Griechische Küche und Optimismus im „Yamas Adler“

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Lina Gianniki und Giannis Katsikopoulos heißen ihre Gäste im „Yamas Adler“ in Aalen Unterkochen willkommen. Foto: dot
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Was das Restaurant in Unterkochen mit der Geschichte des „Poseidon“ verbindet und warum Chefin Lina Gianniki ziemlich gut Latein kann.

Aalen-Unterkochen

Was anfängt, muss auch wieder aufhören“, sagt Lina Gianniki, wenn sie sich an das „Poseidon“ in der Aalener Bahnhofstraße erinnert. Dort verbrachte sie ihre Kindheit, ihre Eltern führten das Lokal dort mehr als drei Jahrzehnte bis Oktober 2021.

Für sie aber ist Aufhören im Moment überhaupt kein Thema. „Es läuft sehr gut“, sagt sie und blickt sich um. Es ist kurz nach 11.30 Uhr und die ersten Gäste betreten durch das große Tor den Biergarten des Restaurants „Yamas Adler“ in Unterkochen. Meist Stammkunden, die auch den Mittagstisch des griechischen Restaurants schätzen. Der ein oder andere wird mit Namen begrüßt. Man kennt sich im „Yamas“ - was übersetzt so viel heißt wie „auf unser Wohl“.

Seit Ende November 2018 führen Lina Gianniki und ihr Mann Giannis Katsikoupolos das „Yamas“. Dabei schlug sie zunächst einen ganz anderen Weg ein. Sie studierte Altgriechisch und Latein in Athen, wo sie anschließend als Gymnasiallehrerin arbeitete. Doch die Krise trieb sie und ihren Mann Giannis, der aus Rafina bei Athen stammt, nach Deutschland. Als Gymnasiallehrerin hier zu arbeiten, dafür reichten ihre Deutsch-Kenntnisse nicht aus, erzählt die Chefin des „Yamas“. Also besann sie sich auf ihre gastronomischen Wurzeln. „Wir kommen von überall her, aber wir sind alles Griechen“, sagt sie und lacht laut, als sie über ihr Team spricht. Ein lautes, kraftvolles Lachen. Optimismus pur.

Schwere Anfangszeit

Optimismus, das musste die heute 46-Jährige auch haben. „Die ersten Jahre waren sehr schwer und dann kam auch noch Corona“, erzählt sie. Sie führte das Restaurant zunächst alleine. Einkaufen, selbst kochen, weil sie zunächst keinen Koch hatte, bedienen - alles war ihr Job. Dazu die zwei Jungs Alexandros und Konstantin, heute 9 und 14, die in die Schule gebracht und versorgt werden mussten. „Es ging von morgens sechs Uhr bis Mitternacht“, sagt sie. Ihr Mann Giannis, gelernter Metallbauer, arbeite zu dieser Zeit bereits fast zehn Jahre lang bei Sperrle. Abends stand er ihr zur Seite, er hat auch Koch gelernt, wie Lina Gianniki erzählt. Beide Berufe liebe er, aber trotzdem: sie habe sie Alarm schlagen müssen. Seitdem führt Giannis Katsikoupolos das Team mit Ober Stelios Simos im Restaurant mit. „Das konnten wir dann kombinieren“, sagt Lina Gianniki und lacht wieder.

Gute alte Zeiten im „Poseidon“

Erinnert sie sich an ihre Kindheit, wird sie aber fast ein wenig wehmütig. „Da sind die Menschen bis in die Nacht zusammengesessen, haben gegessen und getrunken,“, erinnert sie sich. Heute regiere Hektik, auch beim Essen. „Die meisten wollen schnell essen und schnell wieder gehen“, sagt die Gastronomin. „Bei uns kann man aber sitzen, solange man will“, betont sie. Einige wenige Gäste würden das auch machen, den Abend wie einen kleinen Urlaub sehen. Anders beim Mittagstisch, zu dem die Gäste im Sommer aus den umliegenden Firmen wie Palm und Ahlstrom-Munskjö, Rud oder auch aus Oberkochen kommen. Da muss es schnell gehen.

Aber auch ohne diesen hätte das Team genug zu tun. Zum „Yamas Adler“ gehören nicht nur Biergarten und Gastraum, sondern auch noch der Stadl, der Johanneskeller und zwei weitere Säle. Hochzeiten, Geburtstage, Jubiläen - die Kapazitäten sind da. Organisation sei da alles, so Giannis Katsikopoulos. „Es ist wie Computerarbeit. Erst wird alles programmiert, dann muss es laufen“, sagt der Chef, der sein Team dabei nicht nur als rechte und linke Hand, sondern gerne mal auch gleich als seine linke und rechte Körperseite lobt.

Tradition und Moderne

Trotzdem finden er und Chefkoch Rompert Salief Ioannou, der viele Jahre in den Niederlanden arbeite und auf der Insel Euböa geboren ist, zwischendurch immer noch Zeit, die traditionelle griechische Küche weiterzuentwickeln. Auf individuellen Wunsch hin für Feiern auch mal was zu kreieren, was es nicht auf der Karte gibt. Gegrillte Aubergine mit karamellisierten Zwiebeln etwa, dazu Schafskäse, Muskat und Kräuter.

Siebzig bis achtzig Prozent der Gerichte sind mit Fleisch oder Fisch und kommen frisch vom Grill. Besonders beliebt sind im „Yamas“ die Fleischplatten, aber auch Fisch wie Zander und Dorade. Dazu gehöre aber immer auch viel Gemüse, so Lina Gianniki. Püree aus Linsen, Spinat und roter Beete. Zwischendrin gibt es Neues auf der Karte, was dann auch wieder verschwindet. Überraschungen inklusive. Gemäß dem Motto: „Was anfängt, muss auch wieder aufhören“ - könnte man sagen.

„Yamas Adler“ in Aalen-Unterkochen

Beliebt: Die Adler-Platte für zwei Personen mit Gyros, Bifteki, Souvlaki, Lammkotelett, Kalamaris für 37,50 Euro.

Das Schmankerl: Galaktoboureko, ein tradtionelles Blätterteig-Dessert mit Vanille-Eis für 5,50 Euro.

Das günstigste Gericht: Gyros vom Schweinehals für 12,90 Euro.

Das teuerste Gericht: Die Alexanderplatte mit Hähnchenfilet, Rumpsteak, zwei Lammkoteletts und einem Lammfilet für Euro 23,20 Euro.

Plätze: 100 Plätze im Biergarten (Corona) bis maximal 250, 140 in den Nebenzimmern, 220 im Stadl, zudem gibt's den Johanneskeller.

Öffnungszeiten: Dienstag - Donnerstag 11.30 - 14 Uhr; 17 - 22 Uhr; Freitag - Samstag 11.30 - 14 Uhr, 17 - 22.30 Uhr; Sonntag 11.30 - 14 Uhr und 17- 21.30 Uhr.

Wichtig zu wissen: Vegetarisches wie panierten Schafskäse, Zucchinibällchen mit Schafskäse gefüllt und Gemüse-Bifteki.

Im Yamas Adler in Unterkochen.
Yamas Adler in Unterkochen.
Saganaki, eine Delikatesse auch für Vegetarier.
Gegrillter Tintenfisch, eine Spezialität im "Yamas Adler".
Der Biergarten von Yamas Adler in Unterkochen.
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Im Yamas Adler in Unterkochen.
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