Guten Morgen

Wählen können wollen sollen

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Jürgen Steck über das Wollen und das Können und das Sollen

Aber mir roicht's, dass I woiß, dass I kennt, wenn I wet ..." So lautet der Refrain eines Liedes, das die wunderbaren "Schrillen Fehlaperlen" ersonnnen haben. Für die des Schwäbischen nicht ganz so Mächtigen: Es geht darum, dass jemand sich damit zufriedengibt, zu wissen, dass er könnte, wenn er es denn wollte – was auch immer. Und dass derjenige aus dem Wissen darum, dass er könnte, wenn er wollte, Befriedigung zieht. Dies mag für viele Situationen hin- und ausreichend sein. Etwa, wenn es darum geht, den Keller aufzuräumen, die Fotos vom vergangenen Urlaub – lang ist's her – aus dem Datenfriedhof im Smartphone zu holen oder das Auto zu waschen. Schon beim Thema Steuererklärung funktioniert die Strategie nur kurz- bis maximal mittelfristig. Ganz und gar nicht taugt das Verfahren in einer repräsentativen Demokratie, wenn die Wählerinnen und Wähler an die Urnen gerufen sind, die zu wählen, die sie vertreten sollen. Da reicht es nicht, dass man weiß, dass man könnte, wenn man wollte. Andernfalls darf man sich im Anschluss nicht beklagen, wenn man nicht das kriegt, was man gewollt hat, weil man ja hätte können. Wählen gehen, nämlich.

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