BI Unterkochen kämpft weiter

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Die Bürgerinitiative Unterkochen (BI) fordert einen ortsfernen Albaufstieg zur Autobahn. Gegen eine Sitzung zu diesem Thema unter Ausschluss der Öffentlichkeit haben BI-Mitglieder am Donnerstag vor der Festhalle Unterkochen protestiert.
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Die Bürgerinitiative kritisiert, dass Kiesewetter, OB Rentschler und Ortschaftsrat nichtöffentlich über Verkehrskonzept beraten.

Aalen-Unterkochen

Die "Bürgerinitiative für eine Ortsumfahrung Unterkochen" (BI) ist empört. "Der Ortschaftsrat hatte uns vor einigen Wochen ein Bürgerforum zur Diskussion über unser Anliegen versprochen", erklärt Karl Maier. "Stattdessen hat der Ortschaftsrat nun in mindestens zwei nichtöffentlichen Sitzungen getagt – mit OB Thilo Rentschler und Bundestagsabgeordnetem Roderich Kiesewetter – gewiss nicht in unserem Sinne."

Vor der nichtöffentlichen Sitzung am Donnerstag hatten sich der 82-jährige Maier und seine jüngeren Mitstreiter an der Festhalle Unterkochen aufgestellt. Mit Transparenten protestierten sie gegen das Treffen. "Ist das euer Bürgerforum?" war beispielsweise auf dem Plakat von BI-Sprecher Rochus Honold lesen. "Wir sind nicht mehr in der Postkutschenzeit. Solch eine Geheimratssitzung akzeptieren wir nicht", unterstrich Karl Maier. Er habe den Eindruck, OB Rentschler setze sich nur noch für die Nordumfahrung Ebnat ein. "Die Unterschriftenaktion unserer BI mit inzwischen mehr als 1100 Unterstützern gegen den Ausbau der Ebnater Steige scheint ihn nicht zu interessieren."

Die 1100 Unterzeichner lehnten die aktuell geplante Trassenführung mit einem dreispurigen Ausbau der bestehenden L 1084 von der Heidenheimer Straße in Unterkochen bis zum Anschluss an die geplante Nordumfahrung Ebnat ab. "Ob mit oder ob ohne Deckel", bekräftigt Maier im Gespräch mit der Redaktion. "Unsere BI wird immer um einen ortsfernen Albaufstieg kämpfen." Bei einer Mobilitätskonferenz 2019 habe Verkehrsminister Winfried Hermann selber gesagt, dass eine Ortsdurchfahrt mit mehr als 10 000 Fahrzeugen pro Tag eine Umfahrung rechtfertige. "Wir haben 14 000 allein auf der Ebnater Steige."

BI stellt fünf Alternativen vor

Rochus Honold informiert: "Das Regierungspräsidium Stuttgart hat uns dazu ermuntert, eigene alternative Vorschläge für die Trassenplanung B19 - A7 einzubringen." Ein entsprechendes Dokument habe die BI zusammengestellt, jeweils Vor- und Nachteile benannt. Und das Arbeitsergebnis habe sie dann auch allen anderen Planungsbeteiligten zur Verfügung gestellt: MdB Roderich Kiesewetter, OB Thilo Rentschler, Baubürgermeister Wolfgang Steidle und allen Fraktionen des Unterkochener Ortschaftsrats. Das sind die möglichen Alternativen aus BI-Sicht:

Variante 6 f: von der B19 zwischen Oberkochen und Unterkochen am Römerkeller Richtung Nordumfahrung Ebnat. Der untere Teil der L 1084 könnte stillgelegt werden, um die Variante umweltneutral zu machen.

Kurze Tunnelvariante: Die Trasse zweigt am Wanderparkplatz unterhalb der starken Steigungsstrecke vor der S-Kurve ab und führt über einen etwa 900 Meter langen Tunnel an den Waldrand südlich von Unterkochen. Die Steigung im Tunnel beträgt nur etwa vier Prozent.

Wir kämpfen für einen ortsfernen Ausbau der Ebnater Steige.

Karl Maier Sprecher der Bürgerinitiative

Tunnel mit Ausgleich der starken Steigung: Die Trasse zweigt oberhalb der starken Steigung ab und führt über einen etwa 1000 Meter langen Tunnel unter dem FFH-Gebiet (Landschaftsschutz: Fauna-Flora-Habitat) an den Waldrand südlich von Unterkochen. Anschluss an die B19 zwischen Südrand Unterkochen und Nordrand Oberkochen.

Die kürzeste Verbindung: 6 Kilometer, vom Römerkeller zur Behelfsausfahrt der A7 bei Nietheim; 3 Kilometer davon durch den Wald, der Rest auf freier Fläche. Das FFH-Gebiet muss in der Breite von 100 Meter überbrückt werden. Nur bei dieser Variante mache die Nordumfahrung Ebnat keinen Sinn mehr.

Pulverturmtrasse: vom Industriegebiet Zeiss SMT in Oberkochen entlang der Windgenerator-Zufahrten und durch die Freifläche um Ochsenberg bis zur A7-Behelfsausfahrt bei Nietheim.

Anfrage bei OB Rentschler

Karl Maier kommentiert: "Diese Idee des zusätzlichen Zubringers über die Pulverturmtrasse hat OB Thilo Rentschler Anfang des Jahres ins Spiel gebracht. Ich glaube aber nicht an die Ernsthaftigkeit des Vorschlags. Denn diese Trasse würde durch ein riesiges FFH-Gebiet führen."

Was der OB zu all dem sagt? Am Montag hatte er leider keine Zeit für ein Gespräch darüber mit der Redaktion.

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