Wasseralfingen gibt grünes Licht für das neue Feuerwehrhaus

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Der Blick auf den Standort des künftigen Gerätehauses der Feuerwehrabteilung Wasseralfingen/Hofen in den Kocherwiesen. Am unteren Bildrand ist die Kleingartenanlage zu sehen, am oberen der Talschulparkplatz. Der Bebauungsplan dazu lag jetzt aus.
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Einstimmiger Beschluss am Dienstagabend für den Bebauungsplan „Feuerwehrgelände Kocherwiesen“.

Aalen-Wasseralfingen. Der Ortschaftsrat Wasseralfingen hat am Dienstagabend einen Meilenstein gesetzt für den Bau eines neuen Feuerwehrhauses. Einstimmig haben die Mitglieder den Bebauungsplan „Feuerwehrgelände Kocherwiesen“, die Satzung zu Bauvorschriften und die Änderung des Flächennutzungsplans beschlossen. Stimmt am Ende der Aalener Gemeinderat zu, steht dem Neubau der Feuerwache auf einem städtischen Grundstück in den Kocherwiesen am Ortsende in Richtung Hüttlingen nichts mehr im Weg. Errichtet werden sollen dort außerdem drei Doppelhäuser.

Breiten Raum in der Sitzung nahmen die Stellungnahmen ein, die während der Auslegung zum Bebauungsplanentwurf im April/Mai eingegangen waren: insgesamt neun von Trägern öffentlicher Belange, weitere sechs sind private von Bürgerinnen und Bürgern aus Hüttlingen und Niederalfingen. Letztere beziehen sich ausschließlich auf die Hochwassersituation, von den Trägern öffentlicher Belange sah diese Situation keiner kritisch.

Rosemarie Woreschk vom Stadtplanungsamt, die mit Amtsleiterin Sabine Rieger gekommen war, stellte die privaten Einwände vor: Zu starke Flächenversiegelung - dadurch könnte zu viel Oberflächenwasser in den Kocher gelangen und zu Hochwasser flussabwärts führen. Gefordert wird ein Flussgebietsgutachten bis mindestens Untergröningen. Zudem wird der Standort generell in Zweifel gezogen.

Alle Einwendungen seien geprüft worden, hätten aber „zu keiner Planänderung geführt“, so Woreschk. Die Hochwassersituation werde sich nicht negativ verändern, dafür sei das Plangebiet mit 1,02 Hektar angesichts des gesamten Einzugsgebiets des Kochers mit 10,7 Hektar an dieser Stelle sehr klein. Zudem seien einige Entwässerungsmaßnahmen festgesetzt worden, unter anderem wird das Niederschlagswasser gepuffert.

Ortsvorsteherin Andrea Hatam ergänzte, mehrere Alternativstandorte seien geprüft und unter anderem aus verkehrlichen oder Sicherheitsgründen verworden worden. Hatam: "Dieses ist der ideale Platz!"

Albrecht Jenner (SPD) und Franz Fetzer (Freie Wähler) lobten die sorgfältige Prüfung der Umweltbelange und keilten aus in Richtung private Einwender, insbesondere der aus Hüttlingen. Diese hätten „wider besseres Wissen einfach losgeschlagen“ (Jenner), dabei „selbst Hallen gebaut direkt neben dem Fluss“ (Fetzer). Josef Anton Fuchs (CDU) äußerte Verständnis für die Sorgen flussabwärts. Michael Graule (Grüne) regte an, am Feuerwehrhaus eine Zisterne anzulegen und das Wasser für Toilettenspülung und Fahrzeugreinigung zu verwenden. Er schlug darüber hinaus vor, die Parkplätze der Feuerwehrleute zu überdachen. Letzteres sei nicht möglich, erläuterte Rosemarie Woreschk. Eine Überdachung verbiete sich, weil die Parkplätze gleichzeitig als Übungsfläche für die Feuerwehr dienten.

Das neue Feuerwehrhaus Wasseralfingen/Hofen und drei neue Wohnhäuser: Daten, Zahlen, Fakten

Was geplant ist: Das neue Feuerwehrhaus wird längs der Kreisstraße in Richtung Hüttlingen gebaut und über diese Straße auch angefahren, voraussichtlich wird eine Linksabbiegespur angelegt. Das Gebäude soll etwa 37 Meter lang, 28 Meter breit und 8 Meter hoch werden. Darin sind unter anderem fünf Boxen für die Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr geplant. Um eine spätere Aufstockung zu ermöglichen, wird im Bebauungsplanentwurf eine maximale Gebäudehöhe von 12,50 Meter festgesetzt. Das Flachdach wird extensiv begrünt, eine Photovoltaikanlage aufgesetzt. Der Haupteingang des Gebäudes liegt auf der Nordseite, ebenso die 27 geplanten Parkplätze für die Autos der Feuerwehrleute. Südlich des Feuerwehrgebäudes ist im Abstand von ca. 9,50 Meter zum Feuerwehrhaus ein Nebengebäude mit Übungsturm vorgesehen: ca. 22 Meter lang, 3,50 Meter breit und ca. 3,50 Meter hoch. Im Norden und Westen werden Grünflächen mit Baumpflanzungen vorgeschrieben.

Im Westen des Bebauungsplangebietes, zwischen Feuerwehrhaus und bestehender Bebauung, sind drei neue Doppelhäuser vorgesehen, jeweils maximal 20 Meter lang, mit begrüntem Flach- oder Satteldach. Sie werden von Westen her über eine Erschließungsstraße angefahren, die im Süden in die Hüttlinger Straße mündet. Sie soll später dann Einbahnstraße werden, Fahrtrichtung von Süden nach Norden. An der Erschließungsstraße ist eine schnelle Radverkehrsverbindung geplant. Die ursprüngliche Idee, einen Radweg entlang der Kreisstraße zu anzulegen, wurde aufgegeben.

Blick auf den Standort des künftigen Feuerwehrhauses in den Kocherwiesen, an der Kreisstraße nach Hüttlingen. Am rechten Bildrand ist die neue Kleingartenanlage zu sehen. Foto: Oliver Giers

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