Aus für Seilbahn von Unterkochen nach Ebnat?

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Städtische Ämter lehnen Seilbahnbau ab – und die Stadt will Radverkehr auf der Schätteretrasse testen.

Aalen-Unterkochen. In seiner Sitzung am kommenden Montag beschäftigt sich der Ortschaftsrat mit dem von der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen vorgeschlagenen Bau einer Seilbahn von Ebnat über Unterkochen nach Oberkochen. Sie soll nach Meinung der Fraktion Unterkochen zur Entlastung Unterkochens vom Berufsverkehr beitragen. Weitere Vorteile sehen die Grünen im geringen Platzbedarf, in einer Erhaltung des Baumbestands, einer schnellen Planungs- und Bauzeit, als touristische Attraktion und einem guten Kosten-Nutzen-Verhältnis. Im März hatte die Fraktion in einer Ortschaftsratssitzung eine Machbarkeitsstudie zu Bau und den Kosten einer solchen Bahn beantragt. Am Montag stellen das Stadtplanungsamt, das Tiefbauamt und das städtische Amt für Umwelt ihre Stellungnahmen dazu vor.

Alle drei Ämter sehen den Bau einer solchen Bahn kritisch. Hohe Investitionskosten sowie die Schaffung der notwendigen Infrastruktur machten das Projekt unwirtschaftlich. Es müssten ausreichend Parkplätze in Ebnat, Unterkochen und Oberkochen gebaut werden – in Ebnat geht man etwa von 2500 Parkplätzen aus – dazu kämen Stationen zum Ein- und Ausstieg in allen drei Orten. Das Grünflächenamt sagt, dass aufgrund der Vorschriften die Stützen der Bahn in größerem Abstand zur Straße gebaut werden müssten, was wiederum zusammen mit den Wegen zu diesen Stützen für Wartungsarbeiten, große Baumrodungen erfordere. Zudem wäre die Bahn nur zu Stoßzeiten – wenn überhaupt – ausgelastet, was die Unterhaltskosten in die Höhe treiben würde. Dadurch könnte ein erträglicher Fahrpreis für die Nutzer nur mit Zuschüssen gehalten werden, was sie an Beispielen von Bahnen in anderen Städten belegen. Für Planung und Bauzeit gehen die Ämter von mindestens fünf Jahren aus. Die Stadtverwaltung lehnt die Machbarkeitsstudie vor allem wegen der Kosten ab, zuständig sei aber eher der Landkreis. Aus Sicht der Stadt sollten Bus- und Werksverkehr und die Brenzbahn ausgebaut werden.

Pilotprojekt Schättere

Die Stadt möchte nach den Sommerferien in einem Pilotprojekt für sechs Wochen versuchsweise Fahrradverkehr auf der Schättere unter verschiedenen Voraussetzungen zulassen. Auch darüber wird im Ortschaftsrat diskutiert.

Jürgen Eschenhorn

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