Tafeln stoßen an ihre Grenzen

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Moderatorin Sibylle Schwenk sprach mit (v.l.) Markus Mengemann, Bernhard Richter und Wolfgang Fimpel.

Tafel-Vorsitzenden berichten in der Öffentlichen Mittagspause über den Alltag in den Tafelläden

Aalen. Im Haus der Katholischen Kirche gab es eine neue Auflage der Öffentlichen Mittagspause. Dieses Mal lautete das Thema „Not und Verschwendung“.

Die Tafelläden stoßen an ihre Grenzen. Sie befinden sich in einem doppelten Dilemma. Zum einen gehen aufgrund der steigenden Lebensmittelpreise die Spenden zurück, zum anderen nutzen mehr Menschen die kleinen Preise in den Tafelläden. Grund genug für die Einrichtungen im Haus der Katholischen Kirche, näher hinzuschauen. Bei einer Öffentlichen Mittagspause kamen die beiden Vorsitzenden des Aalener Tafelladens, Pfarrer Bernhard Richter und Wolfgang Fimpel, sowie Caritas-Regionalleiter Markus Mengemann ins Gespräch.

„Wie erleben sie die Menschen in und vor den Tafelläden?“, wollte Moderatorin Sibylle Schwenk vom Dekanat Ostalb wissen. Dass Frauen und Männer, auch Jugendliche mit geringem Einkommen auf die Tafeln angewiesen seien, das sehe man momentan besonders stark, so Pfarrer Richter. Es müsse unbedingt weitergehen, damit die Menschen mit Lebensmitteln versorgt werden können. Deshalb bitte er darum, beim Einkauf weiterhin zu spenden. Pastoralreferent Wolfgang Fimpel wies darauf hin, dass auch in manchen Kirchen Körbe für Lebensmittelspenden aufgestellt seien. „Tafelläden sind auch Treffpunkt“, ergänzte Markus Mengemann. Die Leute kämen auch her, um soziale Kontakte zu pflegen. „Die Tafeln leben vom Engagement unserer Ehrenamtlichen“. Sibylle Schwenk gab zu bedenken, dass die ersten Tafelläden nach amerikanischem Vorbild vor 25 Jahren in Deutschland gegründet wurden mit dem Zweck, der Lebensmittelverschwendung entgegenzuwirken. „Rund 15 Millionen Tonnen an Lebensmitteln werden in Deutschland jährlich weggeworfen“, stellte die Öffentlichkeitsreferentin in den Raum.

Beim gemeinsamen Gebet, das Dekanatsreferent Tobias Kriegisch formulierte, wurde der Gedanke, bewusst einzukaufen und dabei an diejenigen zu denken, die auf Spenden angewiesen sind, weitergedacht. Ein gemeinsames Mittagessen, gekocht in der Küche der Caritas-Wohnungslosenhilfe, beendete die Öffentliche Mittagspause.

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