Wer will in Unterkochen Ortsvorsteher werden?

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Nachdem Heidi Matzik auf eigenen Wunsch aus dem Amt der Ortsvorsteherin ausscheidet, ist der Chefsessel im Unterkochener Rathaus neu zu besetzen.
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Für wen eine Kandidatur in Frage kommen könnte – gewählt wird am Montag, 1. März.

Aalen-Unterkochen. Für die Unterkochener wird es am kommenden Montag, 1. März, spannend: An diesem Tag wird Heidi Matzik auf eigenen Wunsch offiziell "aus dem Ehrenbeamtenverhältnis auf Zeit" als Ortsvorsteherin verabschiedet. Gleich im Anschluss wird der Ortschaftsrat eine Nachfolgerin oder einen Nachfolger wählen. Dabei handelt es sich um eine Vorschlagswahl. Denn letztlich entscheidet der Aalener Gemeinderat über die Bestellung des Ortsvorstehers.

Wer wird nun aber seinen Hut in den Ring werfen? "Die Ortschaftsräte sind ja schon sehr früh von mir darüber informiert worden, dass ich mein Amt zur Verfügung stelle", sagt die noch amtierende Ortsvorsteherin Heidi Matzik. Heißt: Das eine oder andere Mitglied aus dem Unterkochener Gremium konnte sich schon länger damit auseinandersetzen, ob und unter welchen Bedingungen es sich das Amt zutrauen könnte. "Ein gewisser Abstimmungsprozess ist im Gange. Es sind bei mir schon einige Nachfragen zu bestimmten Aufgabengebieten eingegangen", verrät Heidi Matzik. Sie sei jedenfalls guten Mutes, dass ein Nachfolger oder eine Nachfolgerin aus dem Kreis des bestehenden Gremiums gewählt werden wird.

Wer aber könnte für das Amt in Frage kommen? Im Ranking der Wählerstimmen landete bei den letzten beiden Kommunalwahlen CDU-Mann Ulrich Starz nach Stimmenkönigin Heidi Matzik (SPD) auf Platz 2. Als stellvertretender Ortsvorsteher würde der 62-Jährige eine solide Basis an Erfahrung mitbringen. Darauf angesprochen, winkt er aber entschieden ab. "Ich bin als selbstständiger Unternehmer dermaßen geschäftlich eingespannt – da macht es keinen Sinn, mich für den Ortsvorsteher-Posten zu bewerben."

Auch für Johannes Thalheimer (Freie Wähler) kommt eine Kandidatur aus beruflichen Gründen nicht in Frage. Obwohl ihn die Wähler bei den Kommunalwahlen ebenfalls immer im vorderen Feld platzierten.

Und Alexander Asbrock (Grüne) mag von vornherein aus dem Kreise der potenziellen Kandidaten ausscheiden, da er bereits für den Landtag in Stuttgart kandidiert.

Ob sich Florian Stütz, Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler (FW) und seither zweiter stellvertretender Ortsvorsteher, den Chefsessel im Unterkochener Rathaus zutraut? "Ich beschäftige mich relativ intensiv mit der Frage. Aber ich habe mich noch nicht entschieden", bekennt der 44-jährige Familienvater von drei Töchtern (20, 18 und 15 Jahre alt). Eine Kandidatur müsse gut überlegt sein, weil sie einen massiven Einschnitt ins Familienleben und in die Freizeit bedeute. Er macht keinen Hehl daraus, dass ihn das Amt reizen würde. Allein was Stütz zaudern lässt, ist der Faktor Zeit. Stütz betreibt in Unterkochen zwei Unternehmen – den Grünlandservice Stütz und das Gästehaus Stütz – engagiert sich seit vielen Jahren in der Unterkochener Feuerwehr, ist dort zudem Schatzmeister und im Ausschuss tätig. Und in den Wintermonaten betreibt er gemeinsam mit seinem Bruder den Nordic-Park Aalen, präpariert und pflegt die Loipen auf dem vorderen Härtsfeld.

Wovon die Kandidatur abhängt

Warum sich Florian Stütz derzeit noch nicht klar über eine Kandidatur ist: "Die Intensität, mit der die Unterkochener Ortsvorsteher bislang ihrem Amt und ihren Aufgaben nachgekommen sind, ist für einen voll berufstätigen Menschen mit Familie nicht leistbar", stellt Stütz fest. Zudem sei die Kommunalpolitik in Unterkochen, dem zweitgrößten Aalener Stadtbezirk, kein Selbstläufer. Vor allem mit der Schättere-Trasse, dem Albaufstieg und dem Neubau des Feuerwehrhauses sind in Zukunft noch mehrere dicke Bretter zu bohren. Und darum macht er seine Kandidatur abhängig davon, auf wie viel Rückendeckung aus dem Ortschaftsrat er sich als potenzieller Ortsvorsteher verlassen könnte. "Konkret kann ich eine Kandidatur erst ins Auge fassen, wenn ich mir sicher sein kann, dass ich bestimmte Aufgaben auf mehrere Schultern verteilen kann", sagt Stütz.

Die noch amtierende Ortsvorsteherin jedenfalls ist der Auffassung, dass sich die Pflichten und Präsenzzeiten des Unterkochener Rathauschefs durchaus reduzieren ließen. Sie selbst habe zwar ihre Lebenszeit vollkommen in das Amt eingebracht, was aber ihre persönliche Entscheidung gewesen sei. "Man kann das Amt auch sehr verantwortungsvoll führen, wenn man nicht jeden Tag viele Stunden im Rathaus verbringt", ist sich Heidi Matzik sicher. "Viele Aufgaben, die ich übernommen habe, waren nicht primär Aufgaben eines Ortsvorstehers", bekennt sie.

Eins indes ist jetzt schon sicher: Die Parteizugehörigkeit wird bei der Wahl am Montag nicht das Zünglein an der Waage sein. "Denn das Amt des Ortsvorstehers hat nichts mit Parteiarbeit zu tun, sondern mit Arbeit für den Ort, in dem wir alle gemeinsam leben", sagt Heidi Matzik.

Gewählt wird am Montag, 1. März, in öffentlicher Sitzung des Unterkochener Ortschaftsrats, der ab 17.30 Uhr in der Festhalle Unterkochen tagt.

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