Moschee-Neubau in Unterkochen wird zur Geheimsache

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Viele Besucher in der Sporthalle und die meisten am Ende enttäuscht. Der Ortschaftsrat hat es vorgezogen, die Aussprache über den möglichen Moschee-Neubau „ins stille Kämmerlein“ zu verlegen.
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Unterkochens Ortschaftsrat fasst die Moschee-Empfehlung nichtöffentlich.

Soll die islamische Ahmadiyya-Gemeinde in Unterkochens Gewerbegebiet Pfromäckerstraße eine Moschee bauen dürfen oder nicht? Mit dieser Frage hat sich am Montagabend Unterkochens Ortschaftsrat befasst. Eine Empfehlung an den ATUS, den das Thema am 7. Juli beschäftigt, hat das Gremium abgegeben – aber hinter verschlossenen Türen.

So viele waren zur Sitzung in die Sporthalle gekommen, dass die Stühle kaum ausreichten. Entsprechend groß war die Enttäuschung, dass der Punkt nichtöffentlich diskutiert wurde. Eingangs hatte Ortsvorsteher Florian Stütz zwar darauf hingewiesen, dass der Beschluss, wie dies bei Grundstücksfragen in Aalen üblich ist, nichtöffentlich gefasst werde. Stimmt. Nicht zwingend aber ist, dass bereits die Aussprache über solche Themen nichtöffentlich ist.

In der öffentlichen Sitzung hatte die Leiterin des Bauordnungsamtes, Susanne Ritz, den Sachverhalt erneut aufgedröselt. Die Ahmadiyya-Gemeinde will ein zweigeschossiges Gebetshaus samt Verwalterwohnung bauen. Wie von der Stadt gefordert, habe die Gemeinde das Bauvorhaben im Volumen reduziert – von 175 Besucher auf 120 - und bei den Stellplätzen nachgebessert – von zehn Stellplätzen auf 23. Barrierefreiheit, Fahrradstellplätze oder Grundflächenzahl seien noch offene Themen, aber prinzipiell sei das Baugesuch genehmigungsfähig, so Ritz.

Der SchwäPo liegt die Bewertung eines Architekten vor, der dieser Einschätzung widerspricht. Barrierefreiheit lasse sich so nicht realisieren, meint er nach Durchsicht der Pläne, zu hoch sei das Gefälle. Und auch die geforderte Zahl der Stellplätze zu erreichen, schränke das Gefälle ein. Zudem gebe der Bebauungsplan vor, dass für je vier Parkplätze ein Baum gesetzt werden müsse. Realistisch seien bei der vorgelegten Planung daher am Ende lediglich elf Parkplätze - fünf unter dem Wohngebäude und sechs gegenüber davon, sagt der Architekt.

Unternehmer wirbt für sich

Im öffentlichen Teil fand Kaufinteressent Miroslav Zivicnjak, Unternehmer und unmittelbarer Nachbar, Gelegenheit zu erläutern, was er mit dem Grundstück plant, sollte er den Zuschlag dafür erhalten. Seine miro-concept GmbH produziert für die optische Halbleiterbranche und will expandieren. Fünf bis zehn Arbeitsplätze und Ausbildungsplätze sollen entstehen, sagte er. Im Neubau sollen Reinräume für Fertigung, Montage und Versand seiner Produkte unterkommen. „Wir sind schneller gewachsen als gedacht, sonst hätten wir damals gleich das ganze Grundstück gekauft“, sagte er. Die Firma sei erfolgreich und in seinen Kindern stünden Nachfolger bereit, versprach der 52-Jährige Kontinuität.

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