Vom Erlkönig zum Kirchenchoral in der Stadtkirche

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Triokonzert in der Stunde der Kirchenmusik.
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Paul Neebe, Leo Heidingsfelder und Leonard Hölldampf sorgen für eine heiter-vergnügliche Stunde.

Aalen. Eine heiter-vergnügliche Stunde der Kirchenmusik bescherte ein Trio mit Paul Neebe (Trompete), Leo Heidingsfelder (Bass-Bariton) und Leonard Hölldampf an der Orgel dem Publikum in der Stadtkirche. Das Programm ist äußerst bunt und kurzweilig, spannt einen Bogen von Arien des Barock bis zu zeitgenössischer Musik und umfasst sowohl geistliche Werke als auch Vertonungen von Liebeslyrik und Spaßgedichten.

Das Konzert in der Stadtkirche beginnt mit einer Arie aus der Händel-Oper „Ezio“, eingeleitet vom strahlenden Trompetenton Paul Neebes, der wunderbar mit dem Orgelklang verschmilzt. Der amerikanische Musiker gefällt auch in der Sonata Prima von Giovanni Buonaventura Viviani durch sein brillantes Spiel.

Brodelnde Bewegung

Brodelnde Bewegung in der Orgel kündet Dramatik in der Arie „Höllische Schlange, wird dir nicht bange“ aus der Bachkantate Nr. 40 an. Hier wünscht man sich mehr stimmliches Volumen von Leo Heidingsfelder. Der Sänger überzeugt eher in den modernen Stücken. Interpretiert mit Witz den skurrilen Text vom Frosch, der beinahe fliegen kann (The frog, he fly…almost) von Roger C. Vogel. Viel Vergnügen bereitet auch die zeitgenössische Vertonung „Der Erlkönig“, sehr frei nach Goethe. Klappernde Orgelpedale wie Hufgetrappel, das „Wiehern“ der Trompete und laute Weh-Rufe illustrieren die bekannte Ballade, die mit einem Trauermarsch von Trompete und Orgel endet.

Mit der Überleitung zum nächsten Stück, einer Improvisation über „Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren“, gelingt dem Organisten Leonard Hölldampf ein raffiniertes Kunststück. Der Kirchenmusiker nimmt den Trauermarsch-Duktus auf und improvisiert sich peu à peu hin zum bekannten Choral, in den die Gemeinde schließlich mit einstimmt, ehe Dekan Ralf Drescher den Segen spendet. ⋌Beate Krannich

Triokonzert in der Stunde der Kirchenmusik.
Triokonzert in der Stunde der Kirchenmusik.

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