Was Berlin der BI Albaufstieg antwortet

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BI-Sprecher Karl Maier hat sich in einem Schreiben an Staatssekretär Steffen Bilger gewandt.

Aalen-Unterkochen. Die Bürgerinitiative (BI) Albaufstieg/Südzubringer von Unterkochen bis zur Autobahn A7 will die Hoffnung nicht aufgeben. "Hat die im Gespräch kursierende Pulverturmtrasse zwischen Oberkochen und Königsbronn, die bekanntlich schon vor über 15 Jahren abgelehnt wurde, eine realistische Chance, gebaut zu werden?" Mit dieser und anderen Fragen hat sich BI-Sprecher Karl Maier schriftlich an Steffen Bilger gewandt, Staatssekretär im Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur.

Die BI bedauere sehr, dass beim verkehrs- und strukturpolitischen Gespräch mit dem Parlamentarischen Staatssekretär Steffen Bilger am 21. Juli im Aalener Landratsamt kein Wort über den Albaufstieg – über eine mögliche Trasse von der Tallage der B19 zur Autobahn A7 gesprochen wurde, heißt es im Anschreiben. Dabei sei doch hinlänglich bekannt, dass nach dem vierspurigen Ausbau von Essingen nach Aalen in wenigen Jahren täglich weit über 38 000 Fahrzeuge auf die Stadt Aalen zurollen und von denen wiederum rund 25 000 Fahrzeuge gegen Süden, also den Weg zur A7 nehmen werden.

Daher hat die BI in ihrem Schreiben folgende Fragen ans Bundesverkehrsministerium gerichtet:

  • Ist der Albaufstieg, der Ausbau der Ebnater Steige als Troglösung mit grünem Deckel bereits beschlossene Sache?
  • Wird die L 1080 zur Bundesstraße B29a hochgestuft?
  • Hat die Pulverturmtrasse zwischen Oberkochen und Königsbronn eine realistische Chance, gebaut zu werden?
  • Kann die Trasse zwischen Unter- und Oberkochen, die bereits vor Jahren und "von allen Gremien und Politikern beschlossene" 6f-Trasse gebaut werden, unterstützt von der Kommunalpolitik und vom Bürgerwillen?
  • Gibt es in Kürze noch ein Planfeststellungsverfahren?
  • Ist geplant, dass die B19 von Aalen nach Ulm zur Landesstraße abgestuft wird?

Das Antwortschreiben von Staatssekretär Bilger an die Unterkochener Bürgerinitiative hat deren Sprecher Karl Maier an die SchwäPo weitergeleitet.

Aufstufung zur Bundesstraße?

Darin erklärt Bilger, dass die künftige Führung der B29a zwischen der B19 bei Unterkochen und der A7 im aktuellen Bedarfsplan so vorgesehen ist, dass die Abschnitte neu gebaut werden sollen. Dies betreffe zum Beispiel die Ortslage Ebnat, die durch den Bau einer Ortsumgehung vom Durchgangsverkehr entlastet werden soll. Zudem sei auch die Nutzung bestehender Straßenabschnitte geplant. Dies betreffe unter anderem den Abschnitt zwischen dem östlichen Ende der Ortsumgehung Ebnat und der Anschlussstelle Aalen/Oberkochen an der A7. "In diesem Abschnitt kann die bestehende Landesstraße L1080 nach Angaben der Straßenbauverwaltung des Landes Baden-Württemberg zu einer Bundesstraße aufgestuft werden", heißt es. Nachdem für die Ortsumgehung Ebnat Baurecht geschaffen worden ist und die Finanzierung durch den Bund sichergestellt sei, könne diese nun realisiert werden. Nach Fertigstellung der Ortsumgehung könne diese dann inklusive des östlich anschließenden Abschnitts der L1080 bis zur Anschlussstelle Aalen/Oberkochen zur Bundesstraße B29a aufgestuft werden.

Variante 6f ist vom Tisch

Zur Variante 6f äußert sich Bilger folgendermaßen: Die Straßenbauverwaltung des Landes Baden-Württemberg habe mitgeteilt, dass die aus dem Jahr 1998 vorliegende Linienbestimmung (Variante 6f) aus naturschutzfachlichen Gründen nicht mehr weiter verfolgt werden könne. Die Trasse würde das FFH-Gebiet "Heiden und Wälder zwischen Aalen und Heidenheim" zerschneiden und bestimmte Lebensraumtypen zerstören, sodass von einer erheblichen Beeinträchtigung auszugehen wäre, die bei Vorliegen von Alternativen unzulässig sei.

Für den Abschnitt von Unterkochen (B19) bis zur Ortsumgehung Ebnat müsse nun die Straßenbauverwaltung des Landes die Planung aufnehmen. In dieser Planungsstufe müsse die Straßenbauverwaltung die verkehrlichen, wirtschaftlichen und raumstrukturellen Aspekte von Varianten darlegen und ihre Auswirkungen auf die Umwelt ermitteln und beurteilen. Darum sei derzeit noch keine Aussage über die Vorzugsvariante möglich.

Bilger: "Ich kann ihnen aber zusichern, dass die betroffene Bürgerschaft Gelegenheit haben wird, ihre Belange in den Planungsprozess einzubringen."

Eine Abstufung der B19 zwischen Aalen und Heidenheim sei aktuell nicht vorgesehen. Warum, erläutert Bilger folgendermaßen: Im Bedarfsplan 2004 war noch die Fußnote eingefügt: "Die Bundesregierung wird aufgefordert, nach Beendigung der Baumaßnahme das Fortbestehen der Fernverkehrsrelevanz zu prüfen." Im aktuellen Bedarfsplan 2016 aber fehle eine solche Anmerkung.

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