Waldhäuser Steige: Unterkochener Rat ist für Sperrung

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Ein Auto fährt auf der Waldhäuser Steige: ein Bild, das bald der Vergangenheit angehören könnte.
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Ein Vorschlag der Verwaltung sieht vor, dass künftig nur noch Radler auf der Waldhäuser Steige fahren dürfen. So argumentieren die Mitglieder des Ortschaftsrats.

Aalen-Unterkochen

Lange und lebhaft hat der Unterkochener Ortschaftsrat vor rund 40 Zuhörern am Montagabend über die Sperrung der Waldhäuser Steige für Autos und Motorräder diskutiert. Ein Vorschlag der Verwaltung sieht vor, dass künftig nur noch Radfahrer die Straße nutzen dürfen. Am Ende war das Ergebnis der Abstimmung in der Festhalle knapp: Sechs Rätinnen und Räte stimmten für die Sperrung, fünf dagegen.

Das Thema wird nun in den Ortschaftsräten von Waldhausen und Ebnat vorberaten. Am 8. Oktober steht die Abstimmung im zuständen Ausschuss des Gemeinderats an. Stimmt der zu, beantragt die Stadt Aalen, die Straße, die derzeit noch eine Kreisstraße ist, einzuziehen.

Hintergrund ist, dass Fahrradfahrer nicht auf der ehemaligen Bahnstrecke der Schättere von Aalen oder Unterkochen hinauf aufs Härtsfeld fahren dürfen, viele es aber dennoch tun. Dafür, die Strecke für Radler freizugeben, scheint sich keine Mehrheit zu finden. Dem entgegen stehen unter anderem hohe Kosten für die Öffnung des Tunnels und Interessen des Naturschutzes. Die Waldhäuser Steige könnte eine Alternative für Radfahrer sein.

Oberbürgermeister Thilo Rentschler sagte in Unterkochen, dass zahlreiche Vorschläge auf dem Tisch liegen. Die Verwaltung favorisiere keine Lösung. "Egal, was entschieden wird, man wird jemandem auf die Füße treten", sagte er. Wenn sich für keine Lösung eine Mehrheit finde, bliebe alles beim Alten.

Ortsvorsteherin Heidi Matzik nannte den Vorschlag eine "sichere Strecke für Rad-Pendler". Erst wenn man ein Angebot schaffe, würde man Türen öffnen. "Manchmal braucht es Mut, einen neuen Weg zu gehen."

Alexander Asbrock (Grüne) nannte die Vorlage, den "bei weitem besten Vorschlag, der auf dem Tisch liegt". Die Lösung sei in die Zukunft gerichtet und könne den Frieden im Ort sichern. Weiter rechnete er vor, dass von 300 Personen, die die Steige täglich mit dem Auto fahren, 150 aufs Rad umsteigen würden und noch einmal 50 auf den Bus.

Hans-Peter Stütz (CDU) nannte die Rechnung Asbrocks "milchmädchenhaft".

Claudia Maas (Grüne) sprach sich für die Sperrung aus und sagte: "Wir haben die einmalige Chance, ein Zeichen zu setzen."

Frank Sieber (Grüne) nannte die Möglichkeit einer Sperrung der Steige "einen Lichtblick".

Florian Stütz (FW) sagte: "Ich sehe den Charme dieser Lösung mit all ihren Vorteilen." Trotzdem beantragte er als Alternative ein Tempolimit für Autofahrer auf 30 Kilometer pro Stunde. Als der Antrag abgelehnt wurde, stimmte er für die Sperrung.

Ulrich Starz (CDU) stellte den Antrag auf Tempo 50. Als das abgelehnt wurde, stimmte er gegen die Sperrung.

Anton Funk (CDU) würde am liebsten alles so lassen, wie es ist. Allenfalls Tempo 50 könne er sich auf der Steige vorstellen.

Brigitte Wilier (SPD) stimmte für Tempo 30.

Am Dienstag, 29. September, berät der Ortschaftsrat Waldhausen dasselbe Thema. Beginn der Sitzung ist um 19.30 Uhr im Bürgerhaus. Die Steige ist an dann Tagesordnungspunkt 2.

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