Diskussion um Seilbahn und Schättere

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Komplett gesperrt war am Dienstag die Schätteretrasse ab dem Wanderparkplatz. Auf der Strecke bis zum Viadukt waren Baumfällarbeiten angesagt.

Das sagen die Unterkochener Ortschaftsräte zur Idee der Grünen-Fraktion, zum Konzept für einen sichereren Radweg durch den Ort und zur Öffnung der Schättere-Trasse für Radler.

Aalen-Unterkochen

Das Thema Verkehr hat den Ortschaftsrat in seiner jüngsten Sitzung ausgiebig beschäftigt. Dabei ging es vor allem um die von der Gemeinderatsfraktion Bündnis 90/Die Grünen vorgeschlagene Seilbahn von Ebnat nach Oberkochen und die Öffnung der Schättere-Trasse für Radfahrer.

Alexander Asbrock, Grünen-Fraktionsvorsitzender, erläuterte anhand einer Präsentation die Verkehrssituation in Unterkochen und deren voraussichtliche Entwicklung. Zur Entlastung könne seiner Meinung nach eine Seilbahn von Ebnat über Unterkochen nach Oberkochen oder direkt nach Oberkochen umweltfreundlich beitragen.

Tiefbauamt, Grünflächenamt und Stadtplanungsamt hatten sich in Stellungnahmen kritisch zur Seilbahn geäußert. Asbrock versuchte, Punkte dieser Kritik zu widerlegen, beispielsweise sei weniger Rodung als dort beschrieben nötig, die Bahn könne über die Bäume und das FFH-Gebiet hinweg schweben. Er plädierte dafür, eine Machbarkeitsstudie in Auftrag zu geben.

OB Thilo Rentschler und den Abgeordneten Mack und Kiesewetter hielt er vor, mit dem Bau der Nordumfahrung Ebnat "Unterkochen zu vergessen". Damit sei der Ausbau der Ebnater Steige und das Nadelöhr in Unterkochen quasi zementiert. Die anderen Fraktionen sahen den letzten Punkt genauso, für Unterkochen sei jetzt ein Nachteil entstanden. In der Seilbahn sehen sie allerdings alle keine Alternative. Sie sei unrentabel, hätte zu wenig Nutzen und sei derzeit zu teuer. Man müsse den ÖPNV in allen Bereichen stärken in einem Gesamtverkehrskonzept und versuchen, eine zweite Trasse zur A7 zu schaffen, beispielsweise über die Pulverturmtrasse. Die Beauftragung einer Machbarkeitsstudie zur Seilbahn wurde mit 4 zu 10 Stimmen abgelehnt.

Immer mehr Radfahrer fahren immer rücksichtsloser.

Ulrich Starz Ortschaftsrat Unterkochen, CDU

Radweg durch den Ort: Ulrich Starz (CDU), Florian Stütz (Freie Wähler) und Ortsvorsteherin Heidi Matzik (SPD) haben ein Konzept für einen sicheren Radweg durch den Ort zur Schule und weiter aufs Härtsfeld vorgelegt. Er soll über die neue Feuerwache in die Kocherstraße und dann über den sogenannten "Schwarzen Weg" unterhalb der Terrassenhäuser in die Eisenschmiede zum Läuterhäusle und auf die Waldhäuser Steige führen. Der "Schwarze Weg" könne als kombinierter Fuß-Radweg auf eine Breite von 2,50 Meter ausgebaut werden.

Auf der Waldhäuser Steige sollten – möglichst sofort – Geschwindigkeitsbegrenzungen auf 50, partiell 30 km/h eingerichtet werden, und Markierungen, die auf Radfahrer aufmerksam machen. Bürgermeister Karl-Heinz Ehrmann gab zu bedenken, dass Teile des Weges noch in Privatbesitz seien, zudem seien Befestigungen am Hang nötig. Das Gremium beantragte beim Gemeinderat, eine Prüfung dieses Vorhabens in Auftrag zu geben.

Schättere-Trasse: Die Stadtverwaltung möchte die Schättere-Trasse in einem Pilotversuch nach den Sommerferien für sechs Wochen auch für Radfahrer öffnen. Es soll dann nur Schrittgeschwindigkeit erlaubt sein und das Ergebnis ausgewertet werden.

Alle Fraktionen lehnten das ab, weil der Weg zu schmal und die Freigabe zu gefährlich sei, vor allem für Spaziergänger. "Immer mehr Radfahrer fahren immer rücksichtsloser", sagte Ulrich Starz. Florian Stütz sagte, die Öffnung sei nur möglich, wenn der Weg deutlich verbreitert würde.

Jürgen Eschenhorn

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