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Vorzeichen und Mahnmale

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Tobias Dambacher über stille Örtchen und ihre Bedeutung in modernen Zeiten

Schon immer lag es in der Natur des Menschen, aus vermeintlichen Vorzeichen Prophezeiungen für die Zukunft abzuleiten. Wenn sich der Mond zwischen Sonne und Erde schiebt und der Tag zur Nacht wird, zum Beispiel. Oder sich der Mond in einem seltenen Spektakel blutrot färbt, hat dies die Fantasien der Menschen in allen Epochen beflügelt. Eine schwarze Katze an einem Freitag, dem 13. Nur Kaffeesatzleserei? Vielleicht. Aber ich habe ein für mich ganz neues Vorzeichen entdeckt. Übrigens am gestrigen Welttoilettentag, Kollege Jürgen Steck hat an dieser Stelle darüber sinniert. Es sind die blauen Toi-Toi- und Dixi-Klos. Wie von Geisterhand tauchen sie plötzlich wie ein aus dem Boden gewachsenes Mahnmal auf. Stehen auf dem Gehweg, in Hauseingängen – manchmal etwas schüchtern in der Ecke, manchmal dominant wie ein Ausrufezeichen. Das Symbol des grundlegendsten Bedürfnisses, das Omen, dass bald etwas passiert, das ohne sie nicht passieren kann. Ein paar Tage wirken die stillen Örtchen noch etwas verloren. Und dann geht's zuverlässig los mit dem großen Geschäft – die Baustelle ist eröffnet!

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