Steigende Geburtenrate: mehr Kita-Plätze in Aalen notwendig

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Vorausrechnung Kinderzahlen in Aalen.
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In diesen Quartieren und Teilorten in Aalen muss für zusätzliche Betreuungsplätze gesorgt werden.

Aalen. Noch bis vor ein paar Jahren war man davon ausgegangen, dass die Geburtenrate künftig sinkt. Doch das Gegenteil war der Fall. In Aalen kommen wieder mehr Kinder auf die Welt. Eine neue Prognose zur Bevölkerungsentwicklung sagt nun sogar eine noch höhere Geburtenrate als bis vor Kurzem noch gedacht für die kommenden Jahre in Aalen voraus.

Was das für das Kita-Angebot in der Gesamtstadt bedeutet, war Thema am Mittwoch in der Sitzung des Gemeinderatsausschusses für Kultur, Bildung und Finanzen. Im Moment erarbeitet die Stadtverwaltung den neuen Akita 2030, so heißt in Aalen der Kindergartenbedarfsplan. Ein Zwischenbericht dazu wurde in der Sitzung vorgestellt. „Es ist ordentlich Druck im Kessel“, sagte Oberbürgermeister Frederick Brütting einleitend. Zum einen seien da die großen Geburtenzahlen, zum anderen die Baukonjunktur. Zum Hintergrund: Hohe Baukosten und Materialknappheit machen es im Moment schwierig, neue Kindertagesstätten zu bauen. Davon will sich die Stadtverwaltung aber nicht abbringen lassen, für ausreichend und gute Betreuung zu sorgen. „Wir wollen viel tun für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf“, sagte der OB.

So viele Plätze fehlen: Laut Vanessa Pfeifle vom Amt für Soziales, Jugend und Familie fehlen in Aalen und den Teilorten insgesamt 440 Plätze. 240 Plätze für Kinder über drei Jahren und 100 Plätze für Kinder unter drei Jahren. Zum Hintergrund: Die Plätze für unter Dreijährige werden doppelt gerechnet, da es aufwendiger ist so kleine Kinder zu betreuen.

Situation in den Quartieren und Teilorten: Laut Pfeifle ist Betreuung in der Nähe des Wohnorts das Ziel. In allen 17 Quartieren in Aalen soll es Ganztagesplätze und Plätze für Kinder ab einem Jahr geben. Der Akita untersucht außerdem den gesamten Bedarf an Betreuungsplätzen in den Quartieren. Pfeifle stellte den anhand eines Ampelsystems dar. Grün heißt alles in Ordnung, gelb heißt, dass die Situation beobachtet werden muss, rot heißt, dass akuter Handlungsbedarf besteht, also mehr Plätze geschaffen werden müssen.

Rot leuchtet die Ampel im Quartier Triumphstadt/Zochental und in Hofen. Gelb ist die Ampel im Hüttfeld, im Quartier Galgenberg/Rötenberg/Hirschbach/Heide, im Quartier Blümert/Grauleshof/Himmlingen, im Quartier Taufbach/Zebert/Pelzwasen/Pflaumbach, in Fachsenfeld, Wasseralfingen West und Unterkochen. Auf Grün steht die Ampel in der Innenstadt, in Hofherrnweiler, Unterrombach, Dewangen, Wasseralfingen Mitte, Wasseralfingen Ost, Waldhausen und Ebnat.
Qualität der Betreuung: Amtsleiterin Katja Stark ging kurz darauf ein, dass es natürlich nicht nur auf die Zahl der Plätze, sondern auch auf die Qualität der Betreuung ankomme. Als Stichwort nannte die Ganztagesbetreuung in allen Quartieren.

Das sagen die Fraktionen

Doris Klein (Grüne) blickte auf die Plätze, die bisher schon geschaffen wurden und lobte die „unglaubliche Kraftanstrengung.“ Für die kommenden Herausforderungen sagte sie Unterstützung zu.

Regina Köder (CDU) warnte, dass es unter Umständen sogar noch zu einem größeren Bedarf kommen könnte.

Helmut Gentner (SPD) lobte, dass aufgrund der Entwicklung die richtigen Schlüsse gezogen worden seien.

Bernhard Ritter (Freie Wähler) sprach die Zusammenarbeit von Kitas und Grundschulen an, die noch verbessert werden könne. Katja Stark gab ihm recht und wies auf das Modellprojekt in Dewangen hin.

Christa Klink (Linke) bat darum, Kinderschutz und Inklusion in den Akita aufzunehmen, „wenn nicht bereits geschehen“. Stark versicherte, dass beides berücksichtigt werde.

Inge Birkhold (Zählgemeinschaft) sagte, dass es an Plätzen für ukrainische Kinder fehle, während Mütter Deutschkurse besuchen. Stark antwortete, dass Spielgruppen und andere Angebote eingerichtet würden. Zwei neue seien am Mittwoch gestartet.

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