Was die Stadt in Unterkochen investiert

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Die lange geschobene Sanierung der alten Sporthalle in Unterkochen soll nun endlich angepackt werden.
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Was die Unterkochener Ortschaftsräte loben und was sie vermissen.

Aalen-Unterkochen. „In Unterkochen bewegt sich viel – das war nicht immer so“, kommentierte Ortsvorsteher Florian Stütz (FW) am Montag die Liste der von der Stadt Aalen in Unterkochen beabsichtigten Investitionen für 2022 und die Folgejahre. Die Wichtigsten:

Neue Feuerwache: An oberster Stelle steht der Neubau des Feuerwehrgerätehauses für rund vier Millionen Euro. Der Baubeschluss ist für Februar 2022 vorgesehen. Eine erste Rate von 800 000 Euro ist für 2022 eingestellt, in den Folgejahren sollen weitere 2,13 Millionen Euro (2023) und 1,17 Millionen Euro (2024) in die jeweiligen Haushalte eingestellt werden.

Häselbachstadion : Für die Sanierung der Leichtathletik-Anlage und des Zuschauerbereichs ist für das Jahr 2022 eine Planungsrate von 50 000 Euro vorgesehen; für eine neue Beschichtung der Laufbahn 85 000 Euro. Weitere insgesamt 350 000 Euro sind für Sanierungsarbeiten in den Jahren 2023 und 2024 geplant.

Generalsanierung Sporthalle: Nach den Planungskosten in Höhe von 50 000 Euro und 250 000 Euro für die Dachsanierung im Jahr 2022 sollen in den Jahren von 2023 bis einschließlich 2025 jeweils 500 000 Euro in die Sanierung investiert werden.

Endausbau Baugebiete: 180 000 Euro für „Hungerbühl“ (2023), insgesamt 350 000 Euro für das Gewerbegebiet „Pfromäcker“ (in den Jahren 2023/2024).

Umgestaltung Aalener Straße: 500 000 Euro für die Kocherrenaturierung im Jahr 2022, 600 000 Euro für die Kanalverlegung und Kocherbrücke in 2023 und 725 000 Euro für das Straßenbegleitgrün im Jahre 2024.

Zudem profitiert Unterkochen in den nächsten Jahren von den großen Gesamtinvestitionen der Stadt Aalen in die Digitalisierung der Schulen und in die Breitbandversorgung der Gesamtstadt. „In Unterkochen werden wir etwa 1,3 Millionen Euro in den Jahren 2021 und 2022 in den Glasfaserausbau investieren“, sagte OB Frederick Brütting.

Lob und Kritik der Ortschaftsräte: Neben allgemeinem Lob und Dank für die Investitionen in ein neues Feuerwehrhaus, für die geschehene Sanierung der Kocherburgschule (rund 10 Millionen Euro) und die geplanten Sanierungen von Häselbachstadion und alte Sporthalle, gab es aber auch Anregungen und Kritik.

Angesichts der sich für die nächsten Jahre abzeichnenden klammen Haushaltslage der Stadt bezeichnete Anton Funk (CDU) die vielen für die kommenden Jahre vorgesehenen Folgeinvestitionen als „Schönfärberei“. Bei der Sporthalle plädierte er für einen Neubau, anstelle einer Generalsanierung. Für die künftige Nutzung der Friedensschule forderte er ein schlüssiges Konzept. Im Haushaltsplanentwurf vermisst Funk unter anderem ein Gestaltungskonzept für den Rathausplatz und eine Parkraumbewirtschaftung mit E-Ladestationen.

Martina Lechner (SPD) fordert ein Gesamtkonzept zur Neugestaltung des Ortskerns, und wie Alexander Asbrock (Grüne) eine bessere Erreichbarkeit desselben mit mehr zentrumsnahen Parkplätzen. Zudem müsse „ganz schnell“ etwas gemacht werden bei der Rathausunterführung mit den Toiletten.

Florian Stütz ( FW ) vermisst wie Alexander Asbrock (Grüne) einen mittelfristigen Planungsansatz für die Sanierung der Aalener Straße samt begleitendem Radwegbau. Für die Sporthalle beantragt er neue Tische und Stühle. „Wir wünschen uns, dass die Sanierungen in Unterkochen in der jetzt getätigten Art und Weise fortgeführt werden, um einen Sanierungsstau zu vermeiden“, wandte er sich an OB Frederick Brütting.

Alexander Asbrock (Grüne) betont die Wichtigkeit von Photovoltaikmodulen auf dem sanierten Dach der Sporthalle. Zudem bittet er um mehr Fahrradständer, Lademöglichkeiten für E-Bikes und E-Autos um die Sporthalle herum. Überdies bringt er erneut Unterkochen als „gut geeigneten Standort“ für eine städtische Leichtathletikhalle ins Gespräch. Für den Ortskern regt er ein Bürgerzentrum an, als Anlaufstelle für alle Altersgruppen. Für die Schüler fordert er auf Stadtebene mehr zusätzliche Förderangebote.

Ein Bürgerbus für Unterkochen

OB Frederick Brütting sicherte den Unterkochenern in der jüngsten Sitzung des Ortschaftsrats zu, dass die Aalener Ortschaften für ihn hohe Priorität haben, weil es dabei um die Identität der Orte gehe. Man müsse den Ortskern mit den angrenzenden Straßen in den Fokus nehmen, um Plätze und Treffpunkte zur Begegnung zu schaffen. „Aber wir können das alles nicht gleich jetzt durchboxen“, warb er angesichts einer weiteren drohenden Verschuldung um Verständnis. „Gesamtstädtisch haben wir zwar einen Gewerbesteueransatz von 47 Millionen Euro, andererseits haben wir ein Investitionspaket zu schultern, das es in sich hat“, sagte Brütting und führte den Steg zum Stadtoval und das Kombibad an. Bei Letzterem sei eine Kostensteigerung schon prognostiziert.
Für Unterkochen kündigte Brütting für das Frühjahr 2022 eine gemeinsame Bürgeraktion „mit Heckenscheren“ in den Krautgärten an. Zudem wolle die Stadt Aalen für Unterkochen den lange gewünschten Bürgerbus anmelden, der den Ortskern anfährt. „Das Konzept wollen wir im Januar 2022 dem Gemeinderat vorlegen; im März 2022 will der Kreistag darüber beraten“, sagte Brütting.

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