Triumph schließt Logistikzentrum in Aalen

+
Das Triumph-Areal in Aalen.
  • schließen

Mehr als 70 Arbeitsplätze fallen weg - Es soll Sozialpläne geben.  Firma nennt als Grund die „Optimierung der Logistikprozesse“. OB Brütting: „Traurige Nachricht“.

Aalen/Bad Zurzach

Wie die Triumph Holding AG am Montag mitteilt, wird das Logistikzentrum in Aalen zum Ende des Jahres geschlossen. Die Holding begründet dies mit einer „Optimierung der Logistikprozesse“.  Die Triumph Holding AG werde ihre Logistikprozesse „weiter optimieren“, heißt es in einer Firmenmitteilung. Die Aktivitäten des Logistikzentrums in Aalen, das heute noch einen Teil der Private-Label-Kunden des Konzerns bediene, müssten „bis Ende des Jahres 2022 eingestellt werden“. Das dortige Verteilzentrum entspreche nicht mehr den technischen und operativen Standards der Triumph Logistikkette, heißt es von Firmenseite. 71 Mitarbeitende seien von der Schließung betroffen. Das Factory-Outlet, das sich auf dem Werksgelände befindet, bleibe aber bestehen.

OB: „bittere Entscheidung“

Der Aalener Oberbürgermeister Frederick Brütting spricht von einer „traurigen Nachricht“ - in erster Linie für die Beschäftigten. Auch wenn sich die Schließung abgezeichnet habe, sei es doch „eine bittere Entscheidung, denn damit geht auch eine jahrzehntelange Geschichte von Triumph und der Miederindustrie in Aalen zu Ende“.

Diese Entscheidung sei „nach intensiver Prüfung aller Alternativen und in enger Zusammenarbeit mit den Sozialpartnern“ getroffen worden, heißt es dazu von Triumph. Ziel sei in sämtlichen Fällen, den Stellenabbau „so sozialverträglich wie möglich zu gestalten“. Die betroffenen Mitarbeitenden sowie sämtliche Kolleginnen und Kollegen an den Standorten seien bereits über diese Pläne informiert. „Die Verhandlungen zum Sozialplan und Interessenausgleich werden aufgenommen“, teilt das Unternehmen mit. Um die Konsequenzen des Arbeitsplatzverlustes „bestmöglich“ zu reduzieren, werde ein Bündel von sozial-verträglichen Maßnahmen wie Vorruhestandsregelungen, Umschulungen und der Aufbau einer Transfergesellschaft diskutiert werden.

Dies geschehe als „Teil der fortlaufenden Modernisierung des Unternehmens und seiner Infrastruktur“. Das Unternehmen werde dabei den bereits begonnen Prozess der Konzentration seiner Lager- und Verteilaktivitäten für die europäischen Märkte an den bestehenden Standorten Wiener Neustadt (Niederösterreich) und im elsässischen Obernai fortführen. Die beiden Lager versorgen bereits sämtliche west- und mitteleuropäischen Märkte mit den Marken Triumph und sloggi.

Gut für Frankreich und Ungarn

Künftig werde das bestehende Verteilzentrum in Frankreich auch den Vertrieb der verschiedenen Private-Label-Marken des Unternehmens mit übernehmen. Dazu werden am Standort in Obernai insgesamt 43 neue Arbeitsplätze geschaffen. In diesem Zusammenhang sei auch die Entscheidung getroffen worden, die Corsina Europe GmbH (Heubach) – die Private Label Tochtergesellschaft von Triumph – vollständig in die Prozess- und Logistikprozesse des Markenbereichs zu integrieren; Letztere sind in Obernai und Wiener Neustadt gebündelt. Neben verschiedenen Synergieeffekten begründe dieser Schritt die Basis für zukünftiges Wachstum von Corsina Europe.

Weiter werde das bisherige Verteilzentrum im ungarischen Törökbálint zu einem zentralen europäischen Bearbeitungszentrum für Warenrücksendungen ausgebaut. Insgesamt werden dafür in Törökbálint 15 zusätzliche Stellen geschaffen.

Triumph gehört zu den weltweit größten Herstellern von Unterwäsche, Dessous und Büstenhaltern. Mit seinen Hauptmarken Triumph und sloggi vertreibt das Unternehmen seine Produkte in mehr als 120 Ländern.

Das Aus für die Logistik in Aalen kam auch für die 71 Beschäftigten wenig überraschend. Was die Entscheidung für den Standort Heubach und das Aalener Areal heißt.

Zurück zur Übersicht: Aalen

Kommentare