Waldhausen feiert Eingemeindung

+
Der Musikverein Waldhausen umrahmte mit flottem Repertoire den Festakt zu 50 Jahren Eingemeindung des Teilortes in der voll besetzten Festhalle.
  • schließen

„Griechischer Wein“ und viele Erinnerungen: Wie der Teilort in einem launigen Festakt mit vielen Gästen an den Schritt der Gebietsreform von 50 Jahren erinnert.

Aalen-Waldhausen. Mit vielen Gästen feierte Waldhausen 50 Jahre Eingemeindung. Unter anderem waren fast alle weiteren Ortsvorsteher der Aalener Teilorte am Freitagabend zu diesem Anlass in die Turn- und Festhalle gekommen, dazu auch zahlreiche Bürgerinnen und Bürger, die Ortsvorsteher Patrizius Gentner begrüßen konnte.

Eigentlich sind es bereits über 52 Jahre, dass die Ortschaft zu Aalen gehört. Denn am 19. Dezember 1969 wurde Waldhausen nach Aalen eingemeindet, aber wegen der Corona-Pandemie konnte erst jetzt gefeiert werden.

„Wir feiern Goldene Hochzeit in einer besonderen Ehe – aber war es eine Liebes- oder Vernunftehe“, fragte Oberbürgermeister Frederick Brütting. „Wohl von beidem etwas. Auf jeden Fall ist es eine funktionierende Ehe mit guter Basis“, ergänzte er. Mit einer Gegenstimme sei die Eingemeindung damals im Gemeinderat Waldhausen angenommen worden, und 93 Prozent Zustimmung in der Bevölkerung bei 76 Prozent Wahlbeteiligung. Trotz verschiedener Gegensätze sei das Ganze gelungen. Die Ortschaft sei ein gelungenes Beispiel für eine positive Entwicklung bei Bevölkerung, Gewerbe und Infrastruktur, in der sich viele vor allem in Vereinen und in der Gemeinschaft engagierten. Auf diesem Wege solle man gemeinsam im Ort und der Stadt weitermachen. Er übergab 5000 Euro für das Ortschaftsbudget an den Ortsvorsteher.

Gentner sagte, die Eingemeindung sei für viele kein einfacher Schritt gewesen, aber im Nachhinein auf jeden Fall ein richtiger. Es sei viel passiert, beispielsweise der Bau der A7, des Bürgerhauses, neue Baugebiete, und es müsse noch einiges gemacht werden, so müsse die Ortsmitte umgestaltet und Baulücken müssten geschlossen werden. Man müsse sich aber „unbedingt den liebenswerten und dörflichen Charakter bewahren“, ergänzte er.

Landtagsabgeordneter Winfried Mack sagte, eine funktionierende Gemeinschaft wie in Waldhausen sei sehr wichtig, ohne diese Basis könne auch eine kommunale Verwaltung nicht funktionieren, sie erleichtere vieles. „Und bis zur Eisernen Hochzeit ist noch Zeit, die Ortsmitte und auch die Bühne dieser Halle auszubauen“, regte er lachend an.

Die Firma Most Emotion stellte einen Kurzfilm vor, der den Ort im Wandel mit beeindruckenden Bildern, mit alten Fotos sowie Erzählungen von Bürgern jeden Alters darstellte. Und der Aussage Gentners: „Ihr macht den Ort lebenswert.“
Stadtarchivar Dr. Georg Wendt blickte in einem launigen Vortrag auf die Eingemeindung zurück, zeigte Fotos, Aussagen Beteiligter und Daten zur Entwicklung. So habe sich Aalen um vier Prozent Einwohner, aber um 44 Prozent Fläche mit der Eingemeindung vergrößert. Für Lacher sorgten auch einige Paragrafen des Vertrages, wie „Straßen im Ort sind staubfrei zu machen“, oder „die Stadt darf keine lästigen Bauwerke erstellen“.

Bernd Czich bot in gewohnter Manier mit seinen Schlagern verschiedener Interpreten einen Rückblick auf die Musik der 1970er-Jahre und brachte die Halle dazu, sehr bewegt und bester Laune, in Erinnerungen zu schwelgen. Natürlich waren auch Zugaben nötig. Nach dem Eintrag von OB Brütting, Ortsvorsteher und Ortschaftsräten ins Goldene Buch ging man zum inoffiziellen Teil mit Essen und Getränken und vor allem vielen Gesprächen über.

Die Ortschaftsräte um Ortsvorsteher Patrizius Gentner (4.v.li.) trugen sich gemeinsam mit Oberbürgermeister Frederick Brütting ins Goldene Buch der Stadt ein.
Bernd Czich (im goldenen Jackett) regte mit „Griechischer Wein“ auch die erste Reihe um Oberbürgermeister Frederick Brütting (4.v.li.) und Alt-OB Ulrich Pfeifle zum Tanz an.

Zurück zur Übersicht: Aalen

Kommentare