Geistliches Wort in der Corona-Krise

Von der märzlichen Sehnsucht

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Aalen. Ein Bekannter, Anfang 40, der schon lange nicht mehr in seiner Heimat zu Besuch war, erzählte, dass er in der vergangenen Zeit erstmals wieder viel über sich selbst nachdachte.

Aalen. Ein Bekannter, Anfang 40, der schon lange nicht mehr in seiner Heimat zu Besuch war, erzählte, dass er in der vergangenen Zeit erstmals wieder viel über sich selbst nachdachte. Er wunderte sich, in welchem Tempo er bisher sein Leben absolvierte: Studium, Heirat, drei Kinder, Karriere, Hausbau, Umzug, Scheidung, neue Beziehung. Bald wird er wieder Vater. Und dann sagte er, dass er sich vornimmt, einem ehemaligen Freund, zu dem er 22 Jahre keinen Kontakt hatte, einen Brief zu schreiben. Max Frisch dazu: "Ich ging in der Richtung einer Sehnsucht … eine Sache der Jahreszeit, ein märzliches Heimweh nach neuen Menschen, denen man selber noch einmal neu wäre". Unsere Sehnsucht und unsere Erwartungen wollen nicht allzu lange vertröstet werden. Wir alle wünschen uns pragmatische und regional angepasste Lösungen im Blick auf wieder mögliche Rechte und Freiheiten. Klar, auch darin werden wir vernünftig sein müssen und noch einmal mit dem vorsichtigen Meister: "Oh, so hinauszuwandern in eine Nacht, um keine Grenzen bekümmert! Wir werden schon keine, die in uns liegt, je überspringen". Wolfgang Fimpel, Pastoralreferent

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