Große Freude bei der Initiative Kocherburg-Ruine

+
Bild, v.l. Erich Haller, Georg Wendt, Prof. Claus Wolf, Wolfgang Steidle, OV Florian Stütz
  • schließen

Warum die Initiative Kocherburg (InKo) jetzt mit 80 000 Euro aus Mitteln der Lotterie Glücksspirale bedacht wurde.

Aalen-Unterkochen

Erich Holzwarth, der Initiator der „InKo“ und seine Mitstreiter Dieter Matzik sowie Artur Grimm strahlten bei der Vertragsunterzeichnung: die Zusicherung der Förderung, die der Präsident des Landesdenkmalamts Prof. Claus Wolf mitgebracht hatte.

Für die Stadt Aalen lobte Bürgermeister Wolfgang Steidle das „ungeheure Herzblut-Engagement im Ehrenamt.“ Ein historisches Bauwerk bleibe für die junge Generation erhalten.

Seit 2008 wird die Kocherburg Stück für Stück von Mitgliedern des Geschichtsvereins Aalen freigelegt. 10 000 ehrenamtliche Stunden sind zusammengekommen. In den letzten Jahren sind die Reste der mehrgliedrigen Burg- und Schlossanlage dokumentiert und kartografiert worden, einzelne Mauerverläufe und Gebäudereste wurden bereits freigelegt. Für die Sicherung und Sanierung der Mauern ist auch professioneller Einsatz spezialisierter Firmen nötig, was natürlich ins Geld geht.

Dieter Matzik ging ausführlich auf die diversen Schritte der Sanierung ein. Bei der Gründung der „InKo“ als Abteilung des Geschichtsvereins sei von einem Kulturdenkmal kaum etwas zu sehen gewesen. Noch gebe es viel zu tun, die großzügige Spende sei eine riesige Motivation für die Ehrenamtlichen.

Matzik dankte auch Geschäftsführer Dr. Wolfgang Palm für die laufende und großzügige Unterstützung. Sein Großvater Adolf Palm habe hier die ersten Grabungen getätigt.

Professor Claus Wolf sprach als Präsident des Landesdenkmalamts und als Vorstandsmitglied der Denkmalstiftung. „Das ist hier kein Steinbruch, sondern ein archäologisches Denkmal.“, meinte er und er fügte hinzu: „Die Kocherburg ist ein Identifikationsanker für Menschen und Synonym für Heimat“.

Leider seien die Böschungen von Burganlagen auch eine begehrte Adresse für Metallsonden-Gänger, die Funde zu Dumping-Preisen auf den Markt brächten.

„Sie haben hier binnen 13 Jahren Immenses geleistet“, erklärte Wolf. Allerdings bleibe noch viel zu tun und dies sei kaum mehr allein durch Mitgliedsbeiträge und Spenden zu finanzieren.

Postalisch gratulierte der Geschäftsführer von Toto-Lotto Baden-Württemberg: „Hier in Aalen-Unterkochen wird die Kocherburg als Zeitzeuge der Geschichte von einem sehr engagierten Verein zugänglich und erlebbar gemacht“ , schrieb Georg Wacker.

Die Ursprünge der Kocherburg reichen bis ins 11. Jahrhundert. Zur Zeit des Dreißigjährigen Kriegs wurde die baufällig gewordene Burg durch ein Schloss ersetzt, das 1645 nach nur 13 Jahren von schwedischen Truppen zerstört wurde. Danach diente die Ruine als Steinbruch für Gebäude in Unterkochen. Seit der Gründung der Denkmalstiftung anno 1985 wurden fast 166 Vorhaben mit zirka 63 Millionen Euro gefördert.

Zurück zur Übersicht: Unterkochen

Mehr zum Thema

WEITERE ARTIKEL

Kommentare