Waldbrände wüten nahe Antakya

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Fotos: Privat
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Schnell ausbreitende Flammen gefährden Menschen und Tiere in der Türkei in der Provinz Hatay.

Aalen/Hatay. Heftige Waldbrände wüteten in der vergangenen Woche in der südtürkischen Provinz Hatay nahe der Aalener Partnerstadt Antakya. "Fast zeitgleich sind dort an mehreren Stellen Feuer ausgebrochen", berichtet Roland Hamm auf SchwäPo-Anfrage. Er kennt die Region sehr gut. Seit etwa 25 Jahren bereist er Antakya.

Feuer breitet sich schnell aus

Ausgebrochen sei das Feuer zunächst in der Stadt Belen – nördlich von Antakya. Zeitgleich hätten sich die Brände in den Städten Arsuz und Iskenderun entlang des Mittelmeers ausgebreitet. "Bedingt durch starken Wind und Trockenheit in der Region haben sich die Flammen in großer Geschwindigkeit verbreitet", sagt Hamm. Feuerwehren und Einsatzkräfte am Boden und in der Luft konnten nach 33 Stunden die Waldbrände unter Kontrolle bringen.

Verdächtige sind festgenommen

Türkischen Medien zufolge wurden etwa 70 Menschen verletzt – wenige Tage nach dem Ausbruch der Flammen wurden vier Verdächtige festgenommen und wegen des Verdachts der Brandstiftung verhaftet. Ein Mann aus Hatay, der namentlich nicht genannt werden möchte, berichtet dieser Zeitung, dass bei den Bränden eine Fläche von rund 600 Hektar abgebrannt sei. Das entspricht etwa 840 Fußballfeldern.

Menschen müssen ihre Häuser verlassen

Die Wucht der Flammen und die schnelle Verbreitung zwang Menschen ihre Häuser zu verlassen. "Die Flammen haben Wohngebiete und Geschäftshäuser erreicht", sagt Nihal Büykasik vom Kulturclub Antakya-Aalen. Sie hat Familie in Hatay. "Glücklicherweise ist keiner von ihnen betroffen", sagt sie. Jedoch habe sie Bekannte in Iskenderun, die dort Geschäfte haben und nun ihre Existenzen verloren haben. Diese und viele weitere Betroffene kommen nun bei Freunden oder Verwandten unter, sagt sie und führt weiter aus: "Ob und in welcher Form es Hilfe vom Staat geben wird, ist bislang unbekannt. Das ist alles in der Schwebe." Nicht nur Menschen waren von den Waldbränden betroffen. "Die Region ist bekannt für ihre Landschildkröten. Trotz Rettungsversuchen konnte man leider nicht alle Tiere in Sicherheit bringen", berichtet Büykasik.

Rentschler schreibt Brief an Amtskollegen

Die Aalener Stadtverwaltung hat den Verlauf der Waldbrände in der Partnerregion mit Bestürzung verfolgt. OB Thilo Rentschler hat sich in einem Brief an seinen Amtskollegen in Antakya, Dr. Lütfü Savas, gewandt und seine Verbundenheit mit der Bevölkerung zum Ausdruck gebracht. "Ich hoffe, dass die Schäden durch die Feuer (...) rasch behoben werden können. In Gedanken bin ich bei den Menschen, die aufgrund der Brände evakuiert werden mussten und die ihre Häuser verloren haben", betont er. Er hoffe, dass die Vorbereitungen in Hatay für die Expo 2021 nicht unter den Bränden leiden werden. Das Rathaus werde weiterhin die Entwicklungen der Situation verfolgen.

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