Straßenblockade in Aalen: „Letzte Generation“ klebt sich auf B29 fest

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Straßenblockade auf der B29 bei Aalen.
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Klimaaktivisten legen am Montagmorgen Berufsverkehr in Richtung Aalen lahm. Sie müssen mit entsprechenden Strafanzeigen rechnen.

Verkehrschaos: Klimaaktivisten blockieren B29 bei Aalen

Bundesstraße 29 im Berufsverkehr lahmgelegt: Aktivisten kleben sich fest
Bundesstraße 29 im Berufsverkehr lahmgelegt: Aktivisten kleben sich fest © Marius Bulling
Bundesstraße 29 im Berufsverkehr lahmgelegt: Aktivisten kleben sich fest.
Bundesstraße 29 im Berufsverkehr lahmgelegt: Aktivisten kleben sich fest © Marius Bulling
Bundesstraße 29 im Berufsverkehr lahmgelegt: Aktivisten kleben sich fest.
Bundesstraße 29 im Berufsverkehr lahmgelegt: Aktivisten kleben sich fest © Marius Bulling
Bundesstraße 29 im Berufsverkehr lahmgelegt: Aktivisten kleben sich fest.
Bundesstraße 29 im Berufsverkehr lahmgelegt: Aktivisten kleben sich fest © Marius Bulling
Bundesstraße 29 im Berufsverkehr lahmgelegt: Aktivisten kleben sich fest.
Bundesstraße 29 im Berufsverkehr lahmgelegt: Aktivisten kleben sich fest © Marius Bulling
Bundesstraße 29 im Berufsverkehr lahmgelegt: Aktivisten kleben sich fest.
Bundesstraße 29 im Berufsverkehr lahmgelegt: Aktivisten kleben sich fest © Marius Bulling
Bundesstraße 29 im Berufsverkehr lahmgelegt: Aktivisten kleben sich fest.
Bundesstraße 29 im Berufsverkehr lahmgelegt: Aktivisten kleben sich fest © Marius Bulling
Bundesstraße 29 im Berufsverkehr lahmgelegt: Aktivisten kleben sich fest.
Bundesstraße 29 im Berufsverkehr lahmgelegt: Aktivisten kleben sich fest © Marius Bulling
Bundesstraße 29 im Berufsverkehr lahmgelegt: Aktivisten kleben sich fest.
Bundesstraße 29 im Berufsverkehr lahmgelegt: Aktivisten kleben sich fest © Marius Bulling
Bundesstraße 29 im Berufsverkehr lahmgelegt: Aktivisten kleben sich fest.
Bundesstraße 29 im Berufsverkehr lahmgelegt: Aktivisten kleben sich fest © Marius Bulling

Aalen. Die Klimaaktivisten der „Letzten Generation“ haben ihre erste Aktion in Aalen gestartet. Um 7.43 Uhr blockieren sie die B29 auf Höhe der Daimlerstraße in Fahrtrichtung Aalen. Die Aktion trifft vor allem den Berufsverkehr. Viele Pendler, die zur Arbeit fahren, sind von der Aktion betroffen. Wir berichten immer wieder auf unseren digitalen Kanälen auch live von der Protestaktion.

Exakt eine Woche nach der abgesagten Straßenblockade in Aalen haben die Klimaaktivisten der „Letzten Generation“ ihrer Ankündigung Taten folgen lassen. Um 7.43 Uhr sperrten vier Aktivisten die Straße. Um kurz vor 8 Uhr haben sich zwei der Klimaaktivisten mit Sekundenkleber auf die Straße geklebt.

12.20 Uhr: Am Mittag berichtet die Polizei über die Straßenblockade: Der Verkehr habe sich zeitweise bis nach Mögglingen zurück gestaut. Der Verkehr wurde über das Industriegebiet-West aus- und umgeleitet. Zwei Männer haben sich zudem auf der Fahrbahn festgeklebt. Die beiden anderen Männer haben nach Aufforderung die Fahrbahn verlassen und den ihnen von der Versammlungsbehörde alternativ zugewiesenen Versammlungsort auf dem Parkplatz nebenan eingenommen.

Das Polizeipräsidium Aalen sowie die zuständige Versammlungsbehörde der Stadt Aalen wussten von der Aktion im Vorfeld nichts, eine erforderliche Anmeldung erfolgte nicht, so die Polizei weiter. Gleichermaßen waren die Behörden auf solch ein Szenario vorbereitet. Versammlungen und Blockaden seien kein neues Phänomen, die Behörden befanden sich mit ihren Partnern im gegenseitigen Austausch. So wurde auch in vorbereitender Absprache der Malteser Hilfsdienst hinzugerufen, dessen Mitarbeiter die beiden festgeklebten Aktivisten von der Fahrbahn lösten. Neben diesen war auch ein Vertreter der Versammlungsbehörde, die Straßenmeisterei sowie rund 20 Einsatzkräfte der Polizei im Einsatz. Auch ein Polizeihubschrauber befand sich in der Luft, der die Auswirkungen auf den Verkehr im Überblick behielt.

Die Straße konnte gegen 9.20 Uhr wieder freigegeben werden. Das Verhalten der Aktivisten wird nun rechtlich geprüft, mit entsprechenden Strafanzeigen müssen sie rechnen. Auch wird geprüft, inwieweit den beiden Festgeklebten einzelne Kosten des Einsatzes in Rechnung gestellt werden können.

Die Versammlung ist offiziell für beendet erklärt.

9.19 Uhr: Die Straße ist frei. Die Versammlung ist offiziell für beendet erklärt. Frieder Zürcher von der Aalener Gruppe „Letzte Generation“ fährt jetzt mit dem Polizeiwagen noch auf das Polizeirevier Aalen.

Die Versammlung ist offiziell für beendet erklärt.
Malteser Hilfsdienst löst die Aktivisten von der Straße.

8:49 Uhr: Mitarbeiter des Malteser Hilfsdienstes haben jetzt mit Lösungsmittel und Öl die Hände der auf die Straßen klebenden Klimaaktivisten eingesprüht. Der Stau auf der B 29 ist inzwischen aufgelöst. In der Luft kreist aber der Polizeihubschrauber.

Malteser Hilfsdienst löst die Aktivisten von der Straße.
Polizei leitet den Verkehr um.

8.36 Uhr: Die Polizei leitet den Verkehr jetzt um. Ein Mitarbeiter des städtischen Ordnungsamtes ist vor Ort und hat die Versammlung aufgelöst. Er musste wählen zwischen dem Recht auf Versammlungsfreiheit und einem schweren Eingriff in den Straßenverkehr. Daraufhin hat er den Versammlungsort von der Straße auf den Bürgersteig verlegt. Zwei Klimaaktivisten sind der Aufforderung sofort gefolgt, zwei andere Klimaaktivisten sind indes auf der Straße festgeklebt. Sie werden in den nächsten Minuten von Mitarbeitern des Malteser Hilfsdienstes von der Straße gelöst.

Straßenblockade auf der B29 bei Aalen.

8:19 Uhr: Die Straße ist noch immer blockiert. Autofahrer nähern sich den Klimaaktivisten aber nicht. Ein Aktivist sagt laut, dass sie eine Stunde lang die Straße blockieren fürs Klima.

Moritz Riedacher (vorne) ist Sprecher der Stuttgarter Gruppe „Letzte Generation“. Er wiederholt, auf dem Boden festgeklebt, die Forderungen der Gruppe.

8.10 Uhr: Die Polizei hat die Ausweise der Klimaaktivisten eingesammelt.

Die Polizei hat die Ausweise der Klimaaktivisten eingesammelt.
Straßenblockade auf der B29.

7.55 Uhr: Der Verkehr staut sich immer mehr. Die ersten Autofahrer sind zu den vier Klimaaktivisten auf der Straße gegangen und haben gebeten, die Straße noch frei zu machen. Bislang bleiben die vier aber stehen. Bisher hat sich keiner auf den Asphalt festgeklebt.

Straßenblockade auf der B29
Straßenblockade auf der B29

Mit dabei der Aalener Frieder Zürcher. Er organisierte auch die geplante Straßenblockade für den 14. November. Die wurde vor einer Woche aber abgesagt, weil das Vorhaben bereits Tage zuvor öffentlich wurde und die Polizei vorbereitet war. Daraufhin sagte Zürcher die Aktion ab. Erst am Donnerstagabend, 17. November, hatte Zürcher bei einer Infoveranstaltung in Aalen um Unterstützung geworben. Zu der Veranstaltung kamen sieben Personen.

Zürcher und seine Mitstreiterinnen und Mitstreiter gehören zur Stuttgarter Zelle der „Letzten Generation“. Inzwischen gibt es aber auch in Aalen eine regionale Blockadeaktion. Zumindest gibt es schon eine entsprechende Mailadresse.

Straßenblockade auf der B29

Forderungen der Klimaaktivisten

Vor allem für zwei Forderungen kleben sich die Menschen aktuell mit Sekundenkleber auf den Asphalt: Sie fordern von der Bundesregierung ein Tempolimit von 100 km/h auf deutschen Autobahnen und ein dauerhaftes 9-Euro-Ticket.

Die Aktionen der Gruppe, lösen aktuell in der Gesellschaft kontroverse Reaktionen aus. Es gibt vor allem wütende Reaktionen, aber auch vereinzelt Applaus. Einer Umfrage zufolge hält eine große Mehrheit der Deutschen Klima-Proteste wie Straßenblockaden für falsch. 86 Prozent der Befragten fanden zudem, dass die Aktivisten der Gruppe „Letzte Generation“ mit ihrem Vorgehen dem Anliegen des Klimaschutzes schaden, wie eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag der „Augsburger Allgemeinen“ ergab.

Spätestens seit dem Tod einer Berliner Radfahrerin, der zunächst in Zusammenhang mit einer Blockade der Letzten Generation gebracht wurde, was sich später jedoch als falsch erwies, eskaliert die Debatte. Inzwischen wird in der Bundespolitik über härtere Strafen für die Aktivisten diskutiert. Bislang gilt das Blockieren von Straßen als Nötigung. Vor allem konservative Politiker sprachen jüngst von einer „Klima-RAF“. Dagegen wehrten sich vor allem grüne Politiker. Allerdings nur wegen der Begrifflichkeit. Die Klebe-Aktionen werden auch von immer mehr grünen Politikerinnen und Politikern kritisiert. Auch die Gruppe der „Aalener Klimaentscheider“ haben deutlich gesagt, dass diese Art des Protestes „kein Terrorismus ist“.

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