Wie die Unterkochener ihren Ort neu denken

+
Auf einem Abschnitt der Aalener Straße in Unterkochen wurde die zulässige Geschwindigkeit zeitlich begrenzt auf 30 reduziert.
  • schließen

Die ersten Ergebnisse der von der Stadt Aalen begleiteten Bürgerbeteiligung liegen vor und werden in allen Teilorten vorgestellt.

Aalen-Unterkochen

In der Strategie, für künftige Wohnbauvorhaben auf die Ausweisung neuer Flächen auf der Grünen Wiese weitgehend zu verzichten, hat die Stadt Aalen zuletzt eine Bürgerbeteiligung in allen Teilorten angestoßen. „PINmit“ nennt sich das Beteiligungskonzept, dessen Ziel es ist, im gemeinsamen Austausch mit den Bürgern herauszufinden, welche Veränderungen innerorts wichtig sein könnten für die weitere Entwicklung des jeweiligen Teilorts.

In der jüngsten Ortschaftsratssitzung berichteten über die ersten Ergebnisse für Unterkochen Erster Bürgermeister Wolfgang Steidle und Andreas Steidel vom Stadtplanungsamt. Beide sprachen von „großem Bürgerinteresse“ sowohl in der digitalen Beteiligung als auch bei den Ortsspaziergängen im vergangenen Jahr. Allein digital beteiligten sich in der Gesamtstadt rund 150 Teilnehmende mit knapp 400 Beiträgen zu knapp 300 unterschiedlichen Themen. In Unterkochen haben insgesamt rund 55 Personen mit rund 130 Beiträgen zu unterschiedlichen Themen teilgenommen.

Was in Unterkochen bereits umgesetzt ist:

Der Unterkochener Rathausplatz wurde für Radfahrer freigegeben, damit diese nicht mehr auf die Aalener Straße ausweichen müssen. Weiter soll der Platz künftig öfter bespielt werden, beispielsweise mit einer Sommeraktion und Angeboten für Jugendliche. „Das könnte etwa ein Beachplatz sein“, so Steidel.

Aalener Straße: Auf einem Abschnitt bei der Bushaltestelle Abzweigung Kneippweg gilt hier seit Kurzem eine temporäre Reduzierung tagsüber auf Tempo 30. Wegen der beengten Straßenverhältnisse sei hier zwar kein Radweg möglich. Daher werden Radfahrer alternativ über den Rathausplatz geleitet.

Was mittelfristig umgesetzt werden kann:

Die Friedensschule: Nachdem die Grundschule in die Kocherburgschule umgesiedelt ist, könnte hier künftig Wohnraum entstehen. Zur Debatte steht, ob möglicherweise auch Vereine das Gebäude nutzen könnten. Die Aalener Stadtverwaltung will ein „durchdachtes Konzept“ erarbeiten. Vorerst wird die Friedensschule für die kurzfristige Unterbringung ukrainischer Familien freigehalten.

Die alte Feuerwache könnte sich nach Verlagerung in den neuen Standort ebenfalls für eine Vereinsnutzung anbieten.

Die Ebnater Steige: In diesem Punkt verweist Steidel auf den von OB Frederick Brütting angestoßenen Bürgerbeteiligungsprozess im aktuellen Jahr.

Das sagen die Ortschaftsräte:

Alexander Asbrock (Grüne) regte an, die digitale „PINmit“-Bürgerbeteiligung und den Ortsspaziergang mit der Verwaltungsspitze zu einer Dauereinrichtung zu machen. „So wäre gewährleistet, dass die Ideen der Bürger kontinuierlich Einfluss haben in die Stadtentwicklung.“ Asbrock wünscht sich, dass die Stadtverwaltung eine digitale Plattform einrichtet, auf die die Bürger Ideen und Anregungen für die Entwicklung ihres Ortes pinnen könnten. Ortsvorsteher Florian Stütz pflichtet Asbrock „grundsätzlich“ bei.

Bürgermeister Wolfgang Steidle versprach, das städtische Amt für IT entsprechend zu beauftragen mit einer Plattform, auf die sich die Bürger an 365 Tagen im Jahr am Tag oder in der Nacht einbringen könnten.

Anton Funk (CDU) legt Wert darauf, dass sich die Bürgerinnen und Bürger im Ergebnis auch wiederfinden. „Wenn das nicht kommt, sagen sie schnell: Das hat keinen Wert.“

Brigitte Willier (SPD) vermisste Aussagen zur Unterführung am Rathaus Unterkochen, zum Zustand der öffentlichen Toilette und zu den fehlenden Parkplätzen im Ort. „Wir haben eine so große Infrastruktur am Ort, aber viel zu wenig Parkplätze“, monierte sie.

Ortsvorsteher Florian Stütz verwies auf ein noch ausstehendes Gespräch mit Erstem Bürgermeister Steidle im Mai. „Auf unserer Liste stehen auch diese Punkte. Da geht's jetzt Stück für Stück weiter.“

Wir haben viel zu wenig Parkplätze im Ort.

Brigitte Willier, SPD-Ortsrätin

Wie sich Bürger beteiligen konnten

PINmit: Dabei handelt es sich um einen digitalen Baustein der Bürgerbeteiligung. Die Bürgerinnen und Bürger hatten vom 29. März bis 21. Mai 2021 Gelegenheit, ihre Ideen zur Ortsentwicklung unter anderem über die Plattform „PINmit“ einzubringen. Es konnten Pins mit Beschreibung und Kommentaren auf einer Karte verortet werden. Ein weiterer Bestandteil der Bürgerbeteiligung fand über analobe Beteiligungsbögen statt.

Nicht jeder erkennt die abschnittsweise Temporeduzierung der Aalener Straße. Immer wieder kommt es zu verbotenen Überholmanövern.
Auf einem Abschnitt der Aalener Straße in Unterkochen wurde die zulässige Geschwindigkeit zeitlich begrenzt auf 30 reduziert.

Zurück zur Übersicht: Unterkochen

Mehr zum Thema

Kommentare