet:

Seit November gelten erweiterte Sprechzeiten im Bürgeramt. Das Rathaus ist nun auch am Mittwochnachmittag geöffnet. Dazu gibt es zusätzliche Zeitfenster, in denen Bürgerinnen und Bürger Termine vorab online buchen können, um Wartezeiten zu vermeiden.

11 Auf Kleinigkeiten kommt es an:

Schon im Wahlkampf hat Brütting betont, dass Kleinigkeiten oft einen großen Unterschied machen könnten. Um viele Kleinigkeiten hat er sich bereits gekümmert. Er veranlasste zum Beispiel, den Brunnen vor dem Rathaus wieder zum Laufen zu bringen oder, dass man sich um die Pflanzen in der Stadthalle kümmert.

12 Unterwegs in sozialen Medien:

Wenn Rentschler Profile in den sozialen Medien hat, hält er sie sehr privat. Brütting dagegen nutzt die Kanäle für die Öffentlichkeitsarbeit. Dabei bespielt er nicht nur seine Profile regelmäßig mit Inhalten, sondern ist auch dort unterwegs, wo Bürgerinnen und Bürger aktiv sind. Zum Beispiel antwortete er auf eine Frage, die in der Facebook-Gruppe "Du weißt, dass Du aus Aalen bist, wenn ..." gestellt wurde. Dort machte man sich Sorgen, dass das Karussell vor dem früheren Spielzeug-Wanner abgebaut werden könnte. Brütting informierte, dass die Figuren nur einen neuen Anstrich erhalten. Inzwischen sind sie wieder an Ort und Stelle. Noch so eine Kleinigkeit, die Brütting wichtig war. Aktuell postet er Fotos von den Renovierungsarbeiten am Aalener Haus, in das er mit der Familie bald einziehen will.

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