Der BI fehlt politisches Bekenntnis

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Luftaufnahme der Ebnater Steige.

Unterkochener Bürgerinitiative kritisiert die Äußerungen von Politiker in Ebnat.

Aalen-Unterkochen. Nachdem die Bürgerinitiative vergangene Woche sich bei ihrer letzten Sitzung in diesem Jahr mit alternativen Aufstiegsmöglichkeiten von der Tallage B 19 zur A 7 sowie mit der Freigabe der Nordumfahrung Ebnat befasst hat, nimmt Dr. Wolfgang Fähnle jetzt im Namen der BI konkret zum Pressebericht der SchwäPo über die Freigabe der Nordumgehung Ebnat Stellung.

Zunächst geht Fähnle in seinem Schreiben auf die Aussage von Regierungspräsident Wolfgang Reimer ein, der bei der Eröffnung der Umfahrung davon spricht, dass man sich für Unterkochen keine Illusionen machen dürfe. Die Argumente aus Unterkochen werde man sich im Regierungspräsidium anhören, so Reimer Mitte Dezember.

Die Begründungen für eine notwendige Ortsumfahrung Unterkochen könnte Reimer, so Fähnle in der Presseerklärung, auch den Vorlagen für die Nordumgehung entnehmen. „Dass Unterkochen darüber hinaus durch den Quellverkehr aus Ebnat und die Berglage noch deutlich stärker belastet ist, bedarf wohl keiner Erklärung“, schreibt Fähnle weiter.

In Richtung OB Frederick Brütting, betont das Schreiben der BI, dass dieser sich „in seinem Bemühen um eine Lösung für Unterkochen hoffentlich nicht beirren lässt“. Eine Ortsumfahrung Unterkochen sei geprüft worden und sei, wie im Bundesverkehrswegeplan vorgesehen, in jedem Fall möglich.

Ein weiterer Punkt für Kritik bei der Eröffnung war aus Sicht der Unterkochener BI die Hochstufung der L 1084 zur B 29a zum 1. Januar 2022. Fähnle schreibt von „einer Wirkung wie einem Schlag in die Magengrube“ und weiter: „Diese kommt zumindest zum falschen Zeitpunkt.“ Die Hochstufung der Ortsumfahrung zur B 29a könne erst nach Fertigstellung erfolgen.

Auch auf die Aussage von Landrat Dr. Joachim Bläse geht Fähnle in seinem Schreiben ein: Bläses „wir können Ortsumfahrungen“ beziehe der Landrat hoffentlich auch auf Unterkochen.

Dass die Ebnater in Unterkochen mitbestimmen wollten, zeigten immer wieder die Worte ihres Ortsvorstehers Manfred Traub. Die geforderte Nutzung der Wege in Unterkochen, etwa Traubs Äußerung über die Öffnung der Schätteretrasse, zeige eine grenzenlose Selbstüberschätzung, heißt es weiter. Dass die Unterkochener Quellen durch die Versiegelung von immer mehr Land in Ebnat langsam versiegen, sei, so die BI, schon eher ein Thema für die Gesamtstadt. Die Betriebe entlang des Kochers zeigten sich wegen dieser Tatsache, so die BI, zunehmend beunruhigt.

Bei der offiziellen Straßenfreigabe sei vom Ende von Abgasen und Lärm, von Freude über eine verbesserte Lebensqualität in Ebnat die Rede gewesen. „Auch die Unterkochener freuen sich über die Umfahrung“, heißt es im Brief der BI.

Wolfgang Fähnle schreibt, er habe Unterkochener Bürger befragt. Alle Befragten, darunter Ortsvorsteher Stütz, die Grünen und CDU-Mitglieder aus dem Ortschaftsrat, Sprecher der Bürgerinitiativen und viele Bürger hätten sich über die Aussagen der Ehrengäste in Ebnat enttäuscht geäußert.

Unterkochen sei deutlich stärker durch den Verkehr belastet als bisher Ebnat. Hoffnung, dass diese Belastung baldmöglichst auch der Vergangenheit angehöre, schöpften die Unterkochener aus der Absicht von OB Brütting, zusammen mit den Bürgern eine Trasse für den Albaufstieg zu finden. „Eigentlich hätte ich erwartet, dass OB Brütting im Hinblick auf seine Suche nach Lösungen für Albaufstieg und Umfahrung für Unterkochen ermutigt wird“, so die BI in ihrem Resümee.

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