Wie der Wald fit wird für die Zukunft

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Interessierte Bürgerinnen und Bürger lauschten den Ausführungen von Forstrevierleiter Sebastian Kienzle (l.).

Mit dem Förster im Genossenschaftswald Unterkochen.

Aalen-Unterkochen. Zu einer Führung im Rahmen des Waldentdeckerprogramms hatte die Forstbehörde des Ostalbkreises eingeladen. Im Wald der Realgenossenschaft Unterkochen fanden sich zahlreiche interessierte Bürgerinnen und Bürger ein. Inmitten des leuchtenden Herbstwaldes sprach Forstrevierleiter Sebastian Kienzle von den Folgen des Klimawandels für den Wald und den möglichen Lösungen, um den Wald fit für die Zukunft zu machen.

Dass es dem Wald aktuell nicht gut geht und er unter den Folgen der vergangenen drei Trockenjahre sehr gelitten hat, war den Anwesenden bekannt und auch Grund ihres Interesses an Informationen aus erster Hand. Forstrevierleiter Sebastian Kienzle lieferte konkrete Informationen: Nur noch knapp 21 Prozent der Bäume weisen eine gesunde, also vollständig belaubte Baumkrone auf. Nach neuesten Modellen der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt kommen unsere vier heimischen Hauptbaumarten, Buche, Fichte, Eiche und Tanne, bei weiterem Temperaturanstieg zukünftig an ihre Grenzen.

Fichte und Tanne werden nach diesen Prognosen in spätestens 100 Jahren beinahe vollständig aus dem Wald der Realgenossenschaft verschwunden sein. „Buche und Eiche haben noch eine Chance, wobei auch die Eiche in den vergangenen Jahren unter Befall von Schadorganismen, wie beispielsweise dem Eichenprozessionsspinner, leiden musste“, so Kienzle.

Die Strategie sei, auf Baumartenvielfalt zu setzen, so der Forstfachmann und zeigte dies an konkreten Beispielen. So versuche man im Genossenschaftswald bei regelmäßigen Pflegearbeiten, die selteneren Baumarten zu fördern. In Laubholzwäldern seien das etwa Hainbuche, Linde, Ulme, Ahorn und Elsbeere. In den Nadelholzwäldern setze man auf die Beimischung von Douglasie und Lärche.

Die Forstleute seien sich einig, dass die Herausforderungen durch die Erderwärmung für den Wald der Zukunft vorrangig mit heimischen Baumarten gelöst werden müssen. Nur sollten Waldbesitzer dabei nicht ausschließlich auf Rotbuche und Fichte setzen. Ein vielfältiger Wald mit verschiedenen Baumarten sei weniger risikoanfällig für Wetterextreme. Kienzle betonte, wie wichtig es sei, dass Holz auch weiterhin genutzt und verbaut wird. So könne der Kohlenstoff, den die Bäume der Atmosphäre entzogen haben, langfristig gespeichert werden. So leisteten auch die Fichten, die aktuell geerntet und verbaut würden, noch einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz.

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