Trotz Kostenspirale: Ja zu Kombibad

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Umfangreiche Erdarbeiten auf dem Gelände für das zukünftige Kombibad im Hirschbach prägen das aktuelle Bild. Trotz der zu erwartenden Kostensteigerung soll am Plan, das Kombibad zu bauen, festgehalten werden.

Stadt und Stadtwerke stellen klar: Neubau Kombibad im Hirschbach geht weiter - Bauzeitenplan, Ausführungsfristen und Energiekonzept sollen „optimiert“ werden.

Aalen. Wer unterwegs ist im Hirschbach, der sieht: Der Neubau des Kombibads Hirschbach schreitet weiter voran. Aktuell wird der Aushub der Baugrube für die Erstellung des Rohbaus vorbereitet. Allerdings wollen Stadtverwaltung und Stadtwerke Aalen mit den Ausführungsfristen „flexibel auf die neue Situation“ reagieren, wie sie gemeinsam mitteilen. Mit neuer Situation ist vornehm umschrieben, dass Baufirmen abgesprungen sind, weil die Kosten aktuell dem Ruder laufen.

„Unser Ziel ist es, von fossilen Energien unabhängig zu werden.“

Frederick Brütting, Aalener Oberbürgermeister

Zudem soll die Energie- und Wärmeversorgung des Bads unter Klimaschutz-Aspekten und der Unabhängigkeit von einer Erdgas-Versorgung überprüft werden. Damit soll auch dem Ziel der bis zum Jahr 2035 für Aalen beschlossenen Klimaneutralität Rechnung getragen werden, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung.

Die Vorgeschichte

Das Ergebnis der Ausschreibung für die Rohbauarbeiten vor rund zwei Wochen hatte Stadtverwaltung, Gemeinderat und die Bauherrin und städtische Tochter, die Stadtwerke Aalen GmbH, dazu veranlasst, das Großprojekt nochmals auf den Prüfstand zu stellen. Denn unter den geänderten Vorzeichen des Ukraine-Kriegs und den damit verbundenen Auswirkungen auf die Weltwirtschaft und die Rohstoffmärkte, hatte die erstplatzierte Rohbaufirma ihr Angebot zurückgezogen. Die kalkulierten Preise seien angesichts der aktuellen Lage nicht zu halten.

Aufsichtsrat für Fortführung

Die Mitglieder des Stadtwerke-Aufsichtsrates haben offenbar in der jüngsten Sitzung die Situation beraten und sich für die Fortsetzung der Arbeiten ausgesprochen. Der Aufsichtsrat stehe nach wie vor hinter dem Konzept eines Kombibades im Hirschbach, wird mitgeteilt. „Die Planung und die vorbereitenden Arbeiten sind sehr weit gediehen, so dass ein Baustopp nicht mehr in Frage kommt“, heißt es in der Erklärung. Allerdings soll eine Flexibilisierung der Zeitfenster und Fristen vorgenommen werden, um die Ausschreibungsergebnisse zu verbessern. Daran knüpfe sich die Erwartung, „dass sich die Rohstoffmärkte wieder etwas stabilisieren und neu ausrichten“.

Der nächstbeste Bieter

Die Vergabe der Rohbauarbeiten werde im Laufe der Woche im Rahmen des formellen Vergabeverfahrens an den zweitbesten Bieter erfolgen, auch wenn dessen Angebot die ursprüngliche Kostenberechnung aus dem Dezember 2021 deutlich übersteigt. Eine Aufhebung des Vergabeverfahrens hätte einen möglichen Schadensersatzanspruch des Bieters zur Folge.

Klimagerechte Ausrichtung

Das verlängerte Zeitfenster solle auch dazu genutzt werden, um die Energie- und Wärmeversorgung für das Kombibad neu auszurichten. Bisher sieht die Planung eine Energieversorgung unter Nutzung erdgasbetriebener Kraft-Wärme-Kopplung vor. Unter Federführung der Stadtwerke soll das Konzept  jetzt nochmals einer kritischen Überprüfung unterzogen und nachjustiert werden. „Unser Ziel ist es, von fossilen Energien unabhängig zu werden“, so OB Brütting.

Bei insgesamt rund 54 Millionen Euro liegt nach Angaben der Stadt Aalen und der Stadtwerke derzeit das Investitionsvolumen für das neue Kombibad im Hirschbach. Im Dezember 2021 hatte der Gemeinderat angesichts der gestiegenen Baupreise einen weiteren finanziellen Zuschuss der Stadt bewilligt und die im März 2021 mit großer Mehrheit beschlossene Investitionssumme von 44,84 Mio. Euro um weitere 8,75 Mio. Euro aus dem städtischen Haushalt aufgestockt.

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