Schättere-Trasse: BI kämpft weiter

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Die Bürgerinitiative aus Unterkochen spricht sich gegen die Öffnung der Schättere-Trasse für Radfahrer aus. Archivfoto: opo

Bürgerinitiative lobt das Votum des Ortschaftsrats. Entscheidung steht noch aus.

Aalen-Unterkochen. Die Bürgerinitiative "Hände weg von der Schätteretrasse" begrüßt die Entscheidung des Ortschaftsrates Unterkochen vom 29. Juni. Der Beschluss, mit 13 Stimmen und einer Enthaltung, sich dafür auszusprechen, den Fußgängerweg in seiner jetzigen Form zu erhalten, sei ein sehr klares Votum und ein deutliches Signal an den Gemeinderat Aalens, dem Anliegen der Unterkochener Bevölkerung nach Sicherheit, Erholung und Artenschutz auf der Schättere zu folgen.

"Aus unserer Sicht sprachen die verschiedenen Fraktionen des Ortschaftsrates viele wichtige und richtige Aspekte an", schreibt die Bürgerinitiative (BI) in einer Pressemitteilung. Ein oft genanntes Argument war demzufolge: Es wäre ein Experiment an Fußgängern und ihrer Gesundheit geworden, den Fußgängerweg für Pedelecs, E-Bikes und Fahrräder zu öffnen. Unfälle, Verletzungen und schlimmere Personenschäden wären laut BI die Folge gewesen.

In der Pressemitteilung kritisiert die BI den Zweiten Bürgermeister Karl-Heinz Ehrmann. Er habe Maya Kohte, Leiterin des Amtes für Umwelt, Grünflächen und umweltfreundliche Mobilität, jäh unterbrochen. "Sie schien gerade dabei zu sein, die Bedeutung der Schätteretrasse für Artenvielfalt zu erörtern", schreibt die BI.

Zurecht sei von einzelnen Ortschaftsräten auch darauf hingewiesen worden, dass die Diskussion über die "Schättere" nun schon seit Jahren Thema in der Unterkochener Bevölkerung ist: In Form von Leserbriefen, Unterschriftenlisten und anderen Aktionen, mit dem Ziel, den Fußgängerweg zu erhalten. Es sei nun an der Zeit, dass die Stadtverwaltung und der Gemeinderat Aalen das akzeptiert.

"Der Gemeinderat Aalen wird letztlich bestimmen", heißt es in der Pressemitteilung. Deswegen will die BI weiterhin auf folgende Aspekte aufmerksam machen:

Fledermäuse: Der Tunnel gehört der BI zufolge zu den bedeutenden Fledermaus-Winterquartieren der Region. Ab Juli beginne die großräumige Schwärmzeit der Fledermäuse. Diese sei sehr bedeutend, damit keine Inzucht auftritt. Die AG Fledermausschutz kontrolliere jährlich. Neben national geschützten würden drei nach EU-Recht geschützte Arten im Tunnel beobachtet. "Deshalb lehnen wir die Öffnung und den Deckeneinbau ab", schreibt die BI. Bei ähnlichen Tunnelumbauten habe es sich gezeigt, dass die Fledermäuse nicht geschützt sind, indem man einen Tunneldeckeneinbau vornimmt.

Radwege: "Radwegeverbindungen sind wichtig und gewinnen zunehmend an Bedeutung", heißt es in der Pressemitteilung. Bestehende und von der Stadtverwaltung Aalen auch beim Runden Tisch vorgeschlagene Wege können laut BI ertüchtigt werden, sodass Radfahrer auf das Härtsfeld kommen.

Kosten: Der Umbau des Tunnels würde über eine Million Euro kosten – Steuergelder, die laut BI dringend an anderer Stelle gebraucht werden. Stattdessen könnten bisher vernachlässigte Radwege für wenig Geld ertüchtigt werden.

Die Bürgerinitiative erwartet nun vom Gemeinderat, die Gesamtsituation zu berücksichtigen. Dazu gehöre der Willensbildungsprozess der Unterkochener Bürgerinnen und Bürger, der Arten- und Naturschutz, die Kosten und die laut BI hinreichenden alternativen Fahrradwege. Die Entscheidung könne am Ende nur lauten: "Hände weg von der Schätteretrasse!"

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