Online-Unterricht als Chance

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Im Lockdown müssen die Schulen auf Fernunterricht umsteigen. An der Kocherburgschule geht man aktiv und kreativ mit der Situation um. Wie das Lernen am Tablet funktioniert.

Aalen-Unterkochen

Auf den Fluren ist es ungewohnt still. Irgendwo steht eine Tür offen, aus der leise Gespräche dringen. Weit hinten im Flur telefoniert jemand. Die Schulen sind momentan leer gefegt. An der Kocherburgschule sind allein die Abschlussklassen an manchen Tagen der Woche anwesend, heute steht ein Deutschaufsatz auf dem Plan. Wenige Lehrerinnen und Lehrer huschen mit dem Laptop unterm Arm durch die Gänge. Ihr Unterricht in diesen Tagen? Außergewöhnlich. Kontakt mit ihren Schülern haben sie derzeit über die Schulcloud, nur über Videoschalten sehen sie ihre Schützlinge.

Doch der Austausch funktioniert. Aus der Situation im ersten Lockdown haben sie gelernt, versichert Anita Stark, Schulleiterin der Kocherburgschule. Die Klassen haben ihren Stundenplan, bekommen über die Schulcloud Aufgaben, sogar Sport- und Kunstunterricht ist möglich. Und nötig, wie die Lehrerschaft der Kocherburgschule betont. "Die Schüler bekommen so einen Ausgleich, machen mal etwas anderes", erklärt Vanessa Sailer. Vergleichbar ist die Schulcloud mit einem Chat, in dem deutlich erkennbar ist, wer anwesend ist und wer nicht. Dort wird sich rege ausgetauscht, kurze Nachrichten und Sprachnachrichten verschickt – auch an einzelne Schüler, sollte einer Hilfe oder einen Tipp brauchen.

"Wenn online gar nichts mehr geht, dann greifen wir einfach zum Telefon." Vanessa Sailer kommt gut mit der neuen Situation zurecht und weiß, wie wichtig es ist, den Kontakt zu den Schülern so eng wie möglich zu halten. "Die Schüler freuen sich", sagt die Lehrerin. Und Konrektor Marc Abele tippt zum Beweis auf sein Tablet und zeigt einen Chatverlauf vom Morgen: "Wir beginnen um acht Uhr und schon kurz nach sieben meldet sich der Erste anwesend." Darauf folgen etliche Nachrichten von Mitschülern, die ebenfalls schon in den Startlöchern für den neuen Schultag zu Hause stehen. Ein schönes Zeichen, da ist man sich im Kollegium einig, und gibt mindestens ebenso viel Elan und Energie zurück.

Flexibilität ist gefordert

Wenn online gar nichts mehr geht, dann greifen wir einfach zum Telefon.

Vanessa Sailer Lehrerin Kocherburgschule

Die Lehrkräfte der Gemeinschaftsschule bemühen sich um Kreativität. Weg vom schnöden Denken, weg vom einfachen Abschreiben aus dem Buch, weg vom Frontalunterricht – sowieso. Sie suchen nach neuen Lösungen, das Lernen zu Hause zu gestalten, den Input abwechslungsreich und ansprechend zu gestalten. Und die Schüler lernen das selbstständige Arbeiten, sich die Zeit einzuteilen, Termine und Fristen einzuhalten.

Die Lehrkräfte der Kocherburgschule haben und sie sind noch dabei, die Bandbreite an Möglichkeiten zu entdecken, die der Online-Unterricht bietet. Das fordert Flexibilität und den Willen, sich auf Neues einzulassen, weshalb der Austausch zwischen den Lehrern besonders wichtig ist. "Wenn wir ehrlich sind", gesteht Barbara Stadelmaier, "das ist fernab von dem, was ich im Studium gelernt habe." Die Lehrerin ist bemüht, ihre Schüler bestmöglich zu betreuen. "Man will ja auch keinen hängen lassen, dann sitzt man eben mal etwas länger und kümmert sich um die Belange."

Der Unterricht momentan ist deutlich mehr Aufwand als jener im gewöhnlichen Alltag mit Präsenzunterricht. Doch der Einsatz kommt an, die Lehrer erreichen immer wieder dankende und lobende Worte vonseiten der Eltern - und der Schüler. "Da weiß man, dass der Aufwand gesehen wird, und macht das alles besonders gern."

Infoabend: Ebenfalls online stattfinden wird der Infoabend für Schülerinnen und Schüler, bei denen nach Klasse 4 der Wechsel auf die weiterführende Schule ansteht. Interessenten melden sich per Mail an info@kocherburgschule.de und bekommen einen Einladungslink zur Online-Veranstaltung am 9. Februar, 19 Uhr, zugeschickt.

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