Guten Morgen

Vom Erst- und Zweiternst

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Jürgen Steck

Jürgen Steck über die ersten ernsten Tage des jungen Lebens.

Heute beginnt der Ernst des Lebens“, das ist ja so der Klassiker, wenn man Kinder das erste Mal in die Schule schickt, quasi der Ersternst. Kinder, die noch nicht wissen, dass sie diesen Spruch in ihrem Leben oft hören werden. Wenn es auf die nächste Schule geht. Vorm Eintritt ins Berufsleben. Nach der Hochzeit. Und, aktuell, wenn sie zum ersten Mal ihre Grundsteuerangaben über Elster eingeben möchten. Da drohen Zweit-, Dritt- und Haupternste, gegen die so eine Einschulung fast ein Spaß ist, wenn's nicht so ernst wäre. Traditionell werden Kinder ja auch gefragt, was sie später einmal werden wollen. Das ist, je nach Alter, unterschiedlich. Fängt bei Prinzessin und Superheld an, geht über Polizist, Lehrer, Arzt zu Fußballprofi und Heidi Klum. Ich wollte Stadtarbeiter werden. Das lag daran, weil, als ich eingeschult wurde, Orange meine absolute Lieblingsfarbe war. Schulranzen, Mäppchen, Socken: alles orange. Und da städtische Mitarbeiter orangene Arbeitskleidung trugen, war für mich klar, wohin die Reise geht. Dass es nicht immer so kommt, wie man sich das vorstellt und es trotzdem gut werden kann: Das ist auf jeden Fall eine wichtige Botschaft, die Schule vermitteln sollte.

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