Rat ebnet Weg für Kreisel

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An dieser Kreuzung in Unterkochen soll ein Kreisverkehr entstehen, was umstritten ist. Der Gemeinderat hat den Auslegungsbeschluss für einen Bebauungsplan an der Stelle beschlossen. Das ist ein Schritt in Richtung Kreisel, aber noch keine Entscheidung für den Kreisel.
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Der Aalener Gemeinderat hat den Auslegungsbeschluss für den Bebauungsplan der Kreuzung ehemaliger Schützen gefasst. Was das bedeutet.

Aalen-Unterkochen

In Unterkochen soll ein neuer Kreisverkehr entstehen: Und zwar an der Kreuzung am ehemaligen Schützen, am Fuß der Ebnater Steige. Dazu hat der Gemeinderat in der vergangenen Sitzung den Auslegungsbeschluss für einen entsprechenden Bebauungsplan gefasst. Das ist der erste Schritt in einem dreistufigen Verfahren hin zu einer Rechtsgrundlage für die Bebauung.

Stimmung in Unterkochen: Der Kreisel ist in Unterkochen umstritten. Befürchtet wird, dass er in Zusammenhang mit einem Ausbau der Ebnater Steige steht. Viele Unterkochener wünschen sich stattdessen eine Verkehrsentlastung für die Ebnater Steige, zum Beispiel mit einem alternativen Albaufstieg. Andere Unterkochener dagegen wünschen sich den Kreisel zwar für die Kreuzung, aber nur wenn er keinen Ausbau der Ebnater Steige mit sich bringt. Der Ortschaftsrat hat daher den Auslegungsbeschluss mit knapper Mehrheit befürwortet und gleichzeitig den Planungsstopp für den Ausbau der Ebnater Steige gefordert.

Bürgerbeteiligung: Alexander Asbrock beantragte im Gemeinderat zunächst, den Tagesordnungspunkt zu vertagen. Vor der Entscheidung solle das beschlossene Bürgerforum zum Thema Albaufstieg stattfinden. Es sei wichtig, die Bürger einzubinden, den Streit zu befrieden und einen „Stellungskrieg“ gar nicht erst aufkommen zu lassen.

Bau- und Erster Bürgermeister Wolfgang Steidle, der in Abwesenheit von OB Thilo Rentschler die Sitzung leitete, antwortete, dass das Bürgerforum wegen der Corona-Pandemie nicht stattfinden konnte. „Wir beschließen nicht den Bau des Kreisels, es geht um den Auslegungsbeschluss“, sagte er. „Es ist ein Schritt hin zu einem möglichen Baurecht an der Stelle.“

Das Verfahren beinhalte eine Bürgerbeteiligung. Die Pläne können demnächst im Rathaus Aalen und im Rathaus Unterkochen eingesehen und auf Wunsch erläutert werden. Bürgerinnen und Bürger können Stellungnahmen dazu abgeben. Der Gemeinderat bekomme danach die Stellungnahmen in einer neuen Sitzungsunterlage.

Ulrich Starz (CDU) sprach sich gegen eine Vertagung aus. Martina Lechner (SPD) sagte: „Der Kreisel ist eine Einzelmaßnahme, da braucht es kein Bürgerforum.“ Der Antrag auf Vertagung wurde mit 25 zu 17 Stimmen abgelehnt. Asbrock sagte anschließend: „Ich befürchte, dass wir hier eine Schättere 2.0 bekommen.“

Argumente für den Kreisel: „Die Ampel ist überlastet“, sagte Lechner. Außerdem fließe der Verkehr über den Kreisel besser ab, das sei auch besser für die Anwohner. Auch Unterkochens Ortsvorsteher Florian Stütz, kein Mitglied des Gemeinderats, kam in der Sitzung zu Wort: „Der Kreisel dient nicht irgendwelchem Fernverkehr, sondern den Unterkochenern.“

Argumente gegen den Kreisel: Christa Klink bezweifelte, dass der Kreisel für mehr Sicherheit sorgt. „Radfahrer und Fußgänger fürchten nichts mehr als Kreisverkehre.“ Mobilität sollte stattdessen lieber ganz neu gedacht werden.

Wer wie abgestimmt hat

Mit 24 zu 17 Stimmen, bei einer Enthaltung, hat der Gemeinderat den Auslegungsbeschluss in Vorbereitung für den Kreisel gefasst.

Dafür stimmten: Marius Bader, Josef Fuchs, Regina Köder, Michael Kurz, Nadine Patzelt, Peter Peschel, Hartmut Schlipf, Margit Schmid, Manfred Traub, Thomas Wagenblast (alle CDU), Claus Albrecht, Franz Fetzer, Jürgen Opferkuch, Bernhard Ritter, Thomas Rühl (alle FW), Helmut Gentner, Andrea Hatam, Martina Lechner, Timo Lorenz, Eva-Maria Markert, Petra Pachner, Hermann Schludi (alle SPD), Dr. Frank Gläser, Emil Pöltl (beide AfD)

Dagegen stimmten: Alexander Asbrock, Dr. Thomas Battran, Monika Brauch-Siedler, Sandra Bretzger, Gabriele Ceferino, Michael Fleischer, Sigrun Huber-Ronecker, Melanie Keller, Doris Klein, Christoph Köble, Ralf Meiser, Carmen Venus, Manfred Zwick (alle Grüne), Roland Hamm, Christa Klink (beide Linke), Ulrich Starz (CDU), Marcus Waidmann (AfD)

Enthaltung: Norbert Rehm (FDI)

Ich befürchte, dass wir hier eine Schättere 2.0

Alexander Asbrock, Grünen-Stadtrat aus Unterkochen

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