Unterkochen: Martina Lechner will Ortsvorsteherin werden

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Martina Lechner Foto: privat
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Die SPD-Rätin stellt sich am Montag, 21. November, im Ortschaftsrat zur Wahl.

Aalen-Unterkochen. Der Ortschaftsrat Unterkochen wählt am kommenden Montag, 21. November, eine neue Ortsvorsteherin oder einen neuen Ortsvorsteher. Kandidieren möchte die SPD-Rätin Martina Lechner. Aller Wahrscheinlichkeit nach wird sie die einzige Kandidatin sein. Der bisherige Ortsvorsteher, Florian Stütz, möchte sein Amt auf eigenen Wunsch niederlegen.

„Die Aufgaben für unseren Ortsteil Unterkochen sind sehr vielfältig, aber erfordern mehr Zeit, als es mir meine berufliche Selbstständigkeit gestattet“, hatte er seinen Schritt begründet. Der Ortschaftsrat wird ebenfalls am Montag, 21. November, darüber beraten und abstimmen, ihn aus dem Amt zu entlassen.

Martina Lechner arbeitet in Königsbronn als Erzieherin, erzählt sie im Gespräch mit der SchwäPo. Um das Arbeitspensum als Ortsvorsteherin zu schaffen, möchte sie beruflich zurückstecken und Stunden reduzieren, wenn sie gewählt wird. Sie ist 57 Jahre alt, verheiratet, hat drei Kinder und fünf Enkelkinder. Seit 2009 ist Lechner Mitglied im Ortschaftsrat. Seit Mai 2021 ist sie außerdem Stadträtin. Damals war sie nachgerückt für Heidi Matzik. Matzik war aus privaten Gründen aus der Kommunalpolitik ausgeschieden und hatte ihr Amt als Unterkochener Ortsvorsteherin und ihre Mandate als Ortschafts- und Stadträtin niedergelegt.

Nun könnte es also sein, dass Lechner nicht nur als Stadträtin, sondern auch als Ortsvorsteherin in die Fußstapfen Matziks tritt. Lechner ist in Unterkochen aufgewachsen und engagiert sich auch außerhalb der Kommunalpolitik. Sie ist aktive Sängerin im katholischen Kirchenchor, Vorstandsmitglied im Turnverein Unterkochen (TVU) und Übungsleiterin für Pilates.

Schwerpunkt Albaufstieg

„Ich möchte Ortsvorsteherin werden, weil mich das Amt neugierig macht“, sagte sie. Es sei eine Herausforderung, der sie sich gerne stellen möchte. Der richtige Zeitpunkt dafür sei gekommen. „Die Zeit ist da, dass ich das jetzt einfach mache.“ In eineinhalb Jahren, im Frühjahr 2024, wählen die Menschen in Baden-Württemberg bei der Kommunalwahl wieder ihre Gemeinde- und Ortschaftsräte. „Dann werden die Karten neu gemischt“, sagt Lechner.

Als großen inhaltlichen Schwerpunkt der kommunalpolitischen Arbeit in Unterkochen für die nächste Zeit nennt sie den Albaufstieg. Mit breiter Beteiligung der Bürgerschaft wird eine neue Trasse gesucht, die die B19 im Tal bei Unterkochen mit der A7 auf dem Härtsfeld bei Ebnat verbindet. Lechner möchte sich außerdem dafür einsetzen, dass ein Konzept für die Dorfmitte Unterkochen erstellt wird, um das Ortszentrum zu beleben. Auch dabei ist ihr die Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger wichtig. Als Sportlerin liegen ihr die Sportstätten am Herzen, wie sie sagt. Lechner möchte sich für die Sanierung der Sporthalle und des Stadions einsetzen. „Es kommt einiges auf uns zu“, sagt sie.

Entscheidung im Gemeinderat

Unterkochen hat rund 5200 Einwohner. Damit ist der Ort der zweitgrößte Aalener Teilort nach Wasseralfingen mit rund 12000 Einwohnern. Wenn der Ortschaftsrat am Montag Lechner wählt, schlägt er sie damit zunächst vor. Die Entscheidung trifft der Gemeinderat. Das Gremium tritt das nächste Mal am Donnerstag, 24. November, zusammen.

Mehr Frauen als Männer

Frauen sind in der Politik oft unterrepräsentiert. Wählt der Gemeinderat Lechner als Unterkochener Ortsvorsteherin, würde das zumindest für den Kreis der Aalener Ortsvorsteherinnnen und Ortsvorsteher nicht mehr gelten. Lechner wäre die vierte Ortsvorsteherin im Aalener Stadtgebiet neben Andrea Hatam (SPD) in Wasseralfingen, Sabine Kollmann (Freie Wähler) in Fachsenfeld und Andrea Zeißler (Freie Wähler) in Dewangen.

Den drei anderen Aalener Ortsteilen stehen Männer vor: Manfred Traub (Zählgemeinschaft) in Ebnat, Patrizius Gentner (UBL) in Waldhausen und Christian Wanner (CDU) in Hofen. ⋌Katharina Scholz

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