Für Firma und gegen Moschee: Entscheidung ist gefallen

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Auf der stark mit Grün bewachsenen viereckigen freien Fläche zwischen den Häusern am unteren Bildrand möchte die Ahmaddiya-Gemeinde ihre Moschee bauen.
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Der Bauausschuss des Gemeinderats hat am Donnerstag nichtöffentlich abgestimmt, an wen das Grundstück in Unterkochen verkauft wird.

Aalen-Unterkochen

Zwei Bewerber hat es für das Grundstück in Gewerbegebiet „Pfromäcker“ in Unterkochen gegeben. Zum einen den direkten Nachbarn, die Firma Miro-Conzept, die sich dort erweitern will. Zum anderen die Ahmadiyya-Gemeinde, die dort eine Moschee bauen wollte. In nichtöffentlicher Sitzung am Donnerstagabend hat der Bauausschuss des Gemeinderats nun einstimmig entschieden, an wen das Grundstück verkauft wird. Wie die SchwäPo erfahren hat, geht die Fläche an die Immobilienverwaltungsgesellschaft, die für die Firma Miro-Conzept dort die Erweiterung plant.

Zuvor diskutierte der Ausschuss öffentlich über das Thema. Susanne Ritz, die Leiterin des Bauordnungsamts, erläuterte, dass beide Vorhaben grundsätzlich genehmigungsfähig seien. Unterkochens Ortsvorsteher Florian Stütz fasste das Meinungsbild aus dem Ortschaftsrat zusammen. Zunächst sei man „skeptisch gegenüber der Moschee“ gewesen. Doch dann habe die Ahmaddiya-Gemeinde die Pläne für die Moschee geändert, die Fläche reduziert und zusätzliche Stellplätze geplant. Trotzdem denke der Ortschaftsrat, dass das Gewerbegebiet Pfromäcker nicht der geeignete Ort für die Moschee sei. „Absolut ausschlaggebend“ sei gewesen, dass die Firma in direkter Nachbarschaft sich erweitern wolle. Das könne man ihr aus Unterkochener Sicht nicht verwehren. Der Ortschaftsrat habe sich daher einstimmig dafür ausgesprochen, das Grundstück für die Firmenerweiterung zur Verfügung zu stellen. Man wünsche sich aber, dass die Stadtverwaltung aktiv dabei hilft, ein geeignetes Domizil für die Ahmaddiya-Gemeinde zu finden.

Oberbürgermeister Frederick Brütting sagte, dass sei auch die einstimmige Haltung des Integrationsausschusses gewesen. Der OB merkte an, dass die Diskussion im Vorfeld „kommunikativ unglücklich“ verlaufen sei. „Man hätte früher sagen sollen, dass das Grundstück für die Moschee nicht geeignet ist“, sagte Brütting. Er lobte das Engagement der Gemeinde, ihre sozialen Projekte und ihren Beitrag zum interreligiösen Dialog.

Die Firma aber könne sich nur an der Stelle erweitern, während eine Moschee auch an einem anderen Ort entstehen könne. Der OB sagte die Unterstützung der Stadtverwaltung zu, an anderer Stelle für die Gemeinde eine Immobilie zu finden. Er betonte dabei den Ausdruck Immobilie, den auch der Integrationsausschuss gewählt habe. Das schließe auch ein bereits bestehende Gebäude mit ein. Die Grünen, die CDU, die SPD, die Freien Wähler, die AfD, die FDP/FW, die Zählgemeinschaft Birkhold/Traub, die Linke und Norbert Rehm, also alle Fraktionen und Gruppen im Gemeinderat, meldeten sich zu Wort. Alle signalisierten ihre Unterstützung für den Vorschlag der Verwaltung und des Integrationsausschusses, das Grundstück für die Firmenerweiterung zur Verfügung zu stellen und der Ahmaddiya-Gemeinde zu helfen, an anderer Stelle eine Immobile zu finden.

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