Immer ein strenger Lehrer, aber auch immer gerecht

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Ein Lehrer mit Leib und Seele, auch in seiner Freizeit gerne für seine Mitmenschen engagiert: Das ist Erwin Honikel. Zum Schuljahresende wird er Pensionär.
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Erwin Honikel geht nach 30 Jahren als Konrektor der Kocherburgschule in den Ruhestand. Was "das Oberkochener Urgestein" bewegt.

Aalen-Unterkochen

Sie waren immer streng, aber gerecht: Diesen Satz hört Erwin Honikel häufig im Gespräch mit seinen ehemaligen Schülerinnen und Schülern. Und er freut sich darüber. Vor 30 Jahren ist er als Konrektor an die Kocherburgschule nach Unterkochen gekommen, damals war sie noch eine Grund- und Hauptschule. In wenigen Tagen, am 31. Juli, wird er in den Ruhestand gehen.

"Ich habe ein Jahr drangehängt. So, wie es sich unsere Ministerin wünscht", sagt er schmunzelnd. Im März sei er 66 Jahre alt geworden. "Ich bin ein Oberkochener Urgestein", beschreibt sich Erwin Honikel selber. Er wohne trotzdem in Aalen. "Der Liebe wegen." Seine Frau Ingrid kenne er bereits seit 50 Jahren, sie sei gebürtige Aalenerin. "Seit 39 Jahren sind wir verheiratet. Unsere Kinder – eine Tochter und ein Sohn – sind beide keine Lehrer", erklärt er.

Zu Unterkochen, seiner Wirkungsstätte seit 1990 als Konrektor, habe er schon zu Jugendzeiten "eine große Affinität" entwickelt. "Aus Unterkochen kamen größtenteils meine Kumpels", erzählt Honikel. Und eines seiner Schulpraktika während des Lehramtsstudiums habe er 1978 an der Kocherburgschule absolviert. "Bereits damals gefielen mir der Zusammenhalt und das Gemeinschaftsgefühl an dieser Schule."

Bescheiden und mit Zurückhaltung berichtet der 66-Jährige von seinen außerschulischen Aktivitäten: Seit 20 Jahren sei er Übungsleiter Ski der Skiabteilung TG Hofen. Die Ausbildung habe er schon vorab absolviert, um Skisporttage an Schulen abhalten zu können. Die Vorliebe dafür habe er während eines Praktikums 1978 am Ostalblift entwickelt.

Darüber hinaus sei er in der katholischen Kirchengemeinde Salvator in Aalen aktiv. "Speziell bei Peter und Paul auf der Heide." Er sei in Ausschüssen des Gemeindezentrums tätig. "Über viele Jahre, bis 2017, habe ich das Gemeindefest organisiert."

Nur als junger Mann war Erwin Honikel für zwei Jahre weg von der Ostalb, in Deggingen im oberen Filstal, nach dem Ersten Staatsexamen als Lehreranwärter. Zuvor hatte er an der PH in Schwäbisch Gmünd Lehramt mit Schwerpunkt Hauptschule und den Hauptfächern katholische Religion sowie Geschichte studiert. "Die Einstellungsquote von Lehreranwärtern lag im Jahr 1982 bei 28 Prozent", erinnert Honikel.

Ich habe mir als 59-Jähriger einen Traum erfüllt.

Erwin Honikel bisher Konrektor in Unterkochen

Er selber habe anfangs nur Teilzeitstellen an "seiner ersten Schule", der Talschule in Wasseralfingen gehabt. Darum habe er sich "als zweites Standbein" vom damaligen Stadtarchivar Karlheinz Bauer für Führungen durch das Limesmuseum und Stadtführungen ausbilden lassen. "Natürlich konnte ich dabei von meinem Geschichtsstudium profitieren", sagt Honikel.

"Ich habe viele Jahre bei Blau-Gold in Oberkochen getanzt", zählt der 66-Jährige weiter auf. Neben dem Skifahren gehöre auch das Wandern zu seinen Hobbys. Neuerdings wage er sich ans Kochen heran.

Die Augen von Erwin Honikel strahlen, als er weiter erzählt: "Mein Traum war immer das Motorradfahren." Und das habe er sich als fast 60-Jähriger erfüllt. Zusammen mit seiner Frau Ingrid sei er nun liebend gerne auf seiner Harley unterwegs. "Aber immer hier in der Gegend", betont er.

Überhaupt empfinde er eine große Verbundenheit zu seiner Heimat. "Zur Landschaft mit all den Freizeitmöglichkeiten, aber vor allem zu all den Menschen, die ich hier kenne." Natürlich besuche er gerne seine Tochter, die in Brüssel lebt. "Aber anschließend freue ich mich wieder über die heimatliche Ruhe."

Und apropos Menschen: Mit freudigem Lächeln erzählt Erwin Honikel, wie er heute immer wieder junge Schülerinnen und Schüler damit verblüffen könne, dass er deren Oma oder Opa mit Namen kennt. "Kinder mögen es, wenn sie solch eine Vertrauensbasis entwickeln können", erklärt er. "Es ist wichtig, ihnen das Gefühl zu geben, dass sie gemocht sind. Dass sie gut begleitet werden – mit all ihren Stärken und Schwächen." Und noch einmal betont er: "Das Gerechte war für mich dabei grundsätzlich wichtig."

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