Breitband: Asymmetrie kritisiert

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In Unterkochen sollen mehr Häuser ans Breitbandnetz angeschlossen werden. Symbolfoto: freepic
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Dass manche Häuser gefördert angeschlossen werden, andere nicht, ist Thema im Unterkochener Rat.

Aalen-Unterkochen. Der Breitbandausbau wird in dieser Sitzungsrunde in allen Ortschaftsräten diskutiert. So auch in Unterkochen. Tiefbauamtsleiter Stefan Pommerenke stellte dem Gremium die Pläne vor. 16,8 Millionen Euro will die Stadt nach derzeitigem Stand investieren. 50 Prozent der Kosten werden dabei vom Bund gedeckt. 40 Prozent vom Land.

Insgesamt 495 Gebäude sollen bis 2024 angeschlossen werden. 332 davon in sogenannten weißen Flecken, wo bisher nur Geschwindigkeiten bis 30 Mbit/s erreicht werden können und 163 Gebäude in sogenannten grauen Flecken, die lediglich mit einem DSL-Anschluss versorgt sind und sich in der Nähe der weißen Flecken befinden. In Unterkochen betrifft das den Birkhof, die Färberstraße oder die Umgebung des Häselbachstadions. Zur Glashütte sagte Pommerenke: „Die sind versorgt.“ Das sei bereits in einem früheren Ausbauschritt geschehen.

Brigitte Willier (SPD) fragte, warum der Bereich am Häselbachstadion nicht damals schon erschlossen worden sei, das liege doch auf dem Weg nach Glashütte. Pommerenke versprach, die Antwort nachzuliefern.

Harry Kühn (CDU) fragte nach einer Berechnung der Wirtschaftlichkeit. Pommerenke antwortete, dass es die nur indirekt gebe. Denn wenn ein Bereich noch immer unterversorgt sei, dann deswegen, weil es sich für private Unternehmen nicht lohne, sie zu erschließen. Deswegen sprängen Kommunen und kommunal Verbände ein und deswegen gebe es Fördergelder.

Pro Hausanschluss 35 000 Euro

Alexander Asbrock (Grüne) berichtete, dass er für den Glasfaseranschluss seines Betriebs einst 20 000 Euro bezahlt hätte. Weiter rechnete er vor, dass vor Abzug der Fördergelder die Stadt pro Hausanschluss noch 35 000 Euro zu tragen hätte. „Da kommen wir mit 9,50 Euro pro Jahr nicht weit“, sagte er. Zum Hintergrund: Das ist der Betrag, den die Nutzer im Jahr entrichten müssen, solange der Anschluss aktiv ist. Er sprach von einer „Asymmetrie“, wenn Glasfaserkabel gefördert bis zum Birkhof verlegt werden, während es für den Ortskern keine Förderung gebe.

Pommerenke antwortete: „Das was wir tun können, tun wir.“ Man sei auf Förder- und Gesetzgeber angewiesen, wolle aber bei der Versorgung der weißen Flecken nicht stehenbleiben und stattdessen den Breitbandausbau weiter auf den aktuellen Stand bringen. Der Ortschaftsrat empfahl am Ende einstimmig, den Baubeschluss zu fassen. Die Entscheidung trifft der Gemeinderat. 

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