Unverhofftes Freibier

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Manfred Moll

Manfred Moll über einen denkwürdigen Besuch im Stammlokal.

Drei Freunde gehen in ein Lokal und bestellen sich je ein Bier – so könnte ein Witz beginnen. Ist aber kein Witz, dennoch lustig. Außer ihnen, die man dort als Stammgäste kennt, sitzt an einem Tisch eine ihnen unbekannte, attraktive junge Dame, die sich immer wieder erhebt und dem Wirt zur Hand geht. Nicht, dass er das nötig hätte, obwohl er wie seine Stammgäste im Seniorenalter jenseits der 60 ist.

Aber er scheint es zu genießen, wiewohl man auch meint, zwischen ihm und dem jungen Ding eine gewisse Vertrautheit zu spüren. Als die Freunde eine zweite Runde bestellen und der Wirt wenig später drei Krüge auf den Tisch stellt, verkündet er: „Wenn Ihr die bis in einer halben Stunde ausgetrunken hab, lade ich Euch ein. Ich hab nachher noch was vor.“ Bevor jetzt Neid aufkommen kann, schiebt er nach: „Meine Tochter ist zu Besuch. Die habe ich wegen Corona seit fast zwei Jahren nicht mehr gesehen.“

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