Stadt und Vhs organisieren Nachhilfe

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Stadt und Vhs kümmern sich gemeinsam um Nachhilfeunterricht für Kinder aus Familien mit Migrationshintergrund.
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Integrationsmanagerinnen und Bildungsexperten arbeiten zusammen.

Aalen. Lernen in Zeiten von Corona: Das stellt fast alle Kinder und Eltern vor große Herausforderungen. Gerade aber Kinder mit Migrationshintergrund und Fluchterfahrung haben es wegen der Coronapandemie hier besonders schwer. Davon sind Uta-Maria Steybe von der Stabsstelle Chancengleichheit demografischer Wandel und Integration, und Dr. Nicole Deufel, Leiterin der Aalener Volkshochschule (Vhs), überzeugt. Gemeinsam haben sie ein Projekt ausgedacht, wie ein Projekt aussehen könnte, in dem besonders betroffene Kinder Nachhilfe bekommen können von den Bildungsprofis der Vhs. Dieses Projekt haben sie am Montag den Mitgliedern des Aalener Integrationsausschusses vorgestellt.

Die Sachlage: Eltern von Kindern mit Migrationshintergrund tun sich oft besonders schwer, ihre Kinder beim Online-Unterricht zu unterstützen a- und auf der anderen Seite fehle die Betreuung durch erfahrene Lehrkräfte. Zwar gebe es die Möglichkeit, entsprechende Anträge auf professionelle Lernförderung zu stellen - aber erst, wenn bei der Schülerin oder dem Schüler die Versetzung akut in Gefahr ist. Das Projekt, das Steybe und Deufel jetzt vorstellten, setzt schon früher an, „damit eine Versetzungsgefahr erst gar nicht entsteht“, wie Deufel sagte.

Die Idee: Kinder, die es notwendig haben, bekommen Nachhilfe von Lehrerinnen und Lehrern der Volkshochschule, den Bildungsexperten. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des städtischen Integrationsteams wählen dafür Kinder aus, bei denen sie Bedarf sehen. Das ist das Entscheidende an dem Projekt, sagt Uta-Maria Steybe: die Zusammenarbeit zwischen dem Integrationsmanagement und der Vhs. Die Integrationsmanagerinnen kümmern sich auch weiterhin um den Kontakt zu den Eltern, wenn etwa Kinder nicht zum vereinbarten Nachhilfeunterricht kommen. Sie stellen kleine Lerngruppen zusammen - und geben diese Informationen weiter an die Vhs. Eine solche Lerngruppe besteht aus maximal vier Kindern. Vor allem sollen die Fächer Deutsch, Mathematik und Englisch geschult werden - jeweils eine Stunde, nachmittags, vorzugsweise an einem Mittwoch- und einem Freitagnachmittag. „Wir hoffen, den Unterricht in Präsenz machen können“, sagt Deufel im Gespräch mit der SchwäPo - und zwar in den Vhs-Gebäuden in Aalen und in Wasseralfingen. Mit jeweils 50 Euro pro Lerngruppe muss die Stadt an Kosten rechnen. Bei der Finanzierung der Lerngruppen kann die Stadt auf EU-Mittel zurückgreifen.

Die nächsten Schritte: Die Mitglieder des Ausschusses begrüßten den Vorschlag. „Jetzt kann es losgehen“, sagte Uta-Maria Steybe am Dienstag zu den nächsten Schritten. 15 Kinder haben die Integrationsmanager ausgesucht, die in zunächst vier Lerngruppen starten sollen. Allerdings schätzen viele, dass der Bedarf höher ist. Dies bestätigt auch Steybe „Es können auch doppelt so viele werden“, es gebe derzeit keinen Deckel. Dies mache deutlich, „wie wichtig dieses Projekt ist“, sagt Deufel. Der Volkshochschule gehe es dabei nicht ums Geld: „Wir sehen den Bedarf“, sagt Deufel. Und schließlich sei die Vhs „die Weiterbildungseinrichtung in Aalen“ schlechthin. Es sei ihren Kolleginnen und Kollegen ein wichtiges Anliegen, „die Kinder zu unterstützen in dieser Zeit“. Jürgen Steck

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