Unterkochen: ein Dorf wie Klein-Venedig

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Der Plaatz vor dem Rathaus wird kritisiert.
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Ortsbegehung in Unterkochen: ein Spaziergang durchs Dorf mit Ansagen, Vorschlägen und vielen Ideen

Aalen-Unterkochen

Gut 40 Menschen waren in Unterkochen unterwegs, um „Potenziale der Innenentwicklung“ (Jörg Hiller) zu betrachten und zu diskutieren. Eingeladen hatte Bürgermeister Wolfgang Steidle, dem es auch zu verdanken war, dass es am Ende des zweistündigen Rundgangs am Mittwoch eine warme Linsensuppe für alle gab.

Die Stuttgarter Ingenieure Jörg Hiller und Thomas Tippel hatten den Gesprächsmarsch vorbereitet, unter anderem durch eine Online-Befragung der Unterkochener Bürgerinnen und Bürger. Über 300 Statements seien eingesandt worden, so Hiller, Beiträge von hoher Qualität und Vielfalt. Auf dieser Grundlage wurden vier Orte ausgesucht als Stationen der Ortsbegehung.

Start am Platz vor dem Rathaus. Der deswegen abgelassene Dampf war dicht: Dreckig sei der Platz, nicht attraktiv, der Brunnen mit den „Elefantenärschen“ passe nicht hierher, es fehlten Parkplätze. Eine Aufwertung sei dringend, das sei auch online oft vermerkt worden, berichtet Hiller. Ortsvorsteher Florian Stütz räumt ein: „Wir müssen an den Platz Hand anlegen.“ Bürgermeister Steidle meint, immerhin vermittle der Platz städtisches Flair – gut 30 Jahre nach seiner Renovierung.

Und Wolfgang Steidle holt zum Lobgesang auf Unterkochen aus: Schön sei das Dorf am Wasser mit seinen schönen Ecken, die wie Klein-Venedig seien. Die Gemeinschaftlichkeit der Unterkochener, wo immer was los sei, die „tolle Schule“. Hier könne man mit den engagierten Bürgern noch viel erreichen.

Nächste Station: der Bahnhof. Auch hier freut sich Steidle über den Bestand, das historische Bahnhofsgebäude, die Ansätze von gestaltetem Grün. Von Bürgern kommt Kritisches: fehlende Kurzzeitparkplätze, viel und lauter Straßenverkehr, Verschmutzungen „überall“, die Übergänge über die lebhafte Straße an den falschen Stellen. Auch konkrete Vorschläge: Statt der unattraktiven „Halle 13“ könne doch dort ein Lebensmittelmarkt, ein Multifunktionshaus entstehen. Steidle weist darauf hin, dass das Gelände um den Bahnhof der Bahn gehört. Gleichwohl solle man sich um Perspektiven bemühen, der Platz habe Potenzial.

Den Berg rauf zur ehemaligen Friedensschule. Was soll draus werden, fragt der Bürgermeister. Die Antworten purzeln: „…was für Vereine“, Pflegeheim, Mehrgenerationenhaus, Seniorenwohnheim, ganz neue Formen des gemeinschaftlichen Wohnens (Cluster). Vereinzelt aber auch: abreißen und neue Wohnhäuser bauen. Steidle meint, man solle offen bleiben für alle Ideen und sich Zeit lassen und nichts übers Knie brechen.

Über den Buckel zieht die Gesellschaft weiter, es regnet nicht mehr und die Stimmung ist gesprächig unter den Spaziergängern, die mehrheitlich im oder am Rentenalter sind. Vorbei an der Kocherburg-Realschule, hochdekoriert als „beste Schule“ und just fertig saniert, vorbei am Spielplatz und an den „Elternhaltestellen“.

In der Festhalle (vierte Station) noch Dankesworte von Bürgermeister und Ortsvorsteher und „guten Appetit“ bei Linsen und Erfrischungsgetränken für alle.

„PIN-Mit!“: Der Ortsspaziergang führt die Macher dieses mal, begleitet von Anwohnern, durch Unterkochen.

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