120 bei Demo gegen die Freigabe der Trasse für Radfahrer

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In Unterkochen protestieren beim Wanderparkplatz Kellersteige Wanderer und Spaziergänger. Was die Redner zu den Planungen sagen.

Aalen-Unterkochen

Im Anschluss an den Wanderparkplatz an der Kellersteige in Unterkochen haben sich an diesem Sonntagnachmittag über 120 Menschen eingefunden. Unweit der Stelle, wo einst das Schättere-Bahnhöfle in Unterkochen stand. Die Gäste eint ein Thema: die Schätteretrasse, die freigegeben werden soll für Radfahrer. Zu der Kundgebung eingeladen hatte die Bürgerinitiative "Händeweg von der Schätteretrasse".

Unter den vielen Gästen sind allerdings nicht nur Wanderer und Spaziergänger, sondern auch etwa ein duzend Radfahrer. Sie sind gekommen, um zu hören, was sich hinter dem Demo-Titel verbirgt: "Der Fußweg Schätteretrasse in unzerstörter Natur soll bleiben – Radweg auf alternativen Routen!"

Den Auftakt zur Kundgebung, die Tim Steckbauer moderiert, macht der Initiator der Bürgerinitiative, Karl Maier. Der Unterkochener lässt die Geschichte des Protests Revue passieren. Maier erinnert an den Beginn im Jahr 2012, als das "Bündnis pro Wandertrasse" gegründet wurde, an die Unterschriftenaktion, die bis heute über 3000 BI-Anhänger unterzeichnet haben und an bislang 46 Leserbriefe, die in der SchwäPo veröffentlicht wurden. Maier spart allerdings auch nicht mit Kritik. Vor allem in Richtung OB Thilo Rentschler. "Ich habe den Eindruck, in der Zentralregierung im Aalener Rathaus wird so lange gewürfelt, bis man das gewünschte Ergebnis erhält", sagt Maier. Der BI-Sprecher spielt damit auf die Gutachten an, die mittlerweile vorliegen und für die Schätteretrasse als kombinierten Fuß- und Radweg plädieren sowie eine Lösung aufzeigen, wie der Tunnel geöffnet werden könne. Maier findet deutliche Worte und redet im Zusammenhang mit dem Tunnel von "Geldverschwendung". Die Trasse sei für Familien mit Kindern, für Jogger und für Senioren.

Christa Klink kritisiert, dass die Bürgerinnen und Bürger über die Gutachten nicht informiert seien. Die Linken-Stadträtin zitiert daraus, spricht von einer Genussroute und davon, dass die Breite der Trasse gegen rechtliche Vorgaben eines kombinierten Fuß- und Radwegs verstoße. "Bei Bedarf müssen Radfahrer absteigen und statt zu klingeln, sollte gegrüßt werden", beschreibt sie die Begegnung von Radfahrern und Fußgängern. "Die Öffnung der Trasse beschert uns die üblichen Konflikte zwischen Radlern und Fußgängern". Die Politikerin beziffert die Kosten auf über eine Million Euro – für einen Tourismus-Radweg, der täglich 260 Radfahrer bringen solle.

Der Radweg wird die Vielfalt der Biotope beeinträchtigen.

Dr. Helmut Haas BI-Mitglied

Dr. Helmut Haas erläutert den Kundgebungsteilnehmern die Auswirkung auf Flora und Fauna. "Ein Radweg an dieser Stelle beeinträchtigt die Vielfalt der Biotope", sagte der Umweltschützer. Entlang der Schätteretrasse leben zahlreiche Tiere, so Haas, die auf der Roten Liste stehen. Zudem sei der Weg hier ideal, um mit der Natur in Kontakt zu kommen – die beste Voraussetzung für Naturschutz.

Einen Blick auf alternative Strecken für Radfahrer ermöglicht den Anwesenden Agnes Mayerle. Als mögliche Routen für den Albaufstieg nennt sie die "Weiße Steige" den "Heulenberg" sowie die Strecke über den Römerkeller. "Radfahren ist eine sinnvolle Mobilität, nur nicht auf dieser Route", sagt sie. Ziel müsse es sein, den Höhenunterschied über den ÖPNV zu bewältigen. "Da gilt es ein Netz aufzubauen." Dann brauche man nicht die Schätteretrasse öffnen.

Mayerle erhält große Zustimmung, wie ihre Vorredner auch. Immer wieder gibt es Beifall. Jedoch nicht von den Radfahrern. Die haben sich in lockeren Gruppe auf den Weg zur Kellersteige gemacht. Unter ihnen auch Carsten Schymik. Der zeigt sich überrascht von so vielen Gästen. "Die Argumente sind immer die gleichen und bekannt", sagt er als sein Fazit.

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