Welche Arten an der Schättere-Trasse leben

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Dr. Helmut Haas zeigt bei einer naturkundlichen Führung vor Ort, warum er sich Sorgen um das Leben von Insekten und Kleintieren macht.

Aalen-Unterkochen

Dr. Helmut Haas schaut einem Schmetterling hinterher. "Das ist ein Silbergrüner Bläuling", sagt er und zeigt mit dem Finger auf das Insekt. Doch wer weiß, wie lange es den Bläuling noch geben wird, denn in den vergangenen zehn Jahren sind 75 Prozent aller Schmetterlingsarten verschwunden, wie Haas sagt.

Es ist Samstagmittag, siedende Hitze. Am Wanderparkplatz bei der Kellersteige in Unterkochen hat sich eine Gruppe Menschen eingefunden. Sie alle hören aufmerksam Haas von der Bürgerinitiative "Hände weg von der Schätteretrasse" zu. Bei seiner naturkundlichen Führung über die Trasse möchte er auf die Artenvielfalt aufmerksam machen und weshalb es wichtig ist, diese zu erhalten. Laut Haas führt die Schättere durch ein FFH-Gebiet. Dabei handelt es sich per Definition um ein spezielles europäisches Schutzgebiet, das nach den Fauna-Flora-Habitat-Richtlinien ausgewiesen wurden. "Das ist ein Verschlechterungsverbot", betont Haas, vor allem im Hinblick darauf, dass täglich 150 Arten verschwinden würden – "für immer."

Käfer oder Schmetterlinge, die sich auf dem Asphalt sonnen – Insekten nutzen den Weg bei Unterkochen auf unterschiedliche Art. "Die Kleintiere sind gefährdet", macht sich Haas Sorgen um die Insekten, von denen er einige überfahren auf dem Weg vorgefunden hat. "Falter sind besonders schutzwürdig", betont er. Ob Magerwiesen, Buchenwald, das Viadukt oder der Tunnel, der von Fledermäusen bewohnt wird, die Trasse habe zahlreiche schützenswerte Gebiete, erfährt die Gruppe. Die Pflanzen, die direkt neben dem Weg entlang sprießen, seien wichtig, denn zahlreiche Tiere lassen sich hier nieder. Oder sie seien selten, wie der schmalblättrige Hohlzahn.

Bei einer Verbreiterung des Pfades, würden sie den Baumaßnahmen zum Opfer fallen. Durch den zunehmenden Radverkehr habe er ein "Zurückdrängen" der Natur ausgemacht, so Haas. Dadurch werde das Netzwerk, das die Natur aufgebaut habe, verschwinden. Alleine Flächen, die mit Laub und einer Humusschicht bedeckt sind, binden je Hektar 100 Tonnen CO2, wie Haas erklärt. "Wenn die weg sind, entweicht CO2", sagt Haas und spricht sich gegen die Bodenversiegelung aus. Sollte im Zuge einer Wegvergrößerung auch der Tunnel auf der Schätteretrasse geöffnet werden, macht sich er sich Sorgen um die Farne, die dort außen wachsen und die Fledermäuse, die darin wohnen und jeweils sehr selten seien.

Und was kann jeder zuhause für die Artenvielfalt tun? "Blumenreiche Wiesen sind ein Anfang", erklärt Haas.

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