Aalener Autorin Sandra Gottwaldt schreibt ihr erstes Buch

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Die Aalener Autorin Sandra Gottwaldt veröffentlich ihr erstes Buch.

Ihren Debütroman veröffentlicht die Aalenerin, die eigentlich im Landratsamt arbeitet, im Oktober.

Aalen-Unterkochen. Wenn die Sätze nicht flutschen wollten, dann griff sie zum Staubsauger. Diese „sinnfreie“ Hausarbeit habe ihr geholfen, wieder in den Text reinzukommen, die Schreibblockade zu überwinden, sagt Sandra Gottwaldt. Der Trick hat wohl gut funktioniert, denn nun kann die junge Beamtin und Mutter ihren ersten Roman präsentieren.

Schwungvoll öffnet Sandra Gottwaldt die Tür zu ihrer Etagenwohnung in Unterkochen. Ehemann, Kinder und Hund verbringen den Sommertag draußen, so kann sie ungestört über ihr großes Projekt reden. Das tut sie völlig unkapriziös, man könnte meinen, von der Kreisoberinspektorin zur Schriftstellerin sei es nur ein Katzensprung gewesen. „So einfach war der Weg nicht“, räumt sie lachend ein, „von der Idee bis zum Buch waren es drei Jahre.“ Dabei ist Gottwaldt im Schreiben keine Anfängerin. Schon als Teenager ließ sie im Gitarrenunterricht mit eigenen Songs aufhorchen, später kamen Kurzgeschichten und Gedichte dazu, jetzt der Roman.

„Man kann viel über sich und andere lernen.“

Sandra Gottwaldt

„Du hast mich“ ist eine Liebesgeschichte, „die allen gewidmet ist, die schon einmal ein gebrochenes Herz hatten.“ Autobiographisches spiele da schon mit, gesteht die 29jährige, die in Oberkochen aufgewachsen ist. Allerdings schweigt sie beharrlich auf die Frage, welche Rolle sie sich auf den rund 280 Seiten zugeschrieben hat. Alle Protagonisten seien Personen aus ihrem Umfeld nachempfunden, aber das Outing überlässt sie dem Kopfkino ihre Leserinnen und Leser. Damit der Lokalkolorit nicht die Story um Liebe, Verzeihen und Fürsorge der Generationen untereinander überlagert, „habe ich den Handelnden fremdklingende Namen gegeben und die Geschichte nicht verortet“, erklärt die Autorin ihr Vorgehen.

Dabei wollte sich Gottwaldt nicht nur auf sich selbst verlassen. Passt die Reaktion zum beschriebenen Charakter, ist die Handlung schlüssig, könnte das Geschehen tatsächlich so ablaufen? Um das zu beurteilen, habe sie befreundete Psychologen in den Schreibprozess eingebunden. Ob die Story an sich Lust aufs Lesen macht, das beurteilte ein enger Freundeskreis fortlaufend, vom ersten Manuskript bis zu den druckreifen 27 Kapiteln. „Die Kritiken waren oft so heftig, dass ich hin und wieder viele Seiten löschen und alles neu überdenken musste“, erinnert sie sich an die weniger schönen Seiten des Autorenlebens. „Doch am Ende des Tages stand immer ein Punkt.“ Will heißen: erst wenn ein Gedanke ganz zu Ende gedacht und druckreif formuliert war, klappte sie den Laptop zu.

„Die Story geht auf jeden Fall weiter.“

Diesem Schreibrhythmus hat sie seit 2018 jede freie Minute untergeordnet, was mit so viel Herzblut entstanden ist, sollte ihr nun kein Verlag inhaltlich zerpflücken. Das Buch in Eigenregie herauszubringen, erschien ihr deshalb der bessere Weg, auch wenn sie dabei alle Kosten (Druck, Werbung, Vertrieb) allein stemmen muss. Damit sie nicht auf der gesamten Summe sitzen bleibt, sucht sie auf der Online-Plattform Startnext Unterstützer, hier ist der Ausgang noch offen, aber Gottwaldt verspricht: „Im Oktober gibt‘s mein Buch!“ Dass dieses so einschlägt wie die von ihr geliebte Harry-Potter-Reihe, nimmt die Powerfrau allerdings nicht an. Sollten aber auch ihre Fans gleich auf eine Fortsetzung warten, Sandra Gottwaldt kann liefern, denn „vom zweiten Band habe ich schon drei Kapitel geschrieben.“

Info: Sandra Gottwaldt arbeitet beim Landratsamt in Aalen und nebenberuflich bei einer Restauratorin. Ihren Roman „Du hast mich“ gibt’s ab 31. Oktober als Buch (9.90 Euro), Leseprobe, Vorab-Bestellung und Unterstützung unter www.sandragottwaldt.com

Susanne Brenner

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