Grüne halten an Seilbahn-Idee fest

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Die Ebnater Steige aus der Vogelperspektive. Wie die Verkehrsführung künftig dort laufen soll, daran scheiden sich die Geister. Die Grünen fordern Machbarkeitsstudien.

Unterkochens Ortschaftsratsfraktion Bündnis 90/Die Grünen fordert in Sachen Albaufstieg zunächst Machbarkeitsstudien für die Pulverturmtrasse und eine urbane Seilbahn.

Aalen-Unterkochen

Die Unterkochener Ortschaftsratsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen äußert sich zum Artikel "Schulterschluss für den Albaufstieg" sowie zum Kommentar von Cordula Weinke "Gute Lösung in Sicht" vom 16.05.2020:

Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen begrüße ausdrücklich die Entwicklung, dass das Thema Südzubringer zur A 7 nun interkommunal gedacht und beraten wird. Insbesondere die Integration neuer Formen der Mobilität und Überlegungen zur Vermeidung motorisierten Individualverkehrs erfahre volle Unterstützung, schreiben sie.

Die Darlegung von Ortsvorsteherin Heidi Matzik und OB Thilo Rentschler, wie nun welche Schritte zur Verbesserung der Verkehrssituation in Unterkochen und der gesamten Raumschaft angegangen werden sollen, enthalte allerdings große Risiken, zu kurz gedachte Pläne und eine totale Ignoranz des Umweltschutzes.

Matzik und Rentschler führten aus, dass jetzt schnell der Ausbau der Ebnater Steige zur B 29a erfolgen soll. Dies bedeute die Herstellung der Ortsumfahrung Ebnat sowie den Bau einer dritten Spur zwischen Unterkochen und Ebnat.

Die Ebnater Ortsumfahrung unterstützen die Unterkochener Grünen voll und ganz. "Allerdings lehnen wir den Bau eines dritten Fahrstreifens ab, da hierfür erhebliche Waldflächen gerodet werden müssten", schreiben die Grünen. Die Realisierung eines Trogs und des geplanten grünen Deckels finde hingegen ihre Zustimmung.

Der vorgestellte Plan zur Entlastung der Ebnater Steige/Ortsdurchfahrt Unterkochen mithilfe der "Pulverturmtrasse" bestätige die "grüne" Position, dass die aktuelle und vor allem die prognostizierte Verkehrsbelastung für die Unterkochener Bevölkerung unzumutbar sei. "Es ist also richtig, wenn Frau Matzik sagt, dass die Verkehrsbelastung reduziert werden müsse. Fraglich ist allerdings, welche Lösung hierfür die optimale ist", heißt es in der Pressemitteilung.

Der Bau der Pulverturmtrasse bedeute eine Versiegelung von circa 50 000 Quadratmetern Fläche und zusätzlich die partielle Rodung wertvollen Waldgebietes. Darüber hinaus liege die Strecke teilweise in einem besonders schützenswerten FFH-Gebiet, was bislang als Argument gedient habe, dass eine Aufstiegstrasse in der Variante 6f absolut nicht möglich sei. "Und ob der von OB Rentschler gepriesene, teilweise vorhandene Straßenunterbau stabil genug ist für die Befahrung mit Schwerlastverkehr, steht sehr in Zweifel", heißt es weiter.

Darüber hinaus werde eine Umsetzung eines derartigen Projektes wohl rund 20 Jahre in Anspruch nehmen.

Wie die Schwäbische Post berichtet hatte, wurde von der Aalener Stadtratsfraktion Bündnis 90/Die Grünen der Antrag auf eine Machbarkeitsstudie einer urbanen Seilbahn zwischen Ebnat und Oberkochen gestellt. Ziel sei nun, zu prüfen, ob eine urbane Seilbahn die allgemein als notwendig erkannte Entlastung der Ebnater Steige gewährleisten könne. Ein derartiges Verkehrssystem sei grundsätzlich ökologisch sehr verträglich, schnell, leise, vergleichsweise energiearm und habe eine sehr kurze Genehmigungs- und Bauzeit. "Die Ortschaftsratsfraktion spricht sich daher dringend für eine Machbarkeitsstudie beider Optionen aus: Pulverturmtrasse und urbane Seilbahn."

Aus Unterkochener Sicht könne nur das folgende Vorgehen richtig sein: "Nach Abschluss und Bewertung dieser Studien wird ein interkommunaler Vertrag geschlossen, der die vorteilhaftere Variante mit der gewünschten Entlastungswirkung für die Ebnater Steige bestimmt und deren Realisierung festlegt. Erst danach kann eine adäquate Ausbauplanung der Ebnater Steige erfolgen – und diese wird dann höchstwahrscheinlich keine dritte Fahrspur vorsehen."

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