200 Bürger demonstrieren mit Bändern gegen den Kreisel

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Mit Flatterbändern stellten die Bürger die 38 Meter Durchmesser des Kreisels dar.
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Der Protest in Unterkochen am Sonntag richtet sich gegen den Bau des geplanten Kreiselverkehrs am unteren Ende der Ebnater Steige.

Aalen-Unterkochen

Annähernd 200 Bürgerinnen und Bürger, darunter einige Ortschafts- und Gemeinderäte sowie OB-Kandidat Frederick Brütting, waren am Sonntag zu einer Aktion gegen den Bau des geplanten Kreisels am unteren Ende der Steige gefolgt. Aufgerufen hatte das „Bündnis gegen den Ausbau der Ebnater Steige“, eine der beiden Bürgerinitiativen, die sich gegen den Ausbau der Steige zum leistungsfähigen Autobahnzubringer und den Bau des Kreisels richten. Höhepunkt war die Demonstration der Dimensionen der 38 Meter Durchmesser des Kreisels mittels Flatterbändern.

Der Kreisel ist nach Ansicht der BI und vieler Bürger der Einstieg zum „Ausbau der Ebnater Steige durch die Hintertür“ und bedeute für den innerörtlichen Verkehr und die Menschen nur Nachteile.

Mit Flatterbändern stellten die Bürger die 38 Meter Durchmesser des Kreisels dar.

Julia Kümmel, Sprecherin der BI, bedauerte, dass das Ordnungsamt der Stadt nur eine kurzfristige Demonstration der Ausmaße des Kreisels möglich gemacht hatte, und „das kurzfristig und eher mit fragwürdigen Argumenten“. „Denn am Sonntag ist nun einmal nicht so viel Verkehr wie wochentags“, ergänzte sie. Und so konnte das eindrucksvolle Bild mit den Flatterbändern und vielen Bürgern nur knapp zehn Minuten bestehen. Das Demonstrationsrecht sei hier sehr zuungunsten der BI ausgelegt worden. Sie kritisierte auch den Ortschaftsrat, der „in einer absurden Abstimmung“ zwar den Planungsstopp für den Ausbau der Ebnater Steige gefordert hatte, aber kurz danach mit knapper Mehrheit für den Bau des Kreisels gestimmt hatte.

Dr. Wolfgang Fähnle von der BI schilderte die Chronologie der Planungen und die Versäumnisse und „falschen Versprechungen“ der Politik seit 1978 bis heute. Bereits zur Eröffnung der Autobahn sei die Zusage des Regierungspräsidiums, „keine Ausfahrt Oberkochen ohne einen Albaufstieg“ nicht eingehalten worden und stillschweigend die Ebnater Steige durch Unterkochen genommen worden.

Ähnliches sei später wieder passiert, auch im Hinblick auf mögliche Alternativen. Gegen die seien mal der Gemeinderat Oberkochen, mal die Waldbesitzer gewesen. Ebnat habe eine Umfahrung bekommen, obwohl dort rund ein Drittel weniger Verkehr fließe. Er plädierte für die Prüfung einer Alternative bei gleichzeitiger Stilllegung der bestehenden Steige. Was Unterkochen Ruhe und Frieden brächte. Der geplante Kreisel mache die Situation in Unterkochen für die Anwohner, ob Auto-, Radfahrer oder Fußgänger, noch schlimmer und gefährlicher, er brächte nur für den Durchgangsverkehr Vorteile, sagte er unter viel Beifall der Anwesenden. Im Gespräch mit dieser Zeitung hatte er noch erwähnt, dass die BI die mögliche Befangenheit mehrerer Ortschaftsräte bei den vergangenen Beschlüssen zum Thema prüfen lassen wolle.

Julia Kümmel stellte die Argumente der Stadt für den Baubeschluss zum Kreisel in Abrede. Er sei nach Meinung der BI keine rein innerörtliche Maßnahme, wie dort geschrieben, sondern der Einstieg zum Ausbau der Steige. Der Kreisverkehr erhöhe auch nicht die Sicherheit für die Einwohner, im Gegenteil wäre eine Ampel vor allem für Fußgänger sicherer. Er mache den Ortseingang nicht attraktiver, das ergebe sich nur für den Durchgangsverkehr.

„Die Stadt will den Kreisel, um dann die Steige auszubauen, gegen den Willen und zum Schaden der Bürger“, sagte Julia Kümmel. Denn dann fließe noch mehr Verkehr durch den Ort. Sie kritisierte die Stadtspitze noch dafür, dass die Verwaltungsspitze nicht zu den zugesagten Gesprächen bereit gewesen sei.

Alexander Asbrock, Ortschafts- und Gemeinderat der Grünen, versprach sich von einer Verkehrswende auch weniger Verkehr für Unterkochen. Fähnle sagte dazu, Unterkochen brauche mittelfristig Besserung, nicht erst langfristig. Er regte ein Bürgerbegehren an und weitere Unterschriftensammlungen. „Der Verkehr muss raus aus Unterkochen“, schloss er. Danach konnten Interessenten mit der BI diskutieren und sich an Stellwänden informieren.

Die Stadt will den Kreisel, um dann die Steige auszubauen.“

Julia Kümmel, Bürgerinitiative
Mit Flatterbändern stellten die Bürger die Ausmaße des Kreisels dar.
Julia Kümmel vom Bündnis gegen den Ausbau der Ebnater Steige schilderte den Standpunkt der BI und der Bürger.
Rund 200 Bürger waren zur Aktion gegen den Bau eines großen Kreisels in Unterkochen gekommen.

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