Weißer Kocher-Ursprung ist jetzt Unesco-Geopoint

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Der Geopoint ist mitten im Wald. Auf dem Weg dorthin kann der Besucher die Natur genießen. Grafik: ca

Ein weiterer Ort soll noch in diesem Jahr zum Geopoint ernannt werden.

Aalen-Unterkochen. Der Ursprung des Weißen Kochers in Unterkochen hat kürzlich eine ganz besondere Auszeichnung bekommen. Er wurde offiziell als erster Geopoint des Ostalbkreises präsentiert. Zusammen mit Landrat und stellvertretendem Geopark-Vorsitzenden Klaus Pavel, Unterkochens Ortsvorsteherin Heidemarie Matzik und Geopark-Geschäftsführer Dr. Siegfried Roth hat Aalens Oberbürgermeister Thilo Rentschler den Geopoint vorgestellt.

"Diese Geopoints sollen die Menschen für die Erdgeschichte begeistern", sagt Thilo Rentschler. Vor allem sollen die Punkte zeigen, dass es durchaus in der eigenen Heimat Schönes zu entdecken gibt.

Für Landrat Klaus Pavel stehen die Geopoints für zwei Hauptthemen: Zum einen dienen die Tafeln der Weiterbildung, zum anderen sollen diese den Tourismus fördern.Klaus Pavel will deutschlandweit Geopoints aufstellen, um den Tourismus zu fördern. Aus diesem Grund ist für dieses Jahr bereits ein zweiter Standort einer solchen Informationstafel geplant. Und zwar im schönen Wental.

Geologische Geheimtipps

Da die Schwäbische Alb über eine erdgeschichtliche Vergangenheit verfügt und über die letzten Jahrmillionen ein vielfältiges und geologisches Erbe hinterlassen hat, wurde diese im Jahr 2004 als Globaler Geopark ausgezeichnet. Aus diesem Grund seien diese Tafeln wichtige Komponenten, um über die geologischen Geheimtipps im Ostalbkreis zu informieren, sagt Bettina Claass-Rauner, Pressesprecherin des Geoparks Schwäbische Alb. "Vor allem die Natur gewinnt immer mehr an Bedeutung", sagt auch Geschäftsführer Dr. Sigfried Roth.

Unentdeckte Bereiche

Dass es einen Geopoint am Ursprung des Weißen Kochers gibt, dafür ist Ulrich Sauerborn, Leiter des Limesmuseums, verantwortlich. "Ich denke, dass gerade diese Stelle einiges zu bieten hat, was Flora und Fauna angeht", erklärt er. Seiner Meinung nach gebe es dort viel zu entdecken. "Man sieht schon jetzt, dass das Tal hier an der Stelle immer tiefer wird und es noch unentdeckte Bereiche gibt", sagt Ulrich Sauerborn.

Man kann hier die Landschaftsbildung live miterleben.

Iris Bohnacker, Diplom-Geologin

Vom Vorschlag zum Geopoint

Diplom-Geologin Iris Bohnacker entscheidet, ob eine Stelle einen Geopoint bekommt. Bei ihr gehen verschiedenen Vorschläge zu einer bestimmten Stelle ein, und sie prüft anschließend, ob ein Geopoint an diese Stelle passt.

"Die Vorschläge gehen meistens ein halbes Jahr vorher ein, um dann im nächsten Jahr den Geopoint aufzustellen", erklärt Iris Bohnacker. Etwa ein Geopoint werde pro Jahr errichtet.

Der erste Geopoint im Ostalbkreis sei an der richtigen Stelle gesetzt. "Der Weiße Kocher ist ein Beispiel dafür, die Landschaftsbildung live mitzuerleben", sagt die Diplom-Geologin. Vor allem durch den Regen werden der Boden und das Gestein demnach abtransportiert. Durch diese Erosion komme es schließlich zu einer "ständigen Veränderung des Tals".

"Genau auf solche Phänomene sollen die Geopoints aufmerksam machen", sagt Siegfried Roth.

Dr. Siegfried Roth, Oberbürgermeister Thilo Rentschler, Landrat Klaus Pavel und Ortsvorsteherin Heidemarie Matzik decken den ersten Geopoint am Weißen Kocher in Unterkochen auf.

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