Das sind die neuen Pläne für die Zehntscheuergasse

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So sollen die Mehrfamilienhäuser in der Zehntscheuergasse in Unterkochen nach den Plänen des Bürs "Isin + Co" aussehen. Die Fertigstellung ist für Anfang oder Mitte 2025 geplant.
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Kommendes Jahr startet der Bau der Mehrfamilienhäuser in Unterkochen. Das Vorhaben wurde noch einmal überarbeitet.

Aalen-Unterkochen

Die Entscheidung ist gefallen. Nach rund zehn Jahren Planung und Diskussion realisiert die Aalener Wohnungsbau nun Mehrfamilienhäuser in der Zehntscheuergasse in Unterkochen. Allerdings haben sich die Pläne inzwischen geändert. Die Wohnungsbau baut drei Häuser statt vier und verzichtet auf die Tiefgarage.

Im Moment laufen laut Geschäftsführer Michael Schäfer die Vorbereitungen für den Abriss der bestehenden Gebäude auf dem Gelände. Der Abriss selbst ist für das erste Quartal 2023 geplant. Baubeginn und Spatenstich soll im Sommer 2023 sein. Wenn alles nach Plan läuft, steht der Rohbau Mitte 2024. Die Wohnungsbau visiert die Fertigstellung für Anfang oder Mitte 2025 an.

Schäfer zufolge stand eine erste Planung bereits im August 2013. Damals dachte die Wohnungsbau noch daran, fünf Häuser auf dem Gelände zu bauen. Später wurden die Pläne mehrmals geändert. 2014 waren drei Häuser im Gespräch, 2015 und 2016 sogar nur noch zwei Häuser. „2017 und 2018 war die Zehntscheuergasse noch einmal großes Thema“, sagt Schäfer. Abermals wurden die Pläne überarbeitet. Seitdem waren vier Häuser mit Tiefgarage auf dem Gelände vorgesehen. Hohe Wellen schlug das Vorhaben ab 2020, als der zugehörige Bebauungsplan in den Gremien diskutiert worden ist.

Nachdem der Ortschaftsrat Unterkochen Ende 2019 das Projekt bereits mehrheitlich befürwortete, wurde es im Gemeinderat wieder infrage gestellt. Den Anwohnern sei die Höhe der Gebäude nicht zuzumuten, hieß es, und dass in die Umgebung keine Flachdächer passten. Kurz darauf gab es einen Vor-Ort-Termin mit dem Ortschaftsrat und dem technischen Ausschuss des Gemeinderats. Anwohner hatten ein Gerüst aufgestellt, um die Gebäudehöhen zu visualisieren.

2022 wurde Michael Schäfer Geschäftsführer der Wohnungsbau, nachdem sein Vorgänger Robert Ihl in den Ruhestand gegangen war. Der Bebauungsplan sei bis dahin genehmigt gewesen, aber „die Immobilienwirtschaft hat sich komplett gedreht“, sagt Schäfer. Baukosten sind enorm gestiegen. „Uns war klar: So können wir nicht bauen und nicht verkaufen.“ Also hat die Wohnungsbau das Projekt noch einmal überdacht.

Die neuen Pläne vom Büro „Isin + Co“ sehen nur noch drei Häuser mit insgesamt 25 Wohnungen vor. Eine Tiefgarage ist nicht mehr geplant. 25 Stellplätze entstehen dafür oberirdisch an etwa der Stelle, wo in früheren Plänen ein Haus vorgesehen worden wäre. Schäfer geht von Gesamtkosten von rund 10,5 Millionen Euro aus. Bei der früheren Variante mit vier Häusern und Tiefgarage, schätzt der Geschäftsführer, wären die Kosten wohl bei „weit über 14 Millionen Euro“ gelegen. Schäfer zufolge haben die Planänderungen nur mit der finanziellen Einsparung zu tun, nichts mit den Beschwerden der Anwohner. Seiner Erfahrung kommt es bei Projekten in der Innenentwicklung beinahe immer zu Konflikten.

Weitere wesentliche Änderung an den Plänen gibt es nicht. Die Höhe der Gebäude bleibt Schäfer zufolge gleich. Alle drei Häuser haben drei Geschosse und ein kleineres, ein sogenanntes Staffelgeschoss. Das Haus vorne an der Zehntscheuergasse erhält ein Satteldach. Die Firsthöhe beträgt circa 13,75 Meter, die Traufhöhe circa 10,20 Meter. Die beiden hinteren Häuser bekommen ein Flachdach. Deren Höhe soll circa zwölf Meter betragen.

Schäfer gefällt die Gestaltung vom Büro „Isin + Co“ sehr gut. Vorne das Haus mit Satteldach, hinten die Häuser mit Flachdächern, die aber einen rechteckigen Grundriss haben und nicht etwa einen quadratischen: „Das funktioniert im Zusammenspiel mit den anderen Gebäuden darum herum richtig gut.“

Auf jeden Fall werden entsprechend der neuen Quote, die der Gemeinderat beschlossen hat, 35 Prozent der Wohnungen geförderte Wohnungen sein. Das heißt, wer einen Berechtigungsschein hat, kann dort vergünstigt mieten. Die anderen Wohnungen werden auf dem normalen Markt vermietet oder verkauft. Für die genaue Aufteilung hat sich die Wohnungsbau noch nicht entschieden. Schäfer hält es auch für denkbar, gar keine Wohnungen in der Zehntscheuergasse zu verkaufen, sondern nur für den eigenen Bestand zu bauen.

Wenn sich die Wohnungsbau entschließt, Wohnungen aus diesem Projekt zu verkaufen, startet die Vermarktung erst, wenn der Rohbau fertiggestellt ist, also etwa Mitte 2024. Erst dann habe man genug Kostensicherheit. Michael Schäfer geht aber davon aus, dass der Quadratmeterpreis „knapp unter 6000 Euro“ betragen wird.

Der Blick aufs Gelände. Im Moment laufen vorbereitende Arbeiten für den Abriss.
Rot eingezeichnet die Gebäude, blau die Stellplätze.
Der Lageplan.
So sieht das Gelände im Moment noch aus. Der Abriss beginnt kommendes Jahr.

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