198 Unterschriften gegen den Unterkochener Kreisel

  • Weitere
    schließen
+
An dieser Kreuzung in Unterkochen, am Fuß der Ebnater Steige, soll ein Kreisverkehr entstehen. Dagegen regt sich Widerstand. Nun haben 198 Anwohnerinnen und Anwohner eine Stellungnahme an die Stadt geschickt.
  • schließen

Bürgerinnen und Bürger haben eine Stellungnahme an die Stadtverwaltung geschickt. Einer von ihnen ist der Hüttlinger Bürgermeister.

Aalen-Unterkochen

Er habe zunächst versucht, sich zurückzuhalten. „Als Anwohner bin ich aber direkt betroffen. Ich kann mich jetzt nicht mehr zurückhalten“, sagt Günter Ensle. Er ist der Hüttlinger Bürgermeister und wohnt in Unterkochen.

Gemeinsam mit 197 weiteren Bürgerinnen und Bürgern, die südlich der Ebnater Steige wohnen, hat er eine Stellungnahme an die Stadtverwaltung geschickt und unterzeichnet. Der Hintergrund: Im Moment läuft das Bebauungsplanverfahren, das die Voraussetzungen für den Kreisverkehr an der Kreuzung ehemaliger Schützen schaffen soll. Dabei hatten Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit, Stellungnahmen dazu abzugeben.

Ensle betont, dass es sich bei den 198 Unterzeichnern nicht um eine Bürgerinitiative (BI) handle, sondern einfach um Bürgerinnen und Bürger, die eine Stellungnahme im Bebauungsplanverfahren abgegeben haben. Das sind deren Argumente:

Einbiegen unmöglich: Die Bürgerinnen und Bürger sehen der Stellungnahme zufolge sehr wohl, dass die Kreuzung überlastet sei. Vor allem im Berufsverkehr käme es immer wieder zu langen Rückstaus. Die Anwohner hätten es dann schwer, auf die Ebnater Steige in Richtung Ortsmitte Unterkochen abzubiegen. Möglich sei das nur, „wenn ein PKW aus Richtung Ebnat uns gnädigerweise in die Schlange einfahren lässt“. Da der Kreisel den Fluss des Verkehrs beschleunigen werde, argumentieren die Unterzeichner, werde es unmöglich, links abzubiegen. Die Anwohnerinnen und Anwohner rechnen mit Rückstaus ins Wohngebiet hinein. Mit all den Folgen wie Lärm und Abgasen.

Mehr Verkehr: „Bedingt durch weitere Industriegebiete in Oberkochen aber auch in Ebnat sowie den vierspurigen Ausbau der B 29 zwischen Schwäbisch Gmünd und Aalen wird, so die Prognose, der Verkehr auf der Ebnater Straße enorm zunehmen“, schreiben die Anwohner. Der Bau eines Kreisels werde überörtlichen Verkehr anlocken.

Ortseingang: Die Freifläche, die wegen des Kreisels entstehen würde, werde „sicherlich nicht zur Attraktivität beitragen“.

Geteilter Ort: „Unterkochen wird das neue Mögglingen“, schreiben die Anwohner. Der Ort werde in zwei Teile geteilt und die Anwohner seien durch das erhöhte Verkehrsaufkommen durch Lärm und Abgase mehr als belastet.

Ebnater Steige: „Ein dreispuriger Ausbau der Ebnater Steige belastet Unterkochen in unverhältnismäßiger Weise und muss verhindert werden“, schreiben die Unterzeichner. Und weiter: „Deshalb sprechen auch wir uns, wie die Bürgerinitiative, dafür aus, die Ebnater Straße zwischen Viehtrieb und Ebnat zu renaturieren und eine Ortsumgehung (...) zu planen.“

Kritik an Verwaltung: „Unterkochen wurde, was die Verkehrsplanung betrifft, in den vergangenen Jahren im Gegensatz zum Beispiel zu Ebnat, äußerst stiefmütterlich von der Stadtverwaltung behandelt“, sagen die Anwohnerinnen und Anwohner in ihrer Stellungnahme.

Umgehungsstraße: Die Anwohner fordern, dass die Stadtverwaltung noch einmal „ernsthaft“ prüft, ob eine Ortsumgehung für Unterkochen nicht doch möglich sei. Die Nachbargemeinde Oberkochen sollte einer solchen Umgehung zustimmen, wenn es nach den 198 Unterkochenern geht. Denn neue Industriegebiete dort machen sie mitverantwortlich für eine Zunahme des Verkehrs in Unterkochen.

Neue Industriegebiete: Die Bürgerinnen und Bürger fordern, dass die Stadt im Bebauungsplanverfahren zum neuen Industriegebiet in Oberkochen eine negative Stellungnahme abgibt. „Weiter bitten wir die Stadtverwaltung, bei der Ausweisung von weiteren Industriegebieten in Ebnat auch die Belange der Unterkochener Bevölkerung mit in die Abwägung aufzunehmen.“ Jedes neue Industriegebiet bedeute mehr Verkehr, der durch Unterkochen fließt.

Ich kann mich jetzt nicht mehr zurückhalten.“

Günter Ensle, Anwohner

Das Bebauungsplanverfahren erklärt

Im Moment läuft das Bebauungsplanverfahren, das die Voraussetzungen für den Kreisverkehr schaffen soll. Nachdem der Aalener Gemeinderat den Auslegungsbeschluss gefasst hatte, konnten Bürgerinnen und Bürger Stellungnahmen dazu abgeben. Im nächsten Schritt wird die Stadtverwaltung die Stellungnahmen abwägen und dem Gemeinderat vorlegen. Dann entscheidet das Gremium, ob es den Satzungsbeschluss fassen möchte. Wenn ja, wird der Bebauungsplan rechtskräftig. Dann könnte der Kreisel gebaut werden. ks

Zurück zur Übersicht: Unterkochen

Mehr zum Thema

WEITERE ARTIKEL