Als SHW das Eisen zum Glühen brachte

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Sie zählten zu den ersten Gästen der Ausstellung: Das Ehepaar Suse und Hans Behringer mit Alfred Neukamm (r.), dem letzten Kunstguss- Modelleur der SHW. Er stellt eines seiner Projekte vor.
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Ausstellung Der 650 Jahre langen Wasseralfinger Industrietradition und ihrem Ende widmet sie die Ausstellung „Der letzte Guss“. Am Sonntag war Eröffnung in der Museumsgalerie.

Aalen-Wasseralfingen

Der Ofen ist aus“, hieß es am 28. März 2019, als bei den Schwäbischen Hüttenwerken die jahrhundertelange Tradition des Eisengusses beendet werden musste. Und „Danke für nix“, taten die letzten Arbeiter ihre Enttäuschung auf dem Wasseralfinger Kreisel gegenüber ihrem ehemaligen Werk kund.

Dieser 650 Jahre langen Industrietradition und ihrem Ende widmet sie die Ausstellung „Der letzte Guss – vom Ende des Eisengießens in den Schwäbischen Hüttenwerken“ in der Wasseralfinger Museumsgalerie. Die Ausstellung wurde am Sonntag in Anwesenheit zahlreicher Gäste und Bürgerinnen und Bürger auf dem Stefansplatz eröffnet.

Oberbürgermeister Thilo Rentschler begrüßte die drei Bundestagsabgeordneten Margit Stumpp (Bündnis 90/die Grünen), Leni Breymaier (SPD) und Roderich Kiesewetter (CDU). Er bezeichnete die Ausstellung als ein „tolles Werk zu einem großen Stück Industriegeschichte“, die die Hüttenwerke und dann SHW darstellten. Sie seien die Grundlage zu Wohlstand und Aufstieg in der Region gewesen.

Die besondere Atmosphäre der Werkhallen hat viele Künstler der Region und Süddeutschlands inspiriert.

Joachim Wagenblast, Kurator

Das Ende von SHW sei sehr bedauerlich, aber es gelte, sich dem Wandel zu stellen und zukunftsfähige Ideen zu entwickeln. So siedelten sich neue Betriebe in den ehemaligen Hallen an, „demnächst ein richtig tolles Unternehmen“. Zudem gelte es, mit Ausstellungen der Kunstgüsse aus den Hüttenwerken an die Tradition zu erinnern.

Auch Ortsvorsteherin Andrea Hatam bezeichnete die Ausstellung als eine gelungene Präsentation zu einem wichtigen Abschnitt von 650 Jahren Industriegeschichte. Der letzte Guss 2019 sei das Ende einer großen Ära gewesen. Jetzt gelte es, tausende von weiteren Stücken aus der Produktion der Hüttenwerke, die im Besitz des Landes seien, zu erfassen und den Menschen zugänglich zu machen. Dafür schlug sie ein Industriemuseum in Wasseralfingen vor. Sie dankte dem Bund für Heimatpflege und dem Stadtverband für Sport und Kultur für die Planung der Ausstellung, den Sponsoren für die Unterstützung.

Ein Erfolgsmodell

Kreisarchivar Uwe Grupp erläuterte die geschichtlichen Zusammenhänge für Region, Industrie und die Menschen. 1365 wurde in der Region mit Bergbau begonnen, die Hüttenwerke entstanden und sie wurden zum Erfolgsmodell, zum Motor der Industrialisierung, unter anderem mit dem ersten Hochofen vor 350 Jahren. Mitte des 19. Jahrhunderts lieferte das Werk 80 Prozent der Eisenproduktion im Königreich Württemberg.

Kurator Joachim Wagenblast, der die Ausstellung entwickelt hat, ergänzte, der Eisenguss habe Wasseralfingen berühmt gemacht, die Menschen seien stolz gewesen auf ihr Werk und ihre Arbeit. Die besondere Atmosphäre der Werkhallen habe viele Künstler der Region und Süddeutschlands inspiriert. Viele ihrer Werke seien zu sehen.

Mit dem gemeinsamen Lied „Glück Auf“ endete die Vernissage, umrahmt wurde sie von einem Bläserensemble der Bergkapelle.

Öffnungszeiten: Die Ausstellung „Der letzte Guss“ ist bis einschließlich zum 1. November Sa und So jeweils von 14 bis 18 Uhr zu besichtigen.

Ausstellungseröffnung
Ausstellungseröffnung
Ausstellungseröffnung
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