Guten Morgen

Überraschung, schon gehört?

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Bea Wiese über Hören, Eigensinn und Sturheit

Wie oft haben sie ihn drauf ang'schwätzt, ihn freundlich gebeten, nicht selten genervt gedrängt: Er möge sich doch bitte, bitte endlich ein Hörgerät zulegen, der Papa. Gefühlte 30 Jahre lang war der 88-Jährige der Meinung, so ein Gerät sei nur was für alte Leute. Und überhaupt, die Dinger würden ja völlig überschätzt, seien vor allem dazu da, die Kassen ihrer Hersteller zu füllen. Was man unschwer daran ablesen könne, dass die Zahl der Hörgeräte-Läden in der Innenstadt beständig wachse. Nun aber hörte er doch, was die Stunde geschlagen hatte. Mit für alle überraschender Entschlossenheit hat er den Gang zum Hörgeräteakustiker gewagt und zugegriffen. Nix Krankenkassen-Gerät, nein, den "Mercedes" unter den Hörgeräten hat er sich geleistet. Und sitzt in wohlig-freudiger Erwartung morgens am Frühstückstisch – um den Kauf gleich darauf zu bereuen: Warum hat ihn eigentlich keiner darauf vorbereitet, dass die Kinder nicht mehr in normaler Lautstärke reden und die Gattin geradezu brüllt?

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